Glosse

Salzkorn

Wem wir in Corona-Zeiten gerne die Polizei auf den Hals hetzen würden.

Linda Müntener
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Die Polizei muss die Corona-Abstandsregeln durchsetzen und hat damit allerhand zu tun. Gut für unsere Ordnungshüter, dass sie auf engagierte Hilfskräfte zählen können. Im beschaulichen Brülisau gingen am Sonntag mehrere Notrufe aus der Bevölkerung ein, weil auf dem Dorfplatz das Quietschen von Autoreifen zu vernehmen war. Wie sich herausstellte, handelte es sich aber nicht um eine illegale Autoshow, sondern um einen 18-Jährigen, der betrunken in eine Hauswand gekracht war. So oder so: Punkt für die Hilfssherrifs.

Auch die Stadtpolizei St.Gallen konnte auf Unterstützung von Bürgern mit ausgeprägtem Ordnungssinn zählen. Die Leute wählten gar 117, wenn sie einen Ball auf dem Sportplatz hören. Fussball?! Gopf, das muss geahndet werden! Corona scheint die ideale Gelegenheit, um Nervensägen die Polizei auf den Hals zu hetzen. Da reihen wir uns ein und melden: das polternde Nachbarskind aus dem oberen Stock, den Töfffahrer mit dem röhrenden Motor – und all jene, die vor dem Fenster stehen und das Quartier ausspionieren.