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Gaffer stören Verkehr bei Sevelen
- Sensationsgier kann bestraft werden

Am Mittwochnachmittag ereignete sich auf der A13 von Sevelen in Fahrtrichtung Sargans ein Unfall, der zu massiven Störungen in und um Buchs sowie Vaduz führte. Wegen Schaulustigen stockte der Verkehr auch auf der Gegenfahrbahn.
Am Mittwoch ist ein Anhänger, beladen mit einem Lieferwagen auf der A13 umgekippt. Auf der Gegenfahrbahn sorgten Gaffer für stockenden Verkehr. (Bild Kapo SG)

Am Mittwoch ist ein Anhänger, beladen mit einem Lieferwagen auf der A13 umgekippt. Auf der Gegenfahrbahn sorgten Gaffer für stockenden Verkehr. (Bild Kapo SG)

Am Mittwoch hat ein 54-Jähriger auf der Raststätte Rheintal seinen Anhänger mit einem Lieferwagen beladen. Als er danach mit seinem Auto und dem Anhänger wieder auf die Autobahn in Richtung Sevelen fuhr, geriet der Anhänger ins Schlingern, schreibt die Kantonspolizei in einer Mitteilung. Trotz eines eingeleiteten Bremsmanövers kippte der Anhänger um. Es entstand langer Rückstau, weshalb die Einfahrt Buchs kurzzeitig gesperrt werden musste. An den Fahrzeugen entstand Sachschaden von über zehntausend Franken.

Gaffer sind nichts Neues, sondern üblich

Laut verschiedenen Aussagen sollen auf der Gegenfahrbahn der Unfallstelle Schaulustige für stockenden Verkehr gesorgt haben. «Ja, diese Aussage können wir bestätigen. Dieses Phänomen ist nicht neu und leider fast schon üblich bei grösseren Unfällen auf der Autobahn», erklärt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Das «Gaffen» an und für sich stelle keine strafbare Handlung dar. Es führe einfach zur Störung des Verkehrsflusses, so Schneider. Erdulden müssen das dann die anderen Verkehrsteilnehmer. Strafbar werde es erst, wenn beispielsweise ein Autofahrer oder eine Autofahrerin mit einem Smartphone während der Fahrt ein Foto oder ein Video macht. «Wenn wir jemanden erwischen, der während der Fahrt sein Smartphone bedient, dann bringen wir diese Person bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige. Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann in jedem Fall individuell, wie hoch die Busse ausfällt», erklärt Schneider. Parallel dazu bekomme das Strassenverkehrsamt eine Kopie der Anzeige und entscheidet über allfällige Massnahmen, wie zum Beispiel eine Ausweisabnahme.

«Kommen Gaffer zu Fuss an eine Unfallstelle und behindern dabei die Einsatzkräfte, dann haben wir die Möglichkeit die Personen wegzuweisen. Wenn sie sich nicht daran halten, können wir diese Personen entsprechend anzeigen», erläutert der Mediensprecher. Das Zuschauen aus einiger Entfernung ohne Behinderung der Einsatzkräfte sei wiederum nicht strafbar und höchstens pietätlos.

Zunahme von fahrenden Leserreportern

Wie viele Fälle letztes Jahr in St.Gallen zur Anzeige gebracht wurden, kann Schneider nicht beziffern: «Es handelt sich hierbei um eine Strassenverkehrsgesetz-Übertretung, die täglich dutzendfach rapportiert wird. Ich sehe aus den Zahlen heraus nicht, welche Fälle im Zusammenhang mit Gaffern bei einem Verkehrsunfall geschehen.» Er könne jedoch sagen, dass das Phänomen von sogenannten «fahrenden Leserreportern» tendenziell zunehmend mit der immer grösseren Verbreitung von Smartphones ist. Für Personen die gerne den rasenden Reporter spielen, müssen sich bewusst sein, dass das Fotografieren oder Filmen einer Unfallstelle nicht nur strafrechtlich verfolgt wird, sondern unter Umständen das Persönlichkeitsrechte von auf den Bildern oder Videos festgehaltenen Personen verletzt werden kann. «Bei entsprechender Anzeige der Betroffenen muss der Ersteller von solchen Bilddaten mit zusätzlichen rechtlichen Konsequenzen rechnen», erläutert Schneider. (nb)

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