Salez/Azmoos
Landwirtschaftliches Zentrum in Salez siegt bei Prix Lignum mit cleverer Einfachheit


Einen ersten Platz (Region Ost) und einen zweiten Platz (Schweiz) hat das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez beim Prix Lignum für seinen neuen Holzbau gewonnen. Fünf Werke in der Region Ost würdigt die Jury zudem mit einer Anerkennung für den hochwertigen und zukunftsweisenden Einsatz von Holz. Darunter befindet sich die Primarschule Feld in Azmoos

Alexandra Gächter
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Das Siegerprojekt: das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez.

Das Siegerprojekt: das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez.

Hanspeter Schiess

(pd) Alle drei Jahre zeichnet der Prix Lignum die besten neuen Arbeiten mit Holz aus – vom Möbel über den Innenausbau bis zur ganzen Wohnsiedlung. Die rangierten Projekte in der Region Ost stehen für ländliche Themen: Das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez (1. Rang) lehrt angehende Bäuerinnen, wie man in der Landschaft klug mit Holz bauen kann. Der Umbau oberhalb von St. Antönien (2. Rang) rüstet ein abgelegenes Ferienhaus feinfühlig für morgen. Die Zimmerei und Schreinerei in Matt (3. Rang) ist beispielhaft für viele Werkhallen, die im ländlichen Raum stehen. Fünf weitere Projekte erhalten eine Anerkennung.

Leuchtturmprojekt des ökologischen Bauens

Das Gebäude des Architekten Andy Senn (St. Gallen) ist ein Leuchtturmprojekt des ökologischen Bauens. Es schliesst das Ensemble städtebaulich überzeugend ab und gibt den Boden des Vorgängerbaus dem Ackerbau zurück, heisst es in der Mitteilung von Prix Lignum.
Statt auf automatisierte Technik setzt der Lowtechbau auf natürliche Mechanismen und Materialien. Das spare graue Energie und passe hervorragend zur guten Ökobilanz eines Holzbaus.

Das Haus nutzt die Vorteile von Holz auf allen Ebenen aus, von der Struktur im Grundriss bis zur Stimmung in den Räumen. Daneben zelebriert der Bau andere Naturbaustoffe wie Lehm oder Kasein. Die reduzierte Architektur trumpft nicht auf mit gestalterischen Kapriolen, sondern mit kluger Funktionalität, genauen Details und hohen Räumen, wie weiter in der Mitteilung steht. Der Holzbau ist sorgfältig geplant und ausgeführt. Die eigens entworfenen Klapptische führen dessen handwerkliche Präzision in der Schreinerarbeit fort. Das Kunst-am-Bau-Projekt lässt die traditionelle Schindelkunst hochleben.

Die vielen angehenden Bäuerinnen und Bauern lernen in Salez, wie ressourcenschonend man heute mit Holz bauen kann, und nehmen diesen Eindruck mit nach Hause. So hilft das Gebäude, das Bauen im ländlichen Raum mit dem nachwachsenden Material zu stärken. Ein Gewinn für die Architektur und für die Landschaft, in der diese meist prägend steht, lobt Prix Lignum. Auf nationaler Ebene gewinnt das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez den silbernen Prix Lignum 2021.

Gutes Bauen Ostschweiz: Das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez von Architekt Andy Senn zum Thema Low Tech in Holz.

Gutes Bauen Ostschweiz: Das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez von Architekt Andy Senn zum Thema Low Tech in Holz.

Hanspeter Schiess

Fünf Werke in der Region Ost würdigt die Jury mit einer Anerkennung für den hochwertigen und zukunftsweisenden Einsatz von Holz. Darunter befindet sich die Primarschule Feld in Azmoos. Unterschiedliche Raumhöhen und natürliches Licht – mal von oben, mal seitlich – schaffen im Zusammenspiel mit dem Holz eine angenehme Lernatmosphäre. Dieses Zusammenspiel von Material, Raum und Nutzung ist schlüssig und zeitgemäss und gibt dem Schulhausbau neue Impulse, schreibt Prix Lignum abschliessend in der Mitteilung.

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