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Grabs: Sanierte Strassen erneut öffnen

Trotz Verhandlungen kam es nicht zum gemeinsamen Netzausbau der Technischen Betriebe mit der Swisscom. Deswegen sollen nun eben erst sanierte Strassen, wenn auch nur punktuell, wieder geöffnet werden.
Katharina Rutz
Der Unterschied des Glasfaserausbaus FTTH und FTTB liegt im letzten Stück der Leitung innerhalb des Gebäudes. Hier handelt es sich beim letzten Leitungsstück um ein Kupferkabel wie es Swisscom nutzt. (Bild: PD)

Der Unterschied des Glasfaserausbaus FTTH und FTTB liegt im letzten Stück der Leitung innerhalb des Gebäudes. Hier handelt es sich beim letzten Leitungsstück um ein Kupferkabel wie es Swisscom nutzt. (Bild: PD)

In der Schweiz gibt es heute verschiedene Internetanbieter. Neben den nationalen Telekomanbietern wie der Swisscom sind auch lokale Anbieter aktiv. In der Region Werdenberg ist dies der vom EW Buchs betriebene Zusammenschluss Rii-Seez-Net mit dem Komplett-Angebot Telefon, Internet, TV und seit neustem auch Mobiltelefon.

Allen Anbietern gemeinsam ist, dass ihr Netz auf der Glasfasertechnologie basiert, um das zukünftige Datenvolumen zu bewältigen. Erst auf den letzten Metern zur Wohnung kommen dann unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Bei der Swisscom sind es Kupferkabel, bei Kabelnetzbetreibern Koaxialkabel. Die beiden Technologien sind nicht kompatibel und haben eine geringere Kapazität als die Glasfaser.

Ausbaustand bestimmt Datenvolumen

Einige Gebäude sind mit Glasfaser bis zur Steckdose in der Wohnung (Fibre to the Home, FTTH) ausgestattet. Dies ist bei 30 Prozent der Schweizer Haushalte der Fall. Weiter gibt es den Glasfaser-Ausbau bis zur Strasse (Fibre to the Street, FTTS) sowie bis in den Keller des Gebäudes (Fibre to the Building FTTB). Der Ausbaustand mit Glasfaser bestimmt die effektive Schnelligkeit des Anschlusses.

Der Ausbau des Netzes mit Glasfaser läuft schweizweit auf Hochtouren. Ob die Glasfaser dabei bis zur Strasse, zum Gebäude oder gar in die Wohnung gezogen wird, ist eine Kosten- und Ressourcenfrage. Laut Swisscom-Sprecherin Esther Hüsler sei das letzte Stück bis in die Wohnung im Verhältnis doppelt so teuer. Jeder Anbieter entscheidet selber, wie weit er die Glasfaser verbaut.

Auch für die Gemeinde Grabs stellte sich die Frage, wie das Glasfasernetz ausgebaut werden soll. Die Technischen Betriebe suchten den Kontakt zu verschiedenen Anbietern, darunter das EW Buchs und die Swisscom. Schliesslich kam es zur Zusammenarbeit mit dem EW Buchs (der W&O berichtete ausführlich). «Die Swisscom zeigte zu diesem Zeitpunkt kein Interesse an einem Glasfasernetz in Grabs», so Gemeindepräsident Niklaus Lippuner. Das Projekt wurde mit dem EW Buchs ausgearbeitet und die Volksabstimmung über die Investitionssumme für den Ausbau mit vier Glasfasern erfolgreich bestritten.

Verhandlungen mit Swisscom scheiterten

Das neue Glasfasernetz wird dabei bis ins Gebäude (Fibre to the Building, FTTB) gezogen. «Für die letzten Meter innerhalb des Gebäudes wird das herkömmliche Koaxialkabel genutzt. Dem Liegenschaftseigentümer erwachsen so keine Kosten», so Niklaus Lippuner. Nach dem positiven Ausgang der Abstimmung habe die Swisscom auf einmal Interesse an Verhandlungen gezeigt. «Es ging dabei um eine mögliche Kooperation zum Ausbau des Glasfasernetzes bis in die einzelnen Wohnungen. Wir haben der Swisscom eine der vier Fasern angeboten, wenn die Swisscom sich an der Installation innerhalb des Gebäudes beteiligt. Damit wäre ein Mehrwert für die Grabser Bevölkerung entstanden. Ohne Zusatzkosten gegenüber dem FTTB-Netz hätten die Grabserinnen und Grabser ein FTTH-Netz erhalten», so Lippuner. «Die Swisscom war aber dazu nicht bereit und brach nach verschiedenen Gesprächen die Verhandlungen einseitig ab.»

Die Swisscom-Sprecherin Esther Hüsler begründet: «Die Gemeinde musste sich an die Vorlage der Abstimmung halten. Die vorgeschlagene Lösung entsprach keinem etablierten FTTH-Kooperationsmodell, so dass sich TB Grabs und Swisscom gegen eine Kooperation entschieden.»

Die erste Etappe des Glasfaserausbaus der Gemeinde Grabs hat bereits begonnen und verläuft planmässig. Auch die Swisscom hat sich nun entschlossen, ihr Netz in Grabs auf die Glasfasertechnik aufzurüsten. Mehrere Baugesuche wurden bereits an die Gemeinde gestellt. «Den doppelten Ausbau der Glasinfrastruktur bedauern wir, da mit dem FTTH-Kooperationsmodell die Möglichkeit für ein gemeinsames Glasfasernetz bestanden hätte. Nun bauen zwei Anbieter eine ähnliche Parallel-Infrastruktur», so Lippuner. Der Ausbau der beiden Anbieter in Grabs wird unterschiedlich: Die Swisscom baut die Glasfaser generell nur bis zur Strasse (FTTS), sodass die letzten 150 bis 200 Meter bis ins Gebäude über das Kupferkabel führen werden. Die Ausnahme bilden grössere Gebäudekomplexe, wo der Ausbau bis zum Gebäude erfolgt. Die Technischen Betriebe Grabs bauen dagegen ein Glasfasernetz bis in jedes Gebäude (FTTB), sodass einzig im Gebäude das Koaxialkabel benutzt wird. «Die Datenleistung bei der Lösung der Technischen Betriebe ist aufgrund des bedeutend kürzeren Schlussstückes deutlich höher, zumal das Datenvolumen auch in Zukunft weiter steigen wird.», sagt Niklaus Lippuner. Esther Hüsler betont hingegen, dass die heutigen Kupferkabel der Swisscom «Datenmengen transportieren können, die noch vor wenigen Jahren nie erwartet wurden und die für die aktuellen Kommunikationsbedürfnisse mehr als ausreichen».

Ärgernis bei kürzlich sanierten Strassen

Ein weiteres Ärgernis bleiben auch die Strassen. «Verschiedene Strassen, die erst kürzlich saniert wurden, müssten für den Swisscom-Ausbau punktuell wieder geöffnet werden. Und dies obwohl seit vielen Jahren von den Technischen Betrieben Grabs regelmässig Koordinationssitzungen bezüglich der Strassenbauarbeiten mit dem Verein für Abfallentsorgung (Fernwärme), der Gravag Erdgas AG und der Swisscom durchgeführt werden», sagt Niklaus Lippuner. «Die Gemeinde Grabs bewerkstelligt ihr Glasfasernetz in fünf Etappen. In alle Strassen, bei welchen in den letzten Jahren Bauarbeiten stattfanden, hat die Gemeinde Grabs vorsorglich Leerrohre eingelegt. Somit entstehen wegen des Glasfasernetzes der Gemeinde Grabs keine Bauarbeiten an bereits sanierten Strassen mehr», erklärt Lippuner.

Tiefbauarbeiten koordiniert zu machen liege auch im Interesse der Swisscom. «Überall dort, wo sich die Möglichkeit ergibt, nutzen wir diese Gelegenheit», sagt deren Sprecherin Esther Hüsler. «Unseren Wissens findet der Netzausbau in der Gemeinde Grabs zeitgleich statt. Wir warten nun auf die Baubewilligungen.»

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