Sammelaktion
Räfiserin sammelt 3500 Franken und rettet damit den Buchser Pausenapfel

Der Buchser Stadtrat hat das Geld für die Pausenapfel-Aktion an den Schulen gestrichen. Sonja Lufi hat 3500 Franken gesammelt und den Betrag mit klarer Zweckbestimmung an die Stadt übergeben.

Heini Schwendener
Drucken
3500 Franken und 5 Rappen überreicht Sonja Lufi dem Buchser Stadtpräsidenten. Mit dieser zweckgebundenen Spende aus einer Sammelaktion soll es auch 2022 an Schulen einen Pausenapfel geben.

3500 Franken und 5 Rappen überreicht Sonja Lufi dem Buchser Stadtpräsidenten. Mit dieser zweckgebundenen Spende aus einer Sammelaktion soll es auch 2022 an Schulen einen Pausenapfel geben.

Bild: Heini Schwendener

Im Rahmen des Sparbudgets hat der Buchser Stadtrat auch die 3500 Franken für die Pausenapfel-Aktion an den Schulen gestrichen. Hand aufs Herz: Die meisten Schulkinder hätten das nicht einmal gemerkt. Und einen Protestzug vor dem Rathaus mit dem Slogan «Unser Pausenapfel darf nicht weggespart werden!» hätten sie erst recht nicht veranstaltet. Pausensnacks sind wohl beliebter als Äpfel.

Sonja Lufi aus Räfis jedoch sind Äpfel lieber. Protestieren wollte sie nicht, aber auch keine Eingabe an den Stadtrat machen oder einen flammenden Leserbrief schreiben. Und schon gar nicht wollte sie die Faust im Sack machen. «Ich rette den Pausenapfel», sagte sie sich. Also klebte sie den W&O-Artikel über das Sparbudget der Stadt auf eine Schachtel und zog mit diesem «Kässeli» von Haus zu Haus. Ihr Ziel: 3500 Franken, damit die Pausenapfel-Aktion doch noch durchgeführt werden kann.

Spenden zwischen 5 und 200 Franken landeten im «Kässeli»

Zweieinhalb Tage sowie viele interessante Begegnungen und Gespräche später war das Ziel erreicht. Mehr als 100 Räfiserinnen und Buchser, viele davon waren ihr völlig unbekannt, unterstützten die engagierte Frau mit Beiträgen zwischen 5 und 200 Franken, um die Pausenapfel-Aktion zu retten. Dem W&O erzählt Sonja Lufi:

«Fast alle Leute, die ich antraf, haben auch etwas gespendet.»

Nur etwa bei einer Handvoll Leute war sie mit ihrem Anliegen nicht erfolgreich. Auffallend war, dass vor allem auch junge Eltern sie sofort unterstützt hätten. Sonja Lufi hat eine Ausbildung als Erziehungsbegleiterin frühe Kindheit absolviert. Die Ernährungsberatung habe dabei auch eine Rolle gespielt, «und privat ist die Ernährung für mich ein wichtiges Thema». Darum habe sie sich dafür eingesetzt, den gesunden Pausenapfel an den Schulen zu retten. Hinzu kommt eine emotionale Komponente: «Die Erinnerung an die Pausenapfel-Aktionen zu meiner eigenen Schulzeit sind gut, auch das hat mich bewogen, diese Sparmassnahme zu stoppen.»

Am Mittwoch hat Sonja Lufi im Buchser Rathaus 3500 Franken und 5 Rappen an Stadtpräsident Daniel Gut übergeben. Den Fünfräppler, so erzählte Lufi, habe ein Kleinkind ins «Kässeli» gelegt. Von Gut liess sie sich auf einer handschriftlich vorbereiteten Quittung bestätigen, dass die Spende «zweckgebunden für die Ausrichtung des Pausenapfels in den Buchser Schulen, als Ersatz des im Buchser Budget II/2022 gestrichenen Betrages» aufzuwenden sei.

Daniel Gut zeigte sich beeindruckt vom Aufwand, den Sonja Lufi auf sich genommen hat. Er bedankte sich herzlich für die Spende und sagte:

«Das ist eine super Sache. Die Primarschüler werden dir sicher dankbar sein.»

Aktuelle Nachrichten