Rückendeckung für Spital Grabs

Kantonsregierung reagiert auf Interpellation und kommuniziert ihre Haltung zum Spitalneubau in Liechtenstein.

Armando Bianco
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Mit dem Neubau wird die Attraktivität vergrössert: Der Spitalstandort Grabs soll auch weiterhin für Patientinnen und Patienten aus Liechtenstein interessant sein.

Mit dem Neubau wird die Attraktivität vergrössert: Der Spitalstandort Grabs soll auch weiterhin für Patientinnen und Patienten aus Liechtenstein interessant sein.

Bild: Eddy Risch

Die Sarganserländer Kantonsräte Jörg Tanner (GLP, Sargans), Thomas Warzinek (CVP, Mels) und Christoph Gull (SVP, Flums) erkundigen sich in einer Interpellation bei der St.Galler Regierung nach den Auswirkungen auf die kantonale Spitalplanung durch den Bau eines neuen Landesspitals in Vaduz. Die Regierung wird aufgefordert, insbesondere die Auswirkungen auf das Spital Grabs einzuschätzen.

Spezialisiertes Angebot spricht für Standort Grabs

Generell rechnet die Regierung durch die Realisierung eines Spitals in Vaduz nicht mit massgeblichen Auswirkungen auf das Spital Grabs. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Grabs in den letzten Jahren eine stetige Zunahme an liechtensteinischen Patientinnen und Patienten verzeichnet hat, im Jahr 2018 waren es 2425 stationäre Austritte (einschliesslich Neugeborene). Wenn diesen Mai die erste Neubauetappe in Betrieb genommen wird, sei die Attraktivität des Spital Grabs noch grösser. Zudem verfüge man hier über eine Intensivstation und ein breites und spezialisiertes Leistungsangebot, das über die am Landesspital in Vaduz angebotene Grundversorgung hinausgehe.

Innerhalb der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland ist eine Konzentration der stationären Leistungserbringung am Standort Grabs vorgesehen. Falls sich ein Teil der Patientinnen und Patienten aus Liechtenstein wieder in Richtung Landesspital orientieren würde, würde dies die Stellung von Grabs als grösstem Regionalspitalstandort im Kanton nicht gefährden, heisst es in der parlamentarischen Antwort. Ein Rückgang der Patientenzahl müsste jedoch bei den weiteren Überlegungen bezüglich baulicher Erweiterung berücksichtigt werden. Gemeint sind damit Erweiterungen, die über das aktuelle Bauprojekt hinausgehen.

Immer mehr gehen ans Kantonsspital Chur

Liechtenstein hat sich im November 2019 an einer Abstimmung mit einem Ja-Anteil von 56,2 Prozent für den Neubau eines Landesspitals ausgesprochen. Geplant ist, dass das neue Landesspital den Leistungsumfang eines Regionalspitals abdeckt. Im Wesentlichen werde das bisherige Angebot beibehalten, laut Einschätzung der Kantonsregierung sei in Vaduz keine Ausweitung des Angebots geplant. Weiter betont die Regierung, dass die St.Galler Spitalverbunde offen für Kooperationen mit dem Landesspital Liechtenstein sind. Eine Partnerschaft könne aber nur dann gelingen, wenn beide Partner dafür offen seien.

Eine Kooperation mit dem Kantonsspital Graubünden in Chur würde aus Sicht der Regierung die Strategie der St.Galler Spitalverbunde nicht tangieren – auch wenn in den letzten Jahren immer mehr Personen aus dem Sarganserland und weiteren Regionen des Kantons St.Gallen sich in Chur behandeln liessen.