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Revitalisierung soll die Sicherheit des Werdenberger Binnenkanals erhöhen

Der Werdenberger Binnenkanal soll in der Gemeinde Sennwald auf einer Länge von 3,2 Kilometern revitalisiert werden. Im Fokus steht dabei die Hochwassersicherheit sowie die Strukturvielfalt und Aufwertung des Naherholungsgebiets.
Bei Hochwasser wird der Werdenberger Binnenkanal zur Gefahr. Durch Revitalisierungsmassnahmen soll nun im Bereich des Industriequartiers in Sennwald die Hochwassersicherheit erhöht werden. (Bild: PD)

Bei Hochwasser wird der Werdenberger Binnenkanal zur Gefahr. Durch Revitalisierungsmassnahmen soll nun im Bereich des Industriequartiers in Sennwald die Hochwassersicherheit erhöht werden. (Bild: PD)

(pd) Der Werdenberger Binnenkanal ist über 130 Jahre alt und muss saniert werden. Um das Gewässer nachhaltig zu entwickeln, wurde über die ganze Länge von 19 Kilometern ein Gewässerentwicklungskonzept erarbeitet. «Dieses dient uns als Grundlage für die zu treffenden Massnahmen», erklärt Beat Tinner, Präsident des Werdenberger Binnenkanal Unternehmens. Er ergänzt:

«Der Binnenkanal darf nicht zu einem Flickwerk verkommen. Deshalb haben wir bewusst ein Gesamtkonzept erarbeitet».

Die Projektidee des 3,2 Kilometer langen Teilabschnitts zwischen dem Gebiet Herbrig und Schluch wurde kürzlich an einer Informationsveranstaltung den betroffenen Grundeigentümern in Sennwald vorgestellt. Dabei handelt es sich nicht um ein fertig erarbeitetes Projekt, sondern erst um einen möglichen Lösungsansatz. «Mit der Erstinformation der Betroffenen wollen wir Inputs und allfällige Ängste abholen sowie Chancen erkennen, die wir in die Erarbeitung des Vorprojekts einfliessen lassen», sagt Beat Tinner.

Ein Hochwasser als grosse Gefahr

Die Gemeinde Sennwald hat bereits in einem frühen Stadium zu erkennen gegeben, dass sie der Renaturierung positiv gegenübersteht. Dies, nachdem ihr Hinweis aufgenommen wurde, dass sie auf keinen Fall auf die Grundwasserpumpwerke verzichten wird. Projektplaner Dominik Wäger erläuterte in seinen Ausführungen, dass der heutige Werdenberger Binnenkanal baulich, hydraulisch wie auch ökologisch starke Defizite aufweist.

Wie die Überschwemmungen der letzten Jahre im Industriegebiet in Sennwald zeigen, ist dringender Handlungsbedarf vorhanden. Zumal es sich in den Jahren 2016 sowie 2017 lediglich um Hochwasser-Ereignisse handelte, welche statistisch gesehen alle 20 Jahre eintreffen. Bei diesen betrug die Abflussmenge rund 100 Kubikmeter pro Sekunde. Bei einem Jahrhunderthochwasser rechnet man mit einer Abflussmenge von 120 Kubikmeter pro Sekunde. «Dann wäre die Wassertiefe an gewissen überfluteten Stellen im Industriegebiet anderthalb Meter», erklärt Wäger. Zum Vergleich: Die mittlere Abflussmenge beträgt im selben Bereich des Werdenberger Binnenkanals lediglich 6,9 Kubikmeter pro Sekunde.

Eine wertvolle ökologische Aufwertung

Heute ist der Binnenkanal ökologisch gesehen ein stark beeinträchtigtes Fliessgewässer, das im ganzen Abschnitt dieselbe Breite und dieselbe Böschungsstruktur aufweist. Hinzu kommt, dass die Gewässerraumbreite heute 25 Meter beträgt und nach eidgenössischen Vorgaben 72 Meter breit sein müsste. Dabei versichert Dominik Wäger: «Ziel ist es, dass wir möglichst wenig Kulturland benötigen, um die Wasserbau- und Gewässerschutzgesetzgebung zu erfüllen und die Hochwassersicherheit zu erreichen.» Erste Projektideen sind, dass die Böschungen abgeflacht werden, die Sohlenbreiten, Tiefen und Fliessgeschwindigkeiten unterschiedlich gestaltet werden und so die Gewässerdynamik gefördert wird. Zudem ist die Absenkung des linken Ufers geplant. Dies unter Miteinbezug der Geotoplandschaft.

Nicht nur Tiere und Pflanzen sollen von den Massnahmen profitieren, sondern auch der Mensch. Wäger versichert:

«Durch die Bepflanzung und das Zusammenspiel mit dem Wasser wird ein attraktiver Naherholungsraum erschaffen.»

Bis die Bagger auffahren, gibt es noch unzählige Detailarbeiten zu erledigen und Herausforderungen zu meistern. Die Planungszeit unter Einbezug der Grundeigentümer, Verbände und Interessensvertreter dürfte vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Die Bauphase danach ein Jahr. Als nächster Schritt wird ein Vorprojekt samt Gewässerraumplan erarbeitet.

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