Ein Schweizer auf Magellans Spuren: Lesung mit dem Grabser Autor Peter Wittich

Im Rahmen der Hauptversammlung der Grabser Biblio Sunneschy stellte Peter Wittich, Grabserberg, sein neues Buch vor.

Hanspeter Thurnherr
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Peter Wittich erzählte von seinen Erlebnissen und Begegnungen auf den Weltmeeren.

Peter Wittich erzählte von seinen Erlebnissen und Begegnungen auf den Weltmeeren.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Der in Gottlieben am Rhein aufgewachsene und heute in der Wüesti am Grabserberg wohnende Autor war früh von Schiffen und Matrosen und vom Wasser fasziniert. Peter Wittich erzählt:

«Und dann tauchte Magellan irgendwann in meiner phantasieerfüllten Welt auf.»

Seemann wurde er nicht. Vielmehr entdeckte der gelernte Maschinenzeichner die Berge, bestieg unter anderem den Mont Blanc, den Kilimandscharo und in Borneo den Mount Kinalabu. Als die Erdölindustrie Vermesser in Nigeria suchte, wachte der alte Drang in die Ferne wieder auf. Es ging um Positionierung von Bohrinseln und Navigation von Vermessungsschiffen.

Denkwürdige Such- und Forschungsreise

Später wurde Wittich die Verantwortung für die Abteilung Seevermessung anvertraut. Nach Nigeria folgten weitere Stationen, unter anderem auf Borneo, in Malaysia, Singapur, im Mississippi-Delta, Holland, auf den Falklandinseln. Eine denkwürdige Such- und Forschungsreise, die er in seinem neuen Buch ausführlich schildert, führte ihn schliesslich nach Feuerland, Patagonien und zur Magellanstrasse an der Südspitze Südamerikas – die Erfüllung eines Traumes. Nicht verwunderlich heisst der Titel des Buches «Auf Magellans Spuren».

Die harte Arbeit auf den rauhen Weltmeeren brachte nebst zahlreichen persönlichen Erlebnissen auch viele Begegnungen mit anderen Weltenbummlern, deren Geschichten ins Buch einfliessen. Etwa jene vom emeritierten Professor, der statt einer Seniorenresidenz eine Jacht kaufte und mit seiner Frau um die Welt segelte. Oder von jenem Schweizer Weltumsegler, den er beim ersten Telefongespräch nicht verstand und ihn bat, englisch zu reden. «Verstehen Sie denn kein Schweizerdeutsch mehr?» kam die Antwort.

Zweites Buch nach «Stöbern im Zettelkasten»

Es stellte sich heraus, dass dessen Frau Holländerin war und er meistens diese Sprache anwendete. Zudem mischte sich sein Schweizer Dialekt auch noch mit Englisch und Africaans. Ein Jahr später starb dieser noch junge Seefahrer an einem Hirnschlag mitten auf der Südsee, fernab von jeder Hilfe.

Ausschnittsweise liess Wittich die HV-Besucher an diesen Geschichten und seinen Erlebnissen teilnehmen. Obwohl er bereits 2016 ein erstes Buch «Stöbern im Zettelkasten» veröffentlichte, war die Lesung in der Biblio Sunneschy für ihn eine Premiere.

Verlust von «privat »gedeckt

In der anschliessenden Hauptversammlung der Biblio Sunneschy wurden der Jahresbericht, die Rechnung 19/20, das Budget 20/21 samt Erhöhung des Mitgliederbeitrages von 20 auf 30 Franken diskussionslos genehmigt.

Die Rechnung schliesst bei Einnahmen von gut 3000 Franken und Ausgaben von gut 10 000 Franken mit einem Verlust von 7000 Franken, die aber erneut «privat» gedeckt wurden. So steht der Verein schuldenfrei da. Grosse Veränderungen prägten das abgelaufene Jahr, wie Präsidentin Heidi Gantenbein sagte. So nannte sie die «Züglete» von der Vorderdorfstrasse an die Marktstrasse 1 im Grabser Dorfzentrum, die Neugestaltung des Bücherwagens, die neu gestaltete Website.

Dazu kamen ein Bücher-Take-Away-Angebot während der Lockdown-Zeit. Dies alles sei möglich geworden dank vieler Helfenden, Sponsoren und Gönnern.