Schulhaus Prapafier in Azmoos bleibt leer und ungenutzt

Das Schulhaus Prapafier befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Um das Gebiet für eine Wohnüberbauung nutzen zu können, muss es umgezont werden. Wegen der laufenden Zonenplanrevision ist es aktuell nicht möglich einen Teilzonenplan zu erlassen, wie die Gemeinde Wartau mitteilt.

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Steht im Herbst seines Daseins: Das Schulhaus Prapafier in Trübbach.

Steht im Herbst seines Daseins: Das Schulhaus Prapafier in Trübbach.

Bilder: PD

(wo/pd) Rund 5000 Quadratmeter gross ist das Grundstück, auf dem sich das Schulhaus Prapafier befindet. Seit die Schülerinnen und Schüler ins neu erschaffene Schulhaus Feld umgezogen sind, steht das alte und stark sanierungsbedürftige Schulhaus leer. Dies wird voraussichtlich noch ein paar Jahre so bleiben.

Auf Grund des schlechten baulichen Zustands sieht die Gemeinde keine Zwischennutzung vor. Die Kosten wären zu hoch. Ein Verkauf steht ebenfalls nicht an. Der Wartauer Gemeindepräsident Andreas Bernold erklärt:

«Wir haben zwar entsprechende Anfragen von Investoren erhalten, sehen die frei werdende Fläche aber als Entwicklungsgebiet unserer Gemeinde, die wir vorerst nicht veräussern.»

Zumal sie auf Grund der Zone von einem Investor noch gar nicht genutzt werden könnte. Denkbar ist, dass die Parzelle künftig für Wohnbauten mit einer hohen Baudichte oder altersgerechtes Wohnen genutzt wird. Dazu muss sie allerdings umgezont werden.

Teilzonenplan ist aktuell nicht möglich

Um das Gebiet möglichst zeitnah entwickeln zu können, hat die Gemeinde Wartau geprüft, ob eine Umzonung mit einem Teilzonenplan vorgezogen werden kann. Erste Abklärungen ergaben, dass dies chancenlos ist. In der Mitteilung heisst es:

«Die Fläche von rund 5000 Quadratmetern ist zu gross und würde ein Präjudiz in der Ortsplanungsrevision darstellen. Deshalb würde das Vorhaben vom Kanton abgelehnt.»

Aktuell arbeitet eine Steuerungsgruppe an den Richtplanunterlagen und der Strategie Siedlungsentwicklung nach innen. Diese soll nächstes Jahr beim Kanton St.Gallen zur Vorprüfung eingereicht werden.

Früher oder später soll das Grundstück zurückgebaut und das Grundstück beispielsweise für die Entwicklung einer Wohnüberbauung umgenutzt werden.

Früher oder später soll das Grundstück zurückgebaut und das Grundstück beispielsweise für die Entwicklung einer Wohnüberbauung umgenutzt werden.

Bis der neue Zonenplan rechtsgültig in Kraft tritt, dürfte es noch ein paar Jahre dauern. Sobald dieser Gültigkeit erlangt, wird sich der Gemeinderat überlegen, wie er das Areal des ehemaligen Schulhauses Prapafier konkret entwickeln will.

Andreas bernold führt aus:

«Momentan ist das Areal blockiert. Deshalb machen wir uns auch noch keine Gedanken, ob das begehrte Land verkauft, im Baurecht abgegeben oder im Besitz der Gemeinde bleiben soll.»

Andere Situation bei Müller Azmoos AG

Was beim Schulhaus Prapafier nicht möglich ist, wurde bei der Müller Azmoos AG praktiziert: Die Umzonung mittels Teilzonenplan. «Die Rahmenbedingungen sind völlig unterschiedlich.

Bei der Müller Azmoos AG war eine Umzonung notwendig, damit der Betrieb erweitert werden kann. Dieser ist standortgebunden. Für solche Situationen hat der Kanton vorgesehen, Teilzonenpläne vorzuziehen, um Firmenentwicklungen nicht um Jahre zu verzögern», erklärt Andreas Bernold.

Planungs- und Rechtssicherheit ist wichtig

In der Gemeinde Wartau dürfte ein solcher Teilzonenplan allerdings die Ausnahme bleiben. In der Mitteilung wird betont:

«Deshalb ist es entscheidend, dass die entsprechenden Vorarbeiten für den Richtplan und damit die Zonenänderungen vorangetrieben werden.»

Nur so könne eine Planungs- und Rechtssicherheit erlangt werden. Davon würden alle profitieren, wird in der Medienmitteilung festgehalten: Behörden, Investoren und Grundeigentümer.