Seit zwei Wochen sind Bars in Buchs wieder offen: «Gäste freuen sich, wieder Leute zu treffen» +++ Berghaus Malbun bleibt trotz Lockerungen geschlossen

Die einen Betreiber von Bars und Restaurants sind ziemlich zufrieden mit dem durch Coronamassnahmen eingeschränkten Betrieb, andere bezeichnen ihn als «sehr schleppend». Während viele Gastrobetriebe seit knapp zwei Wochen wieder offen sind, bleibt das Berghaus Malbun am Buchserberg «bis auf weiteres» geschlossen und die Ortsgemeinde Buchs sucht einen neuen Pächter. 

Corinne Hanselmann
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Remo Sturzenegger, Geschäftsführer der Bar Guarany, freut sich, dass wieder Gäste kommen.

Remo Sturzenegger, Geschäftsführer der Bar Guarany, freut sich, dass wieder Gäste kommen. 

Corinne Hanselmann

Seit knapp zwei Wochen dürfen Gastrobetriebe wieder öffnen, wenn auch unter strengen Abstands- und Hygienemassnahmen. So müssen die Gäste beispielsweise zwingend sitzen und die Tische müssen genügend Abstand zueinander haben, weshalb in vielen Restaurants weniger Plätze als sonst verfügbar sind.

Doch auch die verfügbaren Sitzplätze werden nicht überall genutzt. «Es läuft sehr schleppend», sagt etwa Andreas Müller vom Hotel-Restaurant Buchserhof. Offenbar seien bei den Leuten noch gewisse Ängste da, wieder in Restaurants essen zu gehen. Zudem fehlen auch Einnahmen, weil Feiern und Seminare, für die sonst gerne die Räumlichkeiten des «Buchserhof» genutzt werden, nicht stattfinden.

«Die Leute freuen sich, wieder einmal auszugehen»

Einiges positiver klingt es bei Remo Sturzenegger, Geschäftsführer der Bar Guarany in Buchs. Sein Fazit nach knapp zwei Wochen Betrieb: «Es ist schön, dass schon seit dem ersten Tag der Wiedereröffnung wieder Gäste ins Guarany kommen. Man spürt, dass sie sich sehr freuen, wieder einmal auszugehen und Leute zu treffen», sagt er.

An der Bar wurden Plexiglaswände installiert.

An der Bar wurden Plexiglaswände installiert.

Natürlich sei weniger los als vor Corona, auch wegen des beschränkten Platzangebots. Um die Regeln einzuhalten, mussten im Innenbereich des «Guarany» sechs Tische entfernt werden. Weiter wurden teilweise Trennwände aus durchsichtigen Vorhängen und an der Bar Plexiglaswände angebracht. Im Aussenbereich habe man kaum etwas ändern müssen, sagt Sturzenegger. Nur die Stehtische wurden entfernt.

Im Aussenbereich musste beim «Guarany »nur wenig verändert werden.

Im Aussenbereich musste beim «Guarany »nur wenig verändert werden.

Plätze im Innern voll besetzt

In der ersten Woche nach der Wiedereröffnung war das Wetter eher kalt. Die Sitzplätze im Innern waren deshalb oft voll besetzt. «Es reservieren mehr Leute als sonst im Voraus», sagt der Geschäftsführer. «Die Gäste wissen, dass das Platzangebot derzeit beschränkt ist, und sichern sich so einen Platz.»

Nur selten wollen Gäste die Personalien hinterlassen

Nicht nur für die Gäste, auch für das Personal läufts im «Guarany» derzeit etwas anders als sonst. «Sie müssen den Abstand zu den Gästen wahren und Tische, Stühle wie auch Getränkekarten desinfizieren, wenn die Gäste gegangen sind. Zudem machen wir die Gäste darauf aufmerksam, dass sie ihre Personalien hinterlassen können, damit man sie kontaktieren könnte im Falle eines Coronafalls. Das wird aber nur sehr wenig genutzt.» Auch im «Guarany» gilt die Regel «Nur wer sitzt, wird bedient».

«Das wird grundsätzlich sehr gut eingehalten, wir müssen nur selten jemanden ermahnen.»

Derzeit keine Happy Hour

Normalerweise gibt es donnerstags im «Guarany» eine Happy Hour, die extrem viele Gäste anlockt. Sie ist deshalb derzeit ausgesetzt. Remo Sturzenegger hofft nun weiterhin auf schönes Wetter, damit Gäste auch im Aussenbereich, wo die Coronamassnahmen kaum bemerkbar sind, Platz nehmen und die Zeit im «Guarany» geniessen können.

Mit durchsichtigien Vorhängen werden die Gäste in der Bar Guarany geschützt.

Mit durchsichtigien Vorhängen werden die Gäste in der Bar Guarany geschützt.

Berghaus derzeit geschlossen – neuer Pächter gesucht

Während die meisten Gastrobetriebe seit knapp zwei Wochen wieder offen sind, bleiben andere geschlossen, so zum Beispiel das Berghaus Malbun am Buchserberg. «Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Mit dem möglichen Sitzplatz-/Auslastungsangebot können wir das Berghaus momentan nicht betriebswirtschaftlich betreiben», schreibt das Team des Berghauses Malbun auf der Webseite. «Wir würden, wenn wir alles durchrechnen, jetzt noch mehr oben drauflegen, als wir in den letzten zwei Monaten seit dem Lockdown verloren haben, und das Loch in der Kasse nur noch grösser machen», heisst es weiter. Das Berghaus bleibe bis auf weiteres geschlossen.

Gegenüber dem W&O gab der Pächter Stephan Pagnoncini, der das Berghaus seit Dezember 2018 führt, keine Auskunft.

Wann das Berghaus Malbun wieder öffnet, ist derzeit fraglich.

Wann das Berghaus Malbun wieder öffnet, ist derzeit fraglich. 

PD

Ortsgemeinde erhielt Rückmeldungen von Gästen

Verpachtet wird das Berghaus Malbun von der Ortsgemeinde Buchs. Wie von deren Präsident, Heini Senn, zu erfahren ist, hat die Ortsgemeinde Buchs das Pachtverhältnis mit Stephan Pagnoncini per Ende Oktober 2020 aufgelöst. Mit den Einschränkungen aufgrund des Coronavirus habe dies aber nichts zu tun, so Heini Senn, «sondern mit Rückmeldungen von Gästen aus der Region».

Zudem habe das veränderte Konzept des Pächters, beispielsweise mit Öffnungszeiten nur noch bis 18 Uhr, oder dass Hotelgäste bis 20 Uhr gegessen haben müssen, nicht den Vorstellungen der Ortsgemeinde entsprochen. Dies habe man dem Pächter auch mitgeteilt, geändert habe sich aber nichts.

«Setzen alles daran, dass bald wieder geöffnet wird»

Dennoch kam die Ortsgemeinde dem Pächter in der Coronakrise entgegen: «Der Pachtzins für Hotel und Restaurant wurden dem Pächter auf Gesuch hin für die Monate April/Mai/Juni erlassen», so Senn. Ob der Betrieb unter dem Noch-Pächter überhaupt wieder öffnet, ist fraglich. Im Vertrag zwischen ihm und der Ortsgemeinde ist eigentlich definiert, wann «unter ‹normalen› Umständen» das Berghaus geöffnet sein muss, etwa an Feiertagen. Bei schönem Wetter sei es über Auffahrt und Pfingsten jeweils gut besucht, sagt Senn. Doch dieses Jahr wird daraus nichts, das Berghaus ist geschlossen.

«Die Ortsgemeinde wird alles daran setzen, dass das Berghaus so schnell als möglich wieder geöffnet wird», sagt Senn gegenüber dem W&O.

«Wir stehen mitten im Bewerbungsprozess für die Neuverpachtung.»

Im Juni sollen Gespräche mit zwei bis drei vielversprechenden Bewerbern stattfinden.