Schweizer Motocross-Meister Lyonel Reichl bereitet sich auf den Wechsel in die
125ccm-Klasse vor

Der 14-jährige Frümsner führt die Schweizer Meisterschaft erneut an. Neben der Mission Titelverteidigung in der 85ccm-Kategorie absolviert er bereits Trainings mit einer 125ccm-Maschine.

Günther Büchel
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Der 14-Jährige bereitet sich mit seinem Team darauf vor, in der nächsten Saison in der 125ccm-Kategorie zu starten.

Der 14-Jährige bereitet sich mit seinem Team darauf vor, in der nächsten Saison in der 125ccm-Kategorie zu starten.

Bild: Günther Büchel

Trotz schwieriger Voraussetzungen gelang dem Frümsner Lyonel Reichl, Nachwuchstalent des Motocross Club Triesen (MCCT), ein überzeugender Einstieg in die neue Saison. Bereits führt der Schweizer Meister des letzten Jahres das Klassement in der Kategorie 85ccm unangefochten an.

Im Hinblick auf die kommende Saison planen sein Team und er bereits den Einstieg in die 125ccm-Klasse.

Unfall stellte die Jahresplanung auf den Kopf

Die Saisonvorbereitung begann jedoch nicht sehr vielversprechend für Lyonel Reichl. Gleich nach Weihnachten brach sich der Nachwuchsfahrer bei einem Trainingssturz auf Sardinien das Schien- und Wadenbein – und so kippte die komplette Jahresplanung.

Nach Abschluss der letzten Saison stiess im letzten Oktober mit Rene Ender ein neuer Trainer zum Team, der vor allem im Kraft- und Konditionsbereich mit dem 14-jährigen Schüler arbeitete. Auch er musste sich wegen der Verletzung seines Schützlings neu ausrichten.

Fahrtrainings waren bis März nicht möglich, und die Coronakrise kam ebenfalls sehr ungelegen.

Ersten Härtetest in Tschechien bestanden

Bei den tschechischen Meisterschaften in Kaplice wagte Lyonel Reichl im Juli einen ersten Härtetest nach seiner Verletzung im Juli. Bei extremen Verhältnissen mit viel Regen und Schlamm verpasste er das Podest als Vierter denkbar knapp. Der zweite Lauf wurde dann auf Grund der widrigen Umstände abgesagt.

Es zeigte sich aber, dass Reichl den hohen Belastungen standhalten und in sehr guter körperlicher Verfassung in die Schweizer Meisterschaft starten kann. Hier gelang dem Schüler aus Frümsen, der die beiden ersten Wertungsrennen um die Schweizer Meisterschaft (FMS) mit seiner Kalberer-Husqvarna TC85 klar für sich entscheiden konnte, ein Auftakt nach Mass.

In Sézegnin (Genf) und im norditalienischen Ceriano Laghetto, wo diese ersten beiden Wertungsläufe stattfanden, siegte Lyonel Reichl in allen Läufen jeweils mit Start-Ziel-Sieg und deutlichem Vorsprung. Einzig am vergangenen Wochenende gelang ihm in Beggingen (Schaffhausen) kein Vollerfolg. Nachdem er den ersten Lauf noch klar dominiert hatte, stürzte Reichl im zweiten Durchgang mehrmals und wurde im Feld bis auf Position 18 durchgereicht.

Fulminante Aufholjagd nach mehreren Stürzen

«In dieser Phase des Rennes war Lyonel etwas zu ungeduldig und wollte nach dem ersten Sturz gleich wieder angreifen, was aber zu weiteren Stürzen führte», sagt Vater und Teamchef Peter Reichl. Ansonsten war er mit den gezeigten Leistungen sehr zufrieden.

Nachdem Lyonel Reichl nämlich seinen Rennrhythmus wieder gefunden hatte, startete er eine fulminante Aufholjagd und sicherte sich in der letzten Kurve noch den vierten Platz, was ihm letztlich noch den 2. Rang in der Tageswertung samt schnellster Rennrunde einbrachte. Tagessieger wurde der Franzose Eliot Vidalenc auf seiner KTM.

Vorbereitungen auf 125ccm-Klasse stehen an

Das Team um Lyonel Reichl arbeitet bereits auf die nächste Saison hin. So wurde er unlängst vom Team und seinem Mechaniker Patrick Kalberer mit einer neuen Maschine, einer Kalberer-Hasqvarna TC125, überrascht.

Denn ein Wechsel in die nächst höhere 125ccm-Kategorie muss auf Grund der gezeigten Leistungen die logische Konsequenz sein. Da die Europameisterschaften dieses Jahr abgesagt wurden, absolviert Reichl seine Trainings jetzt hauptsächlich auf dem neuen Motorrad.

Für die nächsten Rennen im Rahmen der Schweizer Meisterschaft wird er aber wieder auf seine 85-er Maschine umsteigen müssen, denn die Mission lautet hier Titelverteidigung. (bugu)

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