Geisterfahrt auf der A3 verlief glimpflich: Ist die korrekte Streckenführung gut genug signalisiert?

In der Nacht auf Montag, kurz nach 2.30 Uhr, war ein 61-jähriger Geisterfahrer auf der Autobahn A3 unterwegs. Er konnte von der Kantonspolizei Graubünden angehalten werden. Dies ist bereits die zweite Geisterfahrt in fünf Tagen nach der Autobahnbaustelle bei Walenstadt.

Heini Schwendener
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Hier missachtete der 61-jährige Autofahrer die Überleitung.

Hier missachtete der 61-jährige Autofahrer die Überleitung.

Bild: Kantonspolizei St. Gallen

Der Autobahnabschnitt zwischen Murg und Walenstadt wird wegen Bauarbeiten auf der Nordspur im Gegenverkehr geführt. Auf der Höhe Walenstadt werden die Fahrzeuge Richtung Sargans/Chur wieder auf die Südspur umgeleitet.

Die Geisterfahrt dauerte 13 Kilometer

Wie die Kantonspolizei St. Gallen schreibt, missachtete der 61-jährige Autofahrer am Montagmorgen diese Überleitung und fuhr auf der Nordspur weiter. Die Geisterfahrt verlief auf den 13 Kilometern bis nach Sargans glücklicherweise ohne Kollision mit dem korrekt fahrenden Verkehr. In Sargans verliess der 61-Jährige die Autobahn und setzte danach seine Fahrt Richtung Chur auf der korrekten Strecke fort.

Ein Autofahrer, der die Geisterfahrt bemerkt hatte, alarmierte die Notrufzentrale St. Gallen. Dank der kantonsübergreifenden Zusammenarbeit konnte der Geisterfahrer schliesslich von einer Patrouille der Kantonspolizei Graubünden bei Ilanz angehalten werden. Er wird durch die Kantonspolizei St. Gallen bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen zur Anzeige gebracht.

Ähnlicher Vorfall vor fünf Tagen

Auch der 47-jährige Geisterfahrer vom vergangenen Mittwochmorgen hatte diese Überleitung missachtet und war auf der richtungsgetrennten Autobahn südwärts gefahren. Nach neun Kilometern konnte er von zwei ihm entgegenfahrenden Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen angehalten werden. Glücklicherweise verlief auch diese erste Geisterfahrt ohne Unfall.

Signalisation kann nicht übersehen werden

Zwei Geisterfahrer auf demselben Autobahnabschnitt: Ist allenfalls die Signalisation nicht optimal? Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt, die Signalisation sei gut und sehr auffällig:

«Wer wachen Geistes fährt, kann sie nicht übersehen.»

Beide Autofahrer hätten einen aktiven Schwenk machen müssen, um auf die falsche Fahrbahn zu gelangen. Trotzdem werde sich die Kantonspolizei mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) in Verbindung setzen, um die Signalisation noch einmal gründlich zu überprüfen. Wenn ein solches Anliegen einer Kantonspolizei an das Astra herangetragen werde, setzte man sich sofort zusammen und prüfe, ob die Signalisation allenfalls doch noch optimiert werden könne, versicherte das Astra.

Die Ursache für eine Geisterfahrt ist meist vielfältig. Häufig passieren sie abends oder nachts, wenn es wenig oder gar keinen Verkehr hat, wenn ein Fahrer oder eine Fahrerin alleine unterwegs ist, müde ist, unter Alkohol oder Drogen steht usw. Darum werden dann Signalisationen übersehen oder falsch interpretiert.