Schwingen
Ein Opfer von Corona: Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest wird erneut verschoben

Da bis Ende Februar ein ordentlicher Trainingsbetrieb nicht möglich ist, halten die Organisatoren des Verbandsschwingfests in Oberriet die Durchführung Ende März für unrealistisch. Es findet nun 2022 statt, jenes in Salez 2023.

Reto Voneschen
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Die lokalen Schwingfans müssen sich weiter gedulden: Das Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest wurde erneut um ein Jahr nach hinten verschoben. Austragungsort 2022 soll Oberriet sein, im Jahr darauf Salez.

Die lokalen Schwingfans müssen sich weiter gedulden: Das Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest wurde erneut um ein Jahr nach hinten verschoben. Austragungsort 2022 soll Oberriet sein, im Jahr darauf Salez.

Bild: Robert Kucera

Das Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest (ROSV) gilt in der Regel als erstes Stelldichein der Nordostschweizer Schwingergilde. Bereits im letzten Jahr musste das auf Ende März angesagte ROSV-Fest auf den 28. März 2021 verschoben werden. Doch auch in diesem Jahr ist die Durchführung nicht möglich. Dies teilten die Organisatoren am Dienstag mit. Bis mindestens Ende Februar ist ein ordentlicher Trainingsbetrieb auch bei den Schwingern nicht möglich. «Aus heutiger Sicht ist die Durchführung eines Schwingfestes am 28. März äusserst unrealistisch», so die Organisatoren.

Der Vorstand des Rheintal-Oberländer Schwingerverbandes und das lokale OK, bestehend aus dem Ringerclub Oberriet-Grabs, haben die Situation in den letzten Wochen laufend beurteilt und verschiedene Szenarien diskutiert. So wurde unter anderem auch über eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt in der Saison nachgedacht. «Aufgrund der randvollen Schwingeragenda mit drei eidgenössischen Anlässen im Jahr 2021 sind wir hiervon abgekommen», so die Organisatoren.

Nun wurde beschlossen, das Verbandsschwingfest neu auf den Sonntag, 3. April 2022 – Verschiebedatum 10. April 2022 – anzusetzen. Austragungsort bleiben die Sportanlagen Bildstöckli in Oberriet. In Absprache mit dem OK des Verbandsfestes 2022 in Salez wird jenes Fest auf 2023 eingeplant.

«Ältere sind eher pro St. Gallen»

Ein grosses Thema bei den lokalen Schwingern ist auch die Vergabe des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf) 2025. Am 6. März entscheiden die Delegierten und Ehrenmitglieder des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV), ob St. Gallen oder Glarus das «Eidgenössische» in vier Jahren ausrichten wird.

Paul Ackermann verhehlt nicht, dass im OK des NOS Befürworter beider Kandidaturen sitzen. «Das NOS-OK nimmt keine Stellung zur Esaf-Vergabe», sagt Ackermann auf Anfrage, «die Arbeit im OK wird dadurch auch nicht beeinträchtigt.» Der ehemalige Kranzschwinger vermutet einen engen Ausgang, auch weil die Abstimmung online erfolgt. «In den Vorjahren nahmen oft nur rund zwei Drittel der Ehrenmitglieder an der DV teil», so Ackermann, «nun dürfte diese Zahl höher sein.»

Ähnlich tönt es beim Schwingklub Mels, der sich praktisch im «Sandwich» der beiden Kandidaturen befindet. «Offiziell sind wir neutral in dieser Frage», sagt Präsident Reto Bleiker. Schon früh wurden die Melser auch vom Glarner OK angefragt, ob sie bei einem allfälligen «Eidgenössischen» auf dem Flugplatz Mollis mithelfen würden. Gleiches würden die Melser Schwinger auch in St. Gallen machen. Gespürt habe Bleiker, «dass die Älteren eher pro St. Gallen sind, die Jüngeren dafür eher für Glarus. Es liegt halt näher.» (rvo)

Grundsätzlich findet das NOS dieses Jahr statt

Bis Ende April wird das OK des Nordostschweizer Schwingfestes entscheiden, in welcher Form das Fest in Mels auf dem Siga-Areal im Sommer durchgeführt wird. Es droht den Melsern ein «Teil-Geisterfest».Es hätte bereits im letzten Jahr der grösste Sportanlass der Region werden sollen. Doch das Nordostschweizer Teilverbandsfest – kurz NOS – fiel wie so viele Sportanlässe pandemiebedingt ins Wasser respektive wurde um ein Jahr verschoben. Doch beim Schwingsport sieht es bis jetzt noch nicht «rosig» aus – auch Kraftsportarten sind für Erwachsene bis mindestens Ende Februar nicht erlaubt. Nicht einmal bei den Bösesten der Bösen. Da sich auch Stucki, Orlik & Co. als reine Amateure verstehen, erfüllen sie die Vorgaben für professionelle oder semi-professionelle Sportler des Bundesamtes für Sport nicht. Seit über einem Jahr wurde kein einziges Schwingfest abgehalten.

«Grundsätzlich soll das NOS in Mels dieses Jahr stattfinden», hält OK-Präsident Paul Ackermann fest, «vorausgesetzt, die epidemiologische Lage lässt es zu.» Die Frage ist: Sind Zuschauer erlaubt? Bis Ende April will das OK entscheiden, in welcher Grösse die Tribünen am 26. und 27. Juni auf dem Siga-Areal aufgebaut werden sollen. Die Hoffnung ist gross, dass – mit Schutzkonzepten – die Tribünen wenigstens zu einem Teil gefüllt werden können.