Seit Herbst 2019 geht es mit dem Auftragseingang und Umsatz der VAT auch
in Haag wieder deutlich aufwärts

Die VAT Gruppe hat im vergangenen Jahr den Marktanteil in einem schwierigen Umfeld weiter ausgebaut. Das zeigte sie am Dienstag bei der Präsentation des Jahresergebnisses auf.

Thomas Schwizer
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Im vierten Quartal 2019 stiegen der Auftragseingang und der Nettoumsatz der VAT deutlich an.

Im vierten Quartal 2019 stiegen der Auftragseingang und der Nettoumsatz der VAT deutlich an. 

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Wie von der VAT Group bereits Mitte 2019 angekündigt, liegt der Nettoumsatz 2019 deutlich unter jenem des Vorjahres. Mit 570 Millionen Franken betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahr 18 Prozent.

Besonders im vierten Quartal 2019 zeigte sich aber, dass die seit Mitte 2018 stark rückläufige Marktentwicklung wieder deutlich zulegte. So stieg seit Herbst der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 31%, der Nettoumsatz um 15%. Im Vergleich zum vierten Quartal 2018 lag der Eingang um 20% und der Umsatz um 24% höher. Das teilte die Gruppe am Dienstag mit.

Die konjunkturelle Talsohle durchschritten

Die Marktnachfrage in der Halbleiter- und Displayindustrie hat 2018, nach zuvor zwei starken Wachstumsjahren, deutlich nachgelassen. Die Kundschaft hatte nach hohen Investitionen in neue Kapazitäten mit weiteren Grossinvestitionen zugewartet.

Zum Kundenkreis der VAT Group zählen Unternehmen aus der Halbleiter- und Medizinalindustrie, Produzenten von Flachbildschirmen und Fotovoltaikpanels wie Forschungsabteilungen von Industrieunternehmen.

Den Marktanteil der VAT auf über 50 % ausgebaut

Im zweiten Halbjahr 2019 und insbesondere im vierten Quartal hat sich das Blatt gewendet. Die Investitionen, vor allem in der Halbleiterindustrie, sind wieder gestiegen.

Die VAT hat 2019 ihren Marktanteil über alle Industrien gesehen auf 50% ausgebaut, wie sie gestern feststellte. Sie hat mit mehr als 30 Millionen satte 6% des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.

Auch personell wird wieder hochgefahren

Entsprechend der schwachen Marktnachfrage hat die VAT im Jahr 2018 den Mitarbeiterbestand angepasst. Mit der im zweiten Halbjahr 2019 einsetzenden Erholung hat die Gruppe weltweit den Bestand wieder um 100 auf 1800 erhöht. In Haag stieg die Mitarbeiterzahl bis Ende 2019 gegenüber dem Vorjahr um 50 auf 1050 an.

Sprecher Michel Gerber betont:

«Der Stammsitz in Haag bleibt der wichtigste Standort der VAT.»

Hier sind rund 60% der totalen Produktionskapazität vorhanden, in Malaysia rund 30, in Rumänien rund 10%.

Rohmaterial: Abhängigkeit von China ist gering

Die Lager an Rohmaterialien sind vom Corona-Virus noch wenig betroffen, die Lage werde aber genau beobachtet. Die Abhängigkeit von China sei aber recht klein, einzig im Werk in Malaysia sei man auf geringe Lieferungen aus China angewiesen.

Die börsenkotierte VAT Group AG ist in der Produktion und im weltweiten Vertrieb von Vakuumventilen, Mehrventilmodulen und Metallbälgen tätig. Ergänzend bietet die VAT umfassende Servicedienstleistungen wie 24-Stunden-Service, Schulungen, Gerätereparatur und Überholung, Ventil-Upgrade wie auch Ersatzteile und die Bereitstellung von VAT-Originalteilen und Verbrauchsmaterialien an.

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VAT fährt Forschung und Entwicklung hoch

Die VAT hat am Donnerstag ihr Ergebnis für die ersten neun Monate 2018 bekannt gegeben. Die Nachfrage hat sich verlangsamt, vor allem auf Grund von Verzögerungen bei Halbleiterprojekten im Bereich Speicherchips. Weil die VAT für 2019 wieder steigende Investitionen auf dem Markt erwartet, hat sie die Investitionen in Forschung und Entwicklung verstärkt.
Thomas Schwizer