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Sevelen: Viel Wissenswertes über «fliegende Flüsse», Waldbaden und wieder heimische Tiere

Eine Wanderung in Sevelen bot am Samstag bei bestem Wetter von Fachleuten anregende Informationen zu Jagd, Wald und Natur.
Heidy Beyeler
Man konnte das Fällen einer Fichte verfolgen und erfuhr zudem, warum sie weichen musste. (Bilder: Heidy Beyeler)

Man konnte das Fällen einer Fichte verfolgen und erfuhr zudem, warum sie weichen musste. (Bilder: Heidy Beyeler)

Der Einladung der Umwelt- und Naturschutzkommission Sevelen folgten rund 40 Personen. Die dreistündige Wanderung, inklusive Rast, war mit wertvollen Informationen gespickt.

Beim ersten Halt kam Wildhüter Silvan Eugster zu Wort. Es war spannend, als er über Wildschweine, Biber und Luchs berichtete. Alle drei Wildtierarten waren einst in Sevelen heimisch, starben aus und sind jetzt wieder hier. Biber und Luchs sind geschützte Tiere und dürfen deshalb nicht gejagt werden.

Biber gestalten sich einen vielfältigen Lebensraum

Beim Publikum stiess das Thema Wildschwein auf grosses Interesse, weil sich diese nachtaktiven Tiere gerne in Sevelen aufhalten – auch wenn man sie tagsüber kaum oder gar nicht sieht, weil sie sich im Dickicht des Waldes aufhalten.

In der Region Werdenberg wurde der erste Biber 2008 gesichtet. Inzwischen ist die Anzahl dieser Tiere zwischen Rebstein und Wartau schätzungsweise auf rund 40 Tiere angewachsen, wie der Wildhüter berichtete. «Diese Tiere gestalten sich einen unglaublich vielfältigen Lebensraum. Der Biber ist jedoch relativ genügsam und gestaltet sich sein Revier kreativ. Er trägt dabei zur wachsenden Biodiversität und somit für Lebensräume anderer Tiere bei, falls man ihn machen lässt.»

Die Waldpflege ist wichtig und anspruchsvoll

Nach den äusserst interessanten, aufschlussreichen Informationen von Silvan Wildtiere ging es weiter durch den Wald zum nächsten Posten.

Wildhüter Silvan Eugster konnte viel zu wieder heimisch gewordenen Tierarten sagen.

Wildhüter Silvan Eugster konnte viel zu wieder heimisch gewordenen Tierarten sagen.

Hier stand Revierförster Andreas Gerber bereit. Er erklärte, wie und warum ein bestimmter Baum zu fällen ist. Vor Ort erlebte die Wandergruppe, dass beim Fällen von Bäumen im dichten Wald Sorgfalt, Präzision und Konzentration eine wichtige Rolle spielen. Gerber wählte dazu eine Fichte, die er vor Publikum fällte. Sie stand einer wertvollen Eiche im Weg. Jetzt hat diese mehr Licht und kann besser gedeihen. Es war ein echtes Schauspiel, als die 30 bis 40 Meter hohe Ficht zwischen den anderen Bäumen zu Boden fiel.

Waldbaden wirkt ähnlich wie Antibiotika

Weiter ging es bergauf durch den Wald zur nächsten Info-Station. In ihrem Vortrag verschaffte Ursula Wunder, Präsidentin der Umwelt- und Naturschutzkommission, den interessierten Wanderern einen Überblick über den Nutzen und die Entwicklung der Wälder – weltweit.

Auch Ortsgemeindepräsident Peter Engler (Bildmitte) konnte auf der Wanderung Interessantes erfahren.

Auch Ortsgemeindepräsident Peter Engler (Bildmitte) konnte auf der Wanderung Interessantes erfahren.

Sie begann mit dem sogenannten Waldbaden. In der Tat geben neueste Forschungen Hinweise darauf, dass ein Aufenthalt in der Natur dem Herzen, dem Immunsystem, der Atmung und der Psyche gut tun. Insbesondere die duftenden Substanzen (Pytonzide = Abhalten von Schädlingen) der Bäume sollen ähnliche Effekte wie Antibiotika hervorrufen – aber auf natürliche Weise. So habe man festgestellt, dass sich der grösste Effekt beim Waldbaden nach 20 bis 30 Minuten einstellt. Das heisst, dass der Wald für Menschen seit diesen Erkenntnissen weiter an Bedeutung gewinnen könnte, nebst weiteren, bekannten Vorteilen. So dient der Wald als Rohstofflieferant, als Lebensraum für unzählige Organismen, als Schutz vor Erosion und Lawinen.

Wasser spendende Bäume haben grosse Bedeutung

Eine grosse Bedeutung hat der Wald auch für den Wasserhaushalt in der Natur, welcher durch die Waldbäume reguliert wird. Das geschieht, indem sie durch die Verdunstung tagsüber Wasser wieder an die Umwelt abgeben, das sie zuvor in ihren Blättern gespeichert haben.

Umweltkommissionspräsidentin Ursula Wunder wusste Interessantes über die wichtigen Funktionen des Waldes zu berichten.

Umweltkommissionspräsidentin Ursula Wunder wusste Interessantes über die wichtigen Funktionen des Waldes zu berichten.

Pro Tag bzw. Nacht gibt eine Fichte etwa 10 Liter, die Buche 30, die Eiche 40 und die Birke bei grosser Hitze sogar weit über 100 Liter Feuchtigkeit ab. «Man kann sich das vorstellen wie fliegende Flüsse», sagte Ursula Wunder. Sie betonte, «dass Wälder mit diesen Wasserdampfströmen einen entscheidenden Faktor darstellen, ob und wieviel es an bestimmten Orten der Welt regnet.»

Dem Wald viel Sorge tragen

Insgesamt wurde auf dieser lohnenswerten Wanderung deutlich: Es gilt, dem Wald Sorge zu tragen. Forstexperten raten heute schon zu genetischer Vielfalt im Wald.

Immer wichtiger werden jene Baumarten, die imstande sind, der wohl weiter zunehmenden Trockenheit die Stirn zu bieten.

Profunde Informationen erhalten

Die drei Stunden unterwegs mit der Umwelt- und Naturschutzkommission und den Experten sowie den profunden Informationen über Wald, Wild und Natur gingen im Flug vorbei. Die Wanderer kehrten zufrieden zurück ins Tal.

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