Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Schulpsychologischer Dienst in Sargans berät beim Asperger-Syndrom

In der Serie zum 80-Jahr-Jubiläum des Schulpsychologischen Dienstes des Kantons St.Gallen geht es heute als Beispiel für die vielen verschiedenen Handlungsfelder und Problemstellungen um das Asperger-Syndrom.
Denise Alig
Szene aus dem Film: Das vom Schulpsychologischen Dienst des Kantons St. Gallen realisierte Testimonial zeigt an einem konkreten Beispiel, wie sich die Beratung eines vom Asperger-Syndrom betroffenen Kindes und seines Umfeldes gestaltet. (Bild: PD)

Szene aus dem Film: Das vom Schulpsychologischen Dienst des Kantons St. Gallen realisierte Testimonial zeigt an einem konkreten Beispiel, wie sich die Beratung eines vom Asperger-Syndrom betroffenen Kindes und seines Umfeldes gestaltet. (Bild: PD)

Die 16-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg aus Schweden ist das Vorbild unzähliger junger Menschen in aller Welt. Wenn sie an Demos mit deutlichen Worten für effiziente und rasche Massnahmen gegen den Klimawandel plädiert und aus Sorge um die Zukunft des Planeten zum Beispiel spontan nach Davos ans WEF reist, erhalten unweigerlich auch die Menschen, die vom Asperger-Syndrom betroffen sind, ein Gesicht und eine Stimme. Denn auch Thunberg ist seit einiger Zeit mit der Diagnose Asperger-Syndrom konfrontiert.

Getroffen hat es auch Laura

Das Asperger-Syndrom ist eine Erscheinungsform im Rahmen einer Autismus-Spektrum-Störung. «Anders als beim frühkindlichen Autismus sind die Betroffenen nicht minder intelligent als gesunde Menschen, die Defizite von Asperger-Patienten sind oft emotionaler und sozialer Natur», sagt Elsbeth Freitag, Leiterin der Regionalstelle Sargans des Schulpsychologischen Dienstes (SPD) des Kantons St. Gallen.

Vom Asperger-Syndrom betroffen ist auch die heute 14-jährige, im Kanton St. Gallen wohnhafte Laura X. Sie und ihre Eltern hatten sich vor fünf Jahren bereit erklärt, bei einem Filmprojekt des Schulpsychologischen Dienstes des Kantons St. Gallen über typische, in der Praxis häufig auftretende Fälle mitzuwirken.

«Sie hat nur noch geschrien»

«Auffälligkeiten hat es – im Nachhinein betrachtet – immer gegeben von der Geburt weg», sagt Lauras Vater im Film. «Offenkundig wurde ihre Auffälligkeit dann, als sie in die Schule ging.» Als Laura in die erste Klasse gegangen sei, sei sie nach der Schule nach Hause gekommen und habe nur geschrien, ergänzt ihre Mutter im Film.

«Sie hat getobt, nicht mehr gelacht, teilweise nicht mehr gegessen und die Hausaufgaben verweigert.»

Aufgrund von Lauras aussergewöhnlichem Verhalten machten sich ihre Eltern auf die Suche nach einer geeigneten Psychotherapeutin. Zufällig fanden sie eine Kinderpsychiaterin, die auch Spezialistin für Kinder mit Autismus ist. «Sie konnte rasch Klarheit schaffen», erzählt Lauras Mutter weiter. Oder anders gesagt: Bei Laura wurde das Asperger-Syndrom diagnostiziert.

Seitens des SPD St. Gallen zeichnete Mirella Beltracchi, Schulpsychologin und Regionalstellenleiterin Rapperswil-Jona, für Laura verantwortlich.

«Nach einem Gespräch mit Laura, den Eltern und der Kinderpsychiaterin und aufgrund von Auskünften ihrer Lehrpersonen gelangten wir zur Ansicht, dass es auch ohne Sonderschule funktionieren könnte»

sagt Beltracchi im Film.

Zusammenarbeit ist das Zauberwort

«Wir haben dann zusammen mit den Lehrpersonen einen zweiten runden Tisch gemacht.» Dabei habe man gemeinsam festgestellt, dass alle bereit seien, ein Setting aufzugleisen, bei dem Laura in der Regelklasse bleiben könne, berichtet die Schulpsychologin.

Die Integration von Laura in die Regelklasse gelang dank der Bereitschaft zur Zusammenarbeit aller erwähnten Beteiligten und der Arbeit einer schulischen Heilpädagogin. Die Grundvoraussetzungen waren, dass Laura die erste Klasse wiederholte und das Schulhaus wechselte.

Schwierigkeiten, Mimik, Wünsche und Vorstellungen von anderen zu erkennen

Im Film kommt in der Folge auch Christine Oelz zu Wort. Sie ist Schulpsychologin und Regionalstellenleiterin in Rebstein mit vertieften Kenntnissen zum Thema Autismus.

Sie sagt:

«Kinder mit Asperger-Syndrom sind in der Regel mit mindestens durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten ausgestattet und zeigen gute Schulleistungen.»

Grosse Schwierigkeiten hätten Betroffene allerdings in der sozialen Interaktion. «Es fällt ihnen schwer, Mimik, Wünsche und Vorstellungen von anderen zu erkennen», sagt die Expertin. «Sie haben in der Regel auch wenig Interesse an anderen.» Sie spielten lieber allein und in kleinen Gruppen, ergänzt sie.

Dass eine Vielfalt von Symptomen das Asperger-Syndrom ausmachen und wie sich Betroffene schützen können, wenn sie sich im Alltag zu vielen Reizen ausgesetzt fühlen, zeigt der weitere Verlauf des Films.

Die Filme des Schulpsychologischen Dienstes des Kantons St. Gallen sind abrufbar unter https://www.schulpsychologiesg. ch/4-th-filme.html

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.