Sennwald
Endlich wieder Musik live erleben: In der Kirche Sennwald spielte ein Trio

Das Trio, Renate Wehinger, Sandra Schmid und Alfred Achberger, spielte in der Kirche Sennwald ein klangintensives und geistreiches Konzert.

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Die Musik des Trios berührte die Zuhörenden.

Die Musik des Trios berührte die Zuhörenden.

Bild: PD

(pd) Am vergangenen Samstag konnte endlich eine Fortsetzung der Konzerte von KISSS (Konzert, Kunst, Kultur, Kirche in Sennwald-Salez-Sax) in der reformierten Kirche Sennwald stattfinden. Nach einer speziellen Zeit, ohne Konzertangebote, wurde mit einem aussergewöhnlichen, klangintensiven und geistreichen Konzert die postpandemische Musikepoche eingeläutet.

Renate Wehinger (Flöten), Sandra Schmid (Klarinetten) und Alfred Achberger (Marimba und Perkussion) interpretierten Werke von Köchlin, Ignatowicz, Engl, Watters und Wehinger. Eine einstimmende Improvisation leitete über in die Musik der meist noch lebenden Komponisten. Am Ende waren Musiker wie Zuhörer berührt von einem facettenreichen und sphärischen Klangerlebnis. Wie wunderbar, Musik wieder live erleben zu können!

Mit Leidenschaft und Virtuosität

Die drei Musiker haben die Dramaturgie wohl durchdacht: Auf die freie Improvisation, welche auf die Zuhörenden magisch wirkte und die Klangmöglichkeiten der Instrumente in Interaktion mit dem Kirchenraum zeigte, folgte die Sonatine Modale für Flöte und A-Klarinette von Charles Köchlin. Ein an die Multitonalität der Jahrhundertwende erinnerndes Stück, welches gut erarbeitet daherkam. Nach diesem Holzbläserduo übernahm Alfred Achberger das Zepter – bzw. die Schlägel – und interpretierte die Toccata für Marimba von Anna Ignatowicz mit grosser Leidenschaft und hoher Virtuosität. Das Stück widmete die Komponistin ihrem Vater, dessen Leben sich darin spiegelt. Achberger verstand es, die verschiedenen Charakter­züge musikalisch heraustreten zu lassen, und gab dem Zuhörer die Möglichkeit, sich in ein fremdes Leben einzufühlen.

In grossem Kontrast zu diesem klangvollen Werk stand das darauffolgende Solostück «Wing Beats Of The Butterfly» für Klarinette und Recording. Diese eher mystisch und spirituell anmutende Musik wurde vom Tiroler Komponisten Peter Engl geschrieben. Sandra Schmid tauchte mit ihrem weichen Klang in die Welt des Schmetterlings ein und liess ihn durch den Kirchenraum schweben.

Die Musik nahm das Publikum mit

Das Duo Dual Excursions für Flöte und Marimba von Mark Watters nahm das Publikum dann mit auf einen Spaziergang. Raus aus der Kirche, hinein in die Grossstadt, hinein ins Gewirr, über Promenaden und durch Parkanlagen. Die beiden Musiker boten ein Zusammenspiel auf höchstem Niveau und man spürte die jahrelange musikalische Zusammenarbeit.

Zum Abschluss des Abends stand das Werk auf dem Programm, welches namensgebend für das Ensemble ist: Trio#1, komponiert vom Vorarlberger Komponisten Günter Wehinger. Dieses Stück wurde ursprünglich als Duo geschrieben und später durch den Komponisten als Trio mit Bassklarinette bearbeitet. Die Kombination der drei Instrumente ist eher ungewöhnlich, doch ermöglicht sie eine sehr spannende und breite Klangsprache: Flirrende Bambusklänge der Flöte, zuweilen unterlegt von einer Marimba-Klangfläche, im Wechsel mit rhythmischen Akzenten der Bassklarinette liessen die Zuhörer noch einmal in eine neue Welt eintauchen.

Das Trio hat auch bei diesem abschliessenden Werk im Zusammenspiel wie auch in solistischen Funktionen seine hoch professionelle Arbeit bewiesen. Das Publikum verdankte die grossartige Darbietung mit einem intensiven Applaus.