Salez
Emotionale Storchengeschichte: Ein Ei wurde gelegt, doch das Küken überlebte nicht – ist das Paar zu jung?

Der Verein Rheintaler Storch führte seine Mitglieder dieses Jahr direkt zu den Störchen mitten im Dorf Salez. Dort hat ein junges Storchenpaar im Oberdorf einen Horst bezogen – mit Nachwuchs hat es bisher aber nicht geklappt.

Heidy Beyeler
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Die Störche im Oberdorf, Salez. Das Paar wird hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder zurückkehren.

Die Störche im Oberdorf, Salez. Das Paar wird hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder zurückkehren.

Bild: Hans Jakob Reich

Vor der offiziellen Hauptversammlung des Vereins Rheintaler Storch wurden die Teilnehmenden auf einer Wanderung und mit einer Storchengeschichte aufs Thema eingestimmt. Ausgangspunkt der Wanderung ins Dorf war das Landwirtschaftliche Zentrum (LZSG).

Die Gruppe mit insgesamt 25 Personen begab sich auf den Weg zum Oberdorf. Dorthin, wo vor sechs Jahren auf einem Dach, nahe dem bekannten Metzgerhorst, ein neuer Storchenhorst installiert wurde.
Die ersten Jahre wurde dieser von den Störchen nicht in Anspruch genommen.

Metzgerei-Störche dulden keine direkten Nachbarn

Genauso wie jener Horst gegenüber der Metzgerei, der seit Jahren nicht genutzt wird. Grund dafür: Kaum versucht ein Storch, den leerstehenden Horst vis-à-vis der Metzgerei in Beschlag zu nehmen, wird der Fremdling vom Storchenpaar von gegenüber massiv attackiert. Es akzeptierte keine unmittelbare Nachbarschaft. Das ist bis heute so.

Im Herbst 2015 wurde im Rahmen einer Dachsanierung und mit Unterstützung der Naturschutzgruppe Salez der Storchenhorst im Oberdorf montiert. Ab Frühjahr 2016 unternahmen die Metzgereistörche fast täglich «Begutachtungsbesuche», mehrmals zeigten sich auch unbekannte Dritte auf dem neuen Horst.

Junges Storchenpaar zog ein

Bild: Hans Jakob Reich

Im Jahr 2020 hat ein junges Storchenpaar den Horst in Beschlag genommen. «Der Storch war Jahrgang 2018 und die Störchin 2017. Sie waren eigentlich zu jung. Er zwei und sie drei Jahre alt», erzählte Hans Jakob Reich von der Naturschutzgruppe Salez. Sie haben es fertiggebracht, den Horst zu besetzen.

Ein Ei wurde gelegt und ausgebrütet. Das Küken überlebte den nassen Sommer allerdings nicht. Heuer gab es in diesem Horst wieder ein Ei. Das Küken überlebte wiederum nicht.

«Ich denke, das Storchenpaar ist viel zu jung für die Aufzucht von Nachwuchs. Es fehlt noch die Erfahrung.»

Nun zeichnet sich aber doch die Hoffnung ab, dass dieser Horst, direkt an der Salezer Hauptstrasse, regelmässig besetzt wird und das Storchenpaar an Reife gewinnen wird.

Im Anschluss an die HV Verein Rheintaler Storch zeigte Hans Jakob Reich innige Bilder vom jungen Storchenpaar, welche bei etlichen Zuschauern emotionale Gefühle hervorriefen, wie diese erzählten. Hans Jakob Reichs Haus steht unmittelbar hinter jenem, auf dem sich das Storchennest befindet. Reich befindet sich demzufolge an der «Speerspitze der Bewegung».

«Ja, ich verbringe täglich mindestens eine Stunde auf dem Estrich, von wo aus ich die Störche auf Augenhöhe habe.»

Die ausdrucksvollen Bilder, die Reich machte, zeugen von innigster Liebe der Störche.

 Die Teilnehmer kehrten von Salez zurück zum LZSG, unterwegs schauten sie sich die Störche im Saxerriet von weitem an.

Die Teilnehmer kehrten von Salez zurück zum LZSG, unterwegs schauten sie sich die Störche im Saxerriet von weitem an.

Bild: Heidy Beyeler

Die HV war kurz und effizient

Die ordentlichen Traktanden der HV in den Räumlichkeiten des LZSG, inmitten des Storchengebietes, wurden in geeigneter Art abgearbeitet.

Die Wahlen verliefen ruhig. Es bleibt fast alles beim Alten. Einzige Änderung ist der Rücktritt von Reto Zingg aus dem Vorstand. Die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder erfolgte in globo. Es sind dies: Guido Seitz, Andy Wyss, Vertreter der Geschäftsleitung (Aktuar/Kassier), Walter Niederer, Alwin Schönenberger, Roger Spirig, Rudolf Staub. Sie wurden, wie auch der Präsident Beni Heeb, einstimmig gewählt. Ebenso wurden die beiden Revisoren André Jerger, Salez, und Peter Kindler, Sennwald, wiedergewählt.

Zum Abschluss lud Beni Heeb die Gäste im Namen des Vereins zu einem Imbiss aus der Rheinhofküche ein.