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Saif Khan, Gastronom im «Selva» in Trübbach: Die Sprache als Schlüssel zur gelungenen Integration und zum Erfolg

Vor 18 Jahren kam Saif Khan als Asylbewerber in die Schweiz, heute ist er Besitzer des Restaurants Selva.
Adi Lippuner
Der aus Pakistan stammende Saif Khan in der neu gestalteten «Selva»-Küche. (Bilder: Adi Lippuner)

Der aus Pakistan stammende Saif Khan in der neu gestalteten «Selva»-Küche. (Bilder: Adi Lippuner)

Von Pakistan in die Schweiz – und als erfolgreicher Unternehmer und Politiker in der ehemaligen Heimat völlig unten sein und in einem anderen Land neu beginnen – das war im Jahr 2000 keine einfache Aussicht.

Die ersten zwei Jahre hoffte Saif Khan, dass er in seine Heimat zurückkehren kann, musste dann aber einsehen, dass sich dieser Traum nicht verwirklichen lässt.

Das Leben selbst in die Hand genommen

«So war mir klar, dass ich nun mein Leben in die Hand nehmen muss und der Schlüssel, um mich in einer neuen Umgebung und einer völlig anderen Kultur zu integrieren, war das Erlernen der Sprache», blickt der Gastronom auf den nicht einfachen Start zurück.

In dieser Zeit lernte der im Asylbewerberzentrum Brunnadern im Neckertal untergebrachte Mann auch den Arzt Pietro Vernazza kennen. «Zuerst war er einfach mein Arzt, dann wurde er mein Freund und wir sind über all die Jahre in Kontakt geblieben», betont Saif Khan mit warmem Ausdruck in der Stimme. Doch zurück zu seinem «Schlüssel»: Die Integrationskurse zum Erlernen der deutschen Sprache reichten dem strebsamen Mann nicht.

«Ich buchte einen Intensivkurs bei der Migros-Klubschule, weil ich rasch Fortschritte erzielen wollte.»

In die Zeit des Sprachelernens fällt auch die erste Begegnung mit der späteren Ehefrau. «Sie war meine Physiotherapeutin und hat mich ermuntert, aktiv zu werden und meinen Weg zu gehen.» In Bad Ragaz haben sich die Beiden ein Daheim geschaffen.

Kochlehre sowie Lehr- und Wanderjahre

Der ehemalige Küchenbursche ohne Deutschkenntnisse hat im Jahr 2007 seine Kochlehre abgeschlossen, dies nach Artikel 32. Konkret bedeutet dies, während fünf Tagen stand der Mann in der Küche, einen Tag besuchte er die Gewerbeschule in Chur.

Saif Khan hat die Lehre als Koch in der Schweiz mit Spitzennoten abgeschlossen.

Saif Khan hat die Lehre als Koch in der Schweiz mit Spitzennoten abgeschlossen.

«Eigentlich hätte ich den Schulbesuch selbst finanzieren müssen. Aber mein damaliger Lehrer spornte mich an: Wenn der Abschluss über der Note fünf liegt, musst du nichts bezahlen.» Abgeschlossen hat Saif Khan seine Kochlehre beim theoretischen Teil mit der Note 5,5, in der Praxis mit 5,7.

Es folgten Lehr- und Wanderjahre, um Einblick in verschiedene Restaurantküchen zu erhalten. «Vom einfachen Gasthaus bis zum Sternelokal war einiges dabei und begleitend zu diesen Einsätzen habe ich die Zusatzausbildung zum Diätkoch gemacht», ist eine der bescheidenen Aussagen.

Sprung in die Selbstständigkeit

Seit April 2018 ist der ehemalige Asylbewerber nun Besitzer des Speiserestaurants Selva in Trübbach. «Eigentlich wollte ich eine Pacht übernehmen, aber der ehemalige Besitzer strebte einen Verkauf an. Nach langen Gesprächen im Familien- und Freundeskreis und mit Unterstützung einer Bank, die an meinen Businessplan glaubte, konnte ich das Lokal erwerben.»

Seither arbeitet Saif Khan wesentlich mehr als seinerzeit als angestellter Koch. «Doch es macht Freude, Entscheide selbst fällen zu können und mit einem so engagierten Team unterwegs zu sein. Ich führe das Restaurant wie eine Familie, übergebe meinen Mitarbeitenden Verantwortung, schenke ihnen aber auch mein Vertrauen.»

In der Gemeinde Wartau fühle er sich aufgenommen.

«Es ist eine Freude, wie sich der Betrieb in gut einem Jahr entwickelt hat. Wir haben viele Passanten als Gäste, aber auch eine zunehmend grosse Schar Stammgäste.»

Saif Khan sieht seine Integration in die Schweizer Gemeinschaft als geglückt – dank seines Einsatzes beim Erlernen der Sprache, bei der Ausbildung als Koch, der Unterstützung und Begleitung seiner Ehefrau und vieler Freunde.

«Ich fühle mich hier wohl»

«Ich fühle mich hier wohl, habe ein neues Leben aufgebaut und darf, dank meiner Verpflichtung, über die Situation in Pakistan Stillschweigen zu bewahren, auch in meine ehemalige Heimat zurückkehren und meine Angehörigen besuchen.»

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