Saisonabbruch im Regionalfussball im Dienst der Gesundheit

Die lokalen Fussballtrainer sind sich einig: Die begonnene Saison soll zu den Akten gelegt werden.

Robert Kucera
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Der Saisonabbruch steht zur Diskussion: Bei den lokalen Fussballvereinen herrscht Bedauern, aber sehr viel Verständnis für die aktuelle Lage.

Der Saisonabbruch steht zur Diskussion: Bei den lokalen Fussballvereinen herrscht Bedauern, aber sehr viel Verständnis für die aktuelle Lage.

Bild: Robert Kucera

Bei den Regionalverbänden im Schweizer Fussball herrscht Einigkeit: Die Saison 2019/20 soll abgebrochen und annulliert werden (W&O vom 21. April). Der Ball liegt nun beim Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands. Eine Entscheidung ist für Donnerstag zu erwarten.

«Ich erwarte den Abbruch. Das Team plant bereits die nächste Saison», sagt Gerardo Clemente, Trainer der ersten Mannschaft des FC Buchs.

«Der Saisonabbruch wäre ein logischer Entscheid»,

äussert sich Thomas Eggenberger, Trainer der ersten Mannschaft des FC Grabs. «Die Gesundheit geht vor», so Domenico Toto, Trainer vom FC Buchs II. «Der Entscheid eines Abbruchs wäre gut für die Gesundheit aller», hält Josip Matanovic, Trainer der ersten Mannschaft Sevelens, fest.

Der Fussball fehlt – doch das Zusammensein noch mehr

Ein Bedauern ist bei allen vier Trainern in der Stimme auszumachen. Denn der Fussball fehlt allen. «Aber das ist jetzt Nebensache», sagt Eggenberger. Clemente betont:

«Es gibt wichtigeres als Fussball.»

Wie beide Trainer erklären, sei das Spiel mit dem Ball aber nicht der bedeutungsvollste Verzicht in diesen Tagen. Das Zusammensein mit dem Team, das Vereinsleben gemeinsam geniessen zu können, steht höher im Kurs und wird sehr vermisst. Da spielt es auch eine untergeordnete Rolle, dass man im Fall des FC Buchs in der Rückrunde gleich in zwei Ligen im Aufstiegskampf involviert wäre.

Nicht die günstige Ausgangslage, wie Clemente bekräftigt, wird vermisst, sondern der soziale Aspekt des Sports. «Nach dieser guten Vorrunde ist ein Abbruch natürlich schade», hält Toto fest. Denn Team zwei vom FC Buchs wurde heuer endlich den Vorschusslorbeeren gerecht und thront an der Tabellenspitze. Doch er befürwortet den Abbruch und will auch nicht am grünen Tisch den Sprung eine Liga höher schaffen. «Das wäre nicht dasselbe. Einen Aufstieg muss man auf dem Platz feiern können.»

Keine Freude über ausbleibenden Kampf um den Ligaerhalt

Die vermeintlichen Nutzniesser eines Abbruchs, Grabs und Sevelen, hätten den Ligaerhalt lieber auf dem Platz erkämpft. «Wir hatten noch einige Rechnungen offen. Wir wollten in der Rückrunde angreifen und ins Mittelfeld vorstossen», bedauert Eggenberger. Er hatte für einmal alle Spieler an Bord und war entsprechend optimistisch.

Sevelens Coach Matanovic hätte mit gleich vier neuen Spielern die Rückrunde in Angriff genommen. «Die Motivation war unglaublich gut. Wir waren bereit und hätten den Ligaerhalt geschafft», betont er, dass man im Frühjahr auf Wiedergutmachung aus war.

Mit definitivem Entscheid wird am Donnerstag gerechnet