SC Flös Buchs
Grosse Ehre für Deborah Jütz: Richterkapazität wurde für Olympia-Quali aufgeboten

Deborah Jütz wird in Barcelona mitentscheiden, wer das Ticket zu den Olympischen Spielen löst und wer nicht.

Michelle Weder
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Flöser Know-how für die Olympiaqualifikation: Deborah Jütz amtet in Barcelona als kompetente Richterin.

Flöser Know-how für die Olympiaqualifikation: Deborah Jütz amtet in Barcelona als kompetente Richterin.

Bild: PD

Vom 10. bis 13. Juni findet in Barcelona das Artistic Swimming Olympic Qualification Tournament statt. Dort werden die letzten Startplätze für die Olympischen Spiele vergeben, die im August in Tokio stattfinden sollen. Mit dabei sind nicht nur Vivienne Koch, Joelle Peschl (Schweiz), Lara Mechnig und Marluce Schierscher (Liechtenstein), sondern auch eine hiesige Funktionärin: Deborah Jütz.

Jütz ist seit fast 30 Jahren Trainerin beim Schwimmclub Flös Buchs und seit 2017 Fina A-Richterin, also höchste Richterin der Fina (Fédération Internationale de Natation). Vor ein paar Tagen erhielt die 48-Jährige das Aufgebot, als Richterin am Qualifikationswettkampf für die Olympischen Spiele zu agieren.

Dies ist eine besondere Ehre und das Verdienst langjähriger guter und fairer Arbeit als Wertungsrichterin – eine Aufgabe, die nicht immer einfach ist. Denn selten sind alle mit den getroffenen Entscheiden zufrieden.

Viel Erfahrung als Wertungsrichterin

Übung macht aber offenbar den Meister oder in diesem Fall die Meisterin. Deborah Jütz erklärt:

«Oft im Einsatz zu sein, erhöht die Chancen, gute Arbeit zu leisten.»

Das war im letzten Jahr aufgrund der Pandemie zwar nur bedingt möglich, aber sogar in dieser schwierigen Saison stand sie als Richterin siebenmal im Einsatz – physisch und virtuell.

Trotz ihres grossen Erfahrungsschatzes wird dieser Qualifikationswettkampf eine besondere Herausforderung für die Wertungsexpertin werden. Die letzten drei der zehn für die Olympischen Spiele zugelassenen Teams werden selektioniert und sieben Duette kämpfen ebenfalls um ein letztes Ticket für Tokio.

«Es wird eine schwierige Aufgabe für mich werden», stellt Jütz fest. «Ich kenne die vier Mädchen, die um einen OS-Quotenplatz im Duett kämpfen, von klein auf und ich habe ihre sportliche Karriere hautnah mitverfolgt. Allen widerlichen Umständen zum Trotz haben sie mit Herzblut gekämpft, haben sich zahlreichen Herausforderungen gestellt, Niederlagen ertragen und sind daraus immer wieder gestärkt hervorgegangen. Jetzt stellen sie sich bald dem letzten grossen und alles entscheidenden Test. Der Druck ist enorm», weiss Jütz. Die Kampfrichterin hält fest:

Von meinen Sympathien darf ich mich nicht beeinflussen lassen. Objektivität ist gerade in diesem Moment unabdingbar.

Grosse Stütze beim Schwimmclub Flös Buchs

Die gebürtige US-Amerikanerin kam 1995 als Berufstrainerin nach Buchs und es gefiel ihr hier so gut, dass sie blieb. Sie ist verheiratet und lebt heute mit zwei Töchtern, beide Synchronschwimmerinnen beim SC Flös, in Appenzell. Mindestens viermal pro Woche kommt sie nach Buchs und leitet Trainings. Sie ist für den Verein und Swiss Artistic Swimming, wo sie im Ressort Richter mitarbeitet, eine riesige Stütze.

«Sie ist seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Trainerin, Richterin und Schiedsrichterin und wir sind sehr stolz, dass sie für den Qualifikationswettkampf ausgewählt wurde. Und es zeigt einmal mehr, auf welch hohem Niveau beim SC Flös gearbeitet wird», äussert sich Flös-Präsident Anton Wyss stolz.