Sargans
Die Markthallengenossenschaft Sargans-Werdenberg trudelt wegen Corona

Die Coronapandemie hat die Markthallengenossenschaft Sargans-Werdenberg voll erwischt. Die Liquiditätslage ist äusserst angespannt.

Leo Coray
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Nachdenkliche Gesichter: die Genossenschafter der Markthalle Sargans-Werdenberg an der Generalversammlung.

Nachdenkliche Gesichter: die Genossenschafter der Markthalle Sargans-Werdenberg an der Generalversammlung.

Bild: Leo Coray

Von einem Tag auf den andern sei in März 2020 das Leben aus der Halle verschwunden, sagte Präsident Christoph Good am Donnerstag an der Generalversammlung der Markthallengenossenschaft Sargans-Werdenberg in der Markthalle in Sargans. Wie er vor gegen 70 Genossenschaftern und Gästen betonte, bestand für das Jahr 2020 eine hohe Nachfrage nach Anlässen in der Halle.

och nur die alle zwei Wochen stattfindenden Schlachtviehmärkte der Nutz- und Schlachtviehgenossenschaft (NSG) hätten durchgeführt werden können, bedauerte er. Dabei wurden wie im Vorjahr rund 2600 Tiere aufgeführt, deren bezahlte Preise 15 bis 20 Prozent über der Schatzung lagen.

Entschädigungen von 66000 Franken erhalten

Laut Präsident Good hat der Markthallenvorstand aufgrund dieser Situation sofort Massnahmen ergriffen. So konnte mit den Kreditgebern eine Stundung der Rückzahlungen in der Höhe von rund 85000 Franken vereinbart werden. Mit Hilfe von politischer und Ortsgemeinde Sargans erhielt die Genossenschaft von Bund und Kanton St. Gallen für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 Corona-Ausfallentschädigungen von fast 66000 Franken. Davon müssen 21000 Franken innert den nächsten fünf Jahren zurückbezahlt werden.

Wie Christoph Good weiter sagte, hat der Vorstand das Konzept der Markthalle von Grund auf durchleuchtet. Mit dabei waren Vertreter der politischen und Ortsgemeinde Sargans sowie des Landwirtschaftsamtes des Kantons St. Gallen. Dabei wurde festgestellt, dass die Erträge aus der Vermietung der Halle für Anlässe seit 2014 rückläufig waren. Als eine Möglichkeit für Mehreinnahmen nannte Good, die veraltete Internet-Website benutzerfreundlicher zu gestalten, damit eine Reservation einfacher erfolgen kann.

Kapitalerhöhung möglich

Weitere Mehrerträge könnten laut Good durch die Vermietung eines Teils der Halle an einen Dauermieter erwirtschaftet werden. Je nach Mieter würde dies aus Sicherheitsgründen zuvor aber hohe Investitionen bedeuten, denn: «Die Markthalle ist eine Ausstellungshalle und keine Lagerhalle.» Möglich wäre auch eine Kapitalerhöhung.

Wie der Präsident mitteilte, wird das neue Konzept im November den Genossenschaftern vorgestellt. Bruno Inauen, Chef des Landwirtschaftsamts des Kantons St. Gallen, warnte davor, Investitionen zu tätigen, bevor das definitive Konzept vorliegt. NSG-Präsident Eugen Schläpfer rief die Anwesenden auf, für den Erhalt der Halle zu kämpfen. Eine negative Stimmung bringe nichts. Vielmehr sollten jene, die mit der Halle Geld verdient hätten, sich engagieren und den Vorstand entlasten. Die NSG sei bereit, bei der Sanierung mitzuhelfen.

Zahlreiche Anfragen für Anlässe im Jahr 2022

Die Erfolgsrechnung 2020 schloss bei einem gegenüber dem Vorjahr um knapp die Hälfte gesunkenen Umsatz von 112000 Franken mit einem Verlust von 3300 Franken. Abschreibungen wurden keine getätigt. Das Fremdkapital stieg um 3000 auf 1,45 Mio. Franken und das Anteilscheinkapital der gegen 1000 Genossenschafter um 3000 auf 1,11 Mio. Franken. Wie Präsident Good mitteilte, gehen gegenwärtig zahlreiche Anfragen für Anlässe im Jahr 2022 ein.

Auch im Jahr 2019 weniger Umsatz

Weil die Generalversammlung 2020 der Markthallengenossenschaft Sargans-Werdenberg wegen der Coronakrise nicht stattfinden konnte, wurde im Spätherbst eine schriftliche Abstimmung über das Geschäftsjahr 2019 durchgeführt. Total gingen 265 Stimmzettel ein, davon 259 gültige. Mit guten 242 bis 254 Stimmen wurde der Vorstand für die nächsten vier Jahre gewählt, nämlich Christoph Good (Präsident, Mels), Christian Litscher (Vizepräsident, Kassier, Sevelen), Christian Gantenbein (Aktuar, Grabs) sowie die Beisitzer Beat Ackermann (Mels), Christoph Dürr (Gams) und Andreas Peter (Sargans).

Die Erfolgsrechnung 2019 erreichte die Vorjahreszahlen nicht ganz. Der Betriebsertrag, der dem Umsatz entspricht, sank gegenüber 2018 um 28 000 Franken auf 211 000 Franken. Die landwirtschaftlichen Anlässe erbrachten 73 000 Franken Einnahmen, die kommerziellen 33 000 Franken und die Kantine 22 000 Franken, insgesamt 35 000 Franken weniger als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis ging um 10 000 auf 137 000 Franken zurück. Es konnten Abschreibungen von 57 000 Franken getätigt und als Jahresgewinn 3100 Franken ausgewiesen werden. Das Fremdkapital wurde um 85 000 auf 1,47 Mio. Franken verringert. Das Anteilscheinkapital der gegen 1000 Genossenschafter stieg um 17 800 auf 1,07 Mio. Fr.


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