Schwingen
Starke Gäste am NOS: Ostschweizer sind gefordert

Die hochkarätige Vertretung der Gästeschwinger verspricht Spannung am Schwingfest des Nordostschweizer Schwingerverbands (NOS) in Mels.

Emil Bürer
Drucken
Teilen
Strebt seinen ersten NOS-Kranz an: Der Wartauer Kjetil Fausch (vorne) befördert den Thurgauer Niklas Blaser ins Sägemehl.

Strebt seinen ersten NOS-Kranz an: Der Wartauer Kjetil Fausch (vorne) befördert den Thurgauer Niklas Blaser ins Sägemehl.

PD

Mels ist nach 1953, 1977 und 1998 bereits zum vierten Mal Austragungsort des Schwingfests des Nordostschweizer Schwingerverbands (NOS). Nach zweimaliger Verschiebung ist es am 12. September nun so weit. Die Meldeliste umfasst 158 Schwinger, davon je zwei Gäste aus den anderen vier Teilverbänden Bern, Innerschweiz, Nordwest- und Südwestschweiz.

Die Ostschweizer Kantone sind vertreten durch Schwinger aus Appenzell (29), Glarus (8), Graubünden (14), Schaffhausen (5), St. Gallen (41), Thurgau (27) und Zürich (26). Die Besetzung mit insgesamt 19 Eidgenossen verspricht attraktive Gänge und Hochspannung bis zum Schluss. Im Kampf um die begehrten NOS-Kränze und den traditionellen Siegerpreis, Muni Blooming, werden auch die illustren Gästeschwinger ein Wörtchen mitreden wollen.

Gästeschwinger mit bekannten Namen

Die Berner entsenden mit den beiden Eidgenossen Matthias Aeschbacher und Bernhard Kämpf zwei bewährte Mannen. Auch die Innerschweizer schicken mit Benji von Ah und Mike Müllestein zwei ihrer stärksten Mannen. Die Nordwestschweizer delegieren mit Nick Alpiger und Patrick Räbmatter ihre klar stärksten Aushängeschilder ans NOS. Ivan Mollet und Vincent Roch heissen die Vertreter der Romandie. Beides sind mehrfache Südwestschweizer Teilverbandskranzer und keineswegs zu unterschätzen.

Giger gehört zu den meistgenannten Favoriten

Das äusserst starke und ausgeglichene Thurgauer Team wird angeführt von Sämi Giger. Das Ausnahmetalent konnte diese Saison bereits sechs Kranzfestsiege feiern, darunter am Rigi- und zum vierten Mal am Schwägalp-Schwinget. Giger gehört zu den meistgenannten Favoriten und ist imstande, seinen NOS-Sieg von 2017 zu wiederholen. Mit Eidgenosse Domenic Schneider, Sieger am Zürcher und Glarner-Bündner Kantonalen, dessen Bruder Mario sowie den weiteren Eidgenossen Tobias Krähenbühl, Beni Notz und Oldie Stefan Burkhalter stehen weitere starke Stützen im Aufgebot der Thurgauer.

Mit einer ebenfalls starken und ausgeglichenen Mannschaft treten die Appenzeller an: Sie sind vertreten mit ihrem Eidgenossen-Trio Michael Bless, Martin Hersche und Raphael Zwyssig. Bei den Zürchern werden vor allem die beiden Eidgenosse Fabian Kindlimann und Samir Leuppi (Sieger am Bündner-Glarner) am ehesten imstande sein, den Favoriten ein Bein zu stellen.

Die Bündner zählen vor allem auf ihren Maienfelder Eidgenossen Armon Orlik, aber auch Ursin Battaglia, Routinier Roman Hochholdiger und Sandro Schlegel sind im Kampf ums Eichenlaub keinesfalls zu unterschätzen. Die Glarner zählen vor allem auf ihren zweifachen Eidgenossen Roger Rychen und bei den Schaffhausern heisst das Aushängeschild Jeremy Vollenweider.

Zwei junge St. Galler stehen im Fokus

Der bald 19-jährige Werner Schlegel ist sicherlich der Aufsteiger der Saison. Wer ihn bei seinen Siegen am Appenzeller und am Thurgauer Kantonalen (1b) oder bei seinem Ehrenplatz am Rigi-Schwinget gesehen hat, der wird ihn auch in Mels auf der Rechnung haben.

Als Sensation wurde der Sieg am Weissenstein-Bergkranzfest durch den 21-jährigen Toggenburger Damian Ott bezeichnet. Doch damit nicht genug: Vergangenen Sonntag bezwang Ott am Bergschwinget am Schwarzsee Favorit Samuel Giger und feierte so seinen zweiten Kranzfestsieg.

Damian Ott lässt sich nach seinem Sieg am Schwarzsee Schwinget feiern.

Damian Ott lässt sich nach seinem Sieg am Schwarzsee Schwinget feiern.

Pascal Schönenberger

König Nöldi Forrer ist zwar gemeldet, aber aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs nur sehr schwer einzuschätzen. Daneben ist mit dem Rücktritt von Eidgenosse Dominik Oertig der Kreis der St. Galler Anwärter auf einen absoluten Spitzenplatz noch kleiner geworden. Am ehesten dazu imstande sind Lars Geisser vom Stadtverband und Tobias Riget vom Rapperswiler Verband.

Melser mit gedämpften Hoffnungen

Die gastgebenden Aktiven des Schwingklubs Mels stiegen auch schon mit grösseren Erwartungen ins Sägemehl. NOS-Kranzer Edi Bernold ist ein weiterer Kranzgewinn zuzutrauen. Für Marco Good – durchaus ebenfalls mit Chancen – wäre es das mehr als nur verdiente erste NOS-Eichenlaub, und dies erst noch vor der Haustüre.

Das Gleiche gilt für die drei Kranzer Reto Schlegel, Fabian Bärtsch und Kjetil Fausch, den Wartauer in Melser Diensten. Michael Bernold fehlt verletzungsbedingt schon seit längerer Zeit und für den erst kürzlich verletzten Christian Bernold kommt Ignaz Hobi zu seinem ersten Einsatz an einem NOS-Schwingfest.

Aktuelle Nachrichten