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Rückblick des Rheintal-Oberländer Schwingerverbandes steht im Banne des «Eidgenössischen»

In Zug zeigten die Aktiven des Rheintal-Oberländer Schwingerverbandes, dass mit ihnen künftig zu rechnen ist.
Reto Voneschen
Durchzogene Saison für Kjetil Fausch (hinten): Auf Hochs folgten Tiefs, auf die erfreuliche Selektion für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest folgte die Verletzung. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 31. März 2019)

Durchzogene Saison für Kjetil Fausch (hinten): Auf Hochs folgten Tiefs, auf die erfreuliche Selektion für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest folgte die Verletzung. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 31. März 2019)

Die Vorfreude auf das «Eidgenössische» Ende August war riesig – und Zug lieferte. Das Schwing- und Älplerfest (Esaf) stiess in neue Dimensionen vor. Rund 400000 Schaulustige verwandelten das beschauliche Städtchen Zug drei Tage lang in eine Festhütte. Glücklich konnte sich schätzen, wer einen Platz in der 56500 Plätze fassenden Arena auf dem Herti-Areal bekam. Mit Christian Stucki schwang am Ende ein Berner Routinier obenaus. Der Ansturm der Jungen wurde (vorerst?) abgewehrt.

Nicht ganz nach Plan verlief das Esaf für die Nordostschweizer. Die beiden grössten Trümpfe stachen nicht. Armon Orlik (3a, Maienfeld) verpasste den Schlussgang nach Gestellten gegen Stucki und Sven Schurtenberger, Samuel Giger (4., Ottoberg) war nach zwei Niederlagen am Samstag schon am ersten Tag aus dem Rennen für den Königstitel. Von «einer Enttäuschung» sprach der abtretende Technische Leiter des Nordostschweizer Schwingerverbands (NOSV), Beat Abderhalden.
Zwei der zehn NOS-Kränze am «Eidgenössischen» gingen an St. Galler Schwinger. Für den Toggenburger Daniel Bösch (Rang 6a) war es der dritte eidgenössische Kranz, für Dominik Oertig (11a, Uznach) der erste.

Kränze gewonnen und Fortschritte erzielt

Von den «goldenen Jahren» sind die St. Galler Schwinger nach wie vor weit entfernt. Wie im Vorjahr errangen sie 52 Kränze in dieser Saison. Angeführt wird die Hitliste von Bösch mit acht Kränzen. Damit hat er auch den Eintritt in den begehrten «100er-Klub» geschafft – auf 106 Kränze kommt der Zuzwiler. Ihm folgt mit vier Saisonkränzen der junge Hemberger Werner Schlegel.

Auf drei Kränze kommen erfreulicherweise auch Marco Good (Sargans), der im Vorjahr noch verletzt ausfiel, und der junge Michael Bernold (Walenstadt) vom Schwingklub Mels. Christian Bernold vermochte nur einmal zu reüssieren. Ebenfalls einen Kranz holten die Flumserberger Reto Schlegel und Fabian Bärtsch. Zehn Kränze holten die Aktiven des Rheintal-Oberländer Schwingerverbandes (ROSV). Unter den Kranzgewinnern befand sich auch Kjetil Fausch aus Weite, der am St. Galler Kantonalschwingfest in Widnau Platz 6b belegte und den dritten Kranz seiner Karriere holte.

Am «Eidgenössischen» bestätigten die fünf nominierten ROSV-Schwinger ihre Fortschritte. Christian Bernold schaffte es erstmals in den Kranz-Ausstich. Michael Bernold und Marco Good erreichten ihr primäres Ziel, am zweiten Festtag noch dabei zu sein, ebenfalls. Neuling Bärtsch zahlte noch ein wenig Lehrgeld, nach vier Kämpfen war das Esaf für ihn zu Ende. Immerhin gewann er seinen letzten Kampf. Pech hatte dafür Kjetil Fausch. Der Wartauer zog sich schon im ersten Gang eine Knieverletzung zu, die später eine Operation nach sich zog. Wann Fausch ins Sägemehl zurückkehrt, ist noch offen. Als Ersatzmann vor Ort war auch Reto Schlegel.

Wiederum sehr erfreulich war die Ausbeute des ROSV-
Nachwuchses. Insgesamt 72 Zweige (Vorjahr 80), davon sechs NOS-Doppelzweige, standen Ende Saison zu Buche. Vom Schwingklub Mels konnten sich Jan Mannhart, Urban Raschle und Pascal Pfiffner am Nordostschweizer Nachwuchsschwingfest in Cazis den NOS-Doppelzweig erkämpfen. Vom Schwingklub Mittelrheintal waren dies Thomas Kern, Noel Reichen und Gian Schmid. Weiter konn-ten 75 Auszeichnungen erschwungen werden. Einer der Höhepunkte war auch der Festsieg von Samuel Rüegg am ROSV-Buebeschwinget vom 18. Mai in Trübbach. Dreimal erreichten die ROSV-Nachwuchsschwinger einen Schlussgang.

Grossanlässe in Appenzell, Mels und Oberriet

Höhepunkt der nächstjährigen Saison ist das Jubiläumsschwingfest zum 125-Jahr-Jubiläum des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) von Ende August in Appenzell. Nur die besten 120 Schwinger des Landes dürfen beim Anlass, der nur alle 25 Jahre ausgetragen wird, antreten. Rund 18000 Zuschauer werden in Appenzell erwartet. In Mels findet mit dem Nordostschweizer Verbandsfest ebenfalls ein Höhepunkt des Jahres statt. Am Sonntag, 28.  Juni 2020, werden gegen 8000 Zuschauer und 160 Athleten auf dem Siga-Areal erwartet. Zum vierten Mal organisiert der SK Mels das «Nordostschweizer».

Das ROSV-Verbandsfest, eine beliebte erste Standortbestimmung für die Schwinger, wird am Sonntag, 5.  April 2020, auf der Sportanlage Bildstöckli in Oberriet unter der Regie des Ringerclubs Oberriet-Grabs über die Bühne gehen. Das diesjährige Fest gewann Giger vor einer grossen Zuschauerkulisse in Grabs. Abgeschlossen wird die aktuelle Saison mit der heutigen Hauptversammlung im Restaurant Schäfli in Grabs.

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