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100 Jahre Verkehrsverein Gams: Rote Ruhebänke und gelbe Wegweiser

Der Verkehrsverein Gams ist 100 Jahre alt. Der im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs gegründete Verein wollte die Interessen der Gemeinde in verkehrspolitischer Hinsicht vertreten.
Hansruedi Rohrer
Postbureau Gams mit Postautos im Jahr 1919.
Alter Prospekt für das Kurhaus Eichlitten.
Arnold Hardegger war Initiant des Verkehrsvereins Gams.
Automobilkurs-Ergebnis Buchs-Unterwasser im Juni 1918. (Bild: Bilder: Archiv Hansruedi Rohrer)
Die einst als «Südlandidyll in Gams» beworbene Mater-Dolorosa-Kapelle.
Eröffnungsakt der ins Wanderwegnetz integrierten Gamser Steinengasse am 9. Oktober 1993.
6 Bilder

Rote Ruhebänke und gelbe Wegweiser

Die Initianten des Verkehrsvereins waren Arnold Hardegger, Gemeindeammann, und Jean Wyss, Posthalter. Die Gründung erfolgte am 16. Juni 1918. Im Protokoll steht unter anderem: «Es soll ein Verkehrsverein gegründet werden, der die Interessen unserer Gemeinde in verkehrspolitischer Hinsicht vertreten kann. Da der grösste Teil unserer Bevölkerung für solche Fragen wenig Interesse gezeigt hat, so sind Vorteile, die unsere Gemeinde infolge der günstigen Lage als Strassenknotenpunkt besitzt, nie ausgenützt worden, wie wenn ein Verkehrsverein resp. dessen Kommission alle Verkehrsfragen geprüft hätte. Die Gefahr ist nahe, von den umliegenden Gemeinden übervorteilt zu werden.» Der erste Vorstand setzte sich aus Jean Wyss (Präsident), Arnold Hardegger (Vizepräsident), Karl Tosi (Kassaverwalter) und Daniel Dürr (Materialverwalter) zusammen. Johann Dürr, Johann Lenherr und Ludwig Göldi waren die Beisitzer.

Der Verkehrsverein setzte sich in der Folge energisch für einen durchgehenden Postautobetrieb auf der Strecke Buchs-Nesslau sowie auch Gams-Haag und Gams-Salez ein. Um Gams als Verkehrsknotenpunkt aufzuwerten, verpflichtete sich der Verkehrsverein, die Post bei der Erstellung einer Autozentrale zu unterstützen. Mit dem Bau der Postautogarage durch die Gemeinde wurde dieses Ziel erreicht.

Hinter dem Einsatz für eine Wiederbelebung des Postverkehrs mit Kraftwagen stand auch die Hoffnung, neue Arbeitskräfte nach Gams zu bringen. Da waren gute Verkehrsverbindungen eben gefragt. Die Krisenjahre 1924 bis 1937 lasteten auch hier schwer auf der Gemeinde.

Gemeinnütziger Verein schloss sich dem Verkehrsverein an

Der Verkehrsverein bemühte sich, zusammen mit dem Gemeinnützigen Verein, neue Arbeitsplätze zu schaffen. 1929 schloss sich der Gemeinnützige Verein sogar dem Verkehrsverein an, um gemeinsam die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Es wurden die Unterkommissionen Industrie und Gewerbe sowie Fremdenverkehr gebildet.

Nebst den Anstrengungen zur Förderung des Tourismus und des Kurbetriebs war der Verkehrsverein zu jenen Zeiten auch um Publizität besorgt. Zur Wahrung des «Scheins» und um Interesse zu wecken, besass da ein offizieller Prospekt schon mal eine Abbildung des Dorfes vor den falschen Bergen als in Wirklichkeit – weil attraktiver – und dem Türmchen der Mater-Dolorosa-Kapelle gab man mit der Bezeichnung «Südlandidyll in Gams» den Anstrich eines Campanile.

Der Fremdenverkehr blühte mehrere Jahre

In den «besseren» Jahren wurden das schöne Erholungs- und Wandergebiet sowie die Kur- und Bademöglichkeiten hervorgestrichen. Eines der renommierten Häuser war zum Beispiel die Eichlitten mit Schwimmbad und Eisbahn. Der Fremdenverkehr blühte mehrere Jahre.

1937 ging man an die Neugestaltung bisheriger Markierungen und der Erstellung von Ruhebänken. Alle Aufstiegsvarianten wurden somit genau ausgeschildert. 1938 entstand die Wanderweg-Bewegung, der sich der Verkehrsverein Gams aber erst 1977 nach dem Rücktritt des langjährigen «Wegmarkierers» August Eberle anschloss.

Dem Verein gelang es nach dem Kriegsende 1945 nicht, sich für neue Ziele zu motivieren. Ein neues Gesetz erlaubte nun den Einzug von Kurtaxen durch den Verkehrsverein. Mit der Verabschiedung dieses Reglements 1964 war die finanzielle Grundlage für eine konstante Vereinsarbeit geschaffen. In den 1960er- und 1970er-Jahren beschäftigte sich der Vorstand nebst Bundesfeier, Ruhebänklein und Wegmarkierungen auch mit der Verbesserung des Postautofahrplans, des Simmibades, der Gestaltung der Anlagen im Pilgerbrunnen sowie der Kurzbreiten und der Beleuchtung der Pfarrkirche.

Brauchtumspflege und kulturelle Anlässe gehören zum Programm

1986 kam die Anregung, der Verkehrsverein soll alte Bräuche wieder aufleben lassen. Die Idee wurde aufgenommen. Seither gehören Brauchtumspflege und Unterstützung kultureller Anlässe zum Programm. Auch wurde das Gamser Wanderwegnetz nach den Richtlinien der Kantonal St. Gallischen Wanderwege mit grossem Aufwand modernisiert.

2013 wurde die Kurtaxe abgeschafft, was der Verein als Verlust einer wichtigen Einnahmequelle wertet. Einer der Zwecke des Verkehrsvereins bleibt – und wurde schon vor 100 Jahren in den Statuten festgelegt – nämlich die Förderung der allgemeinen Wohlfahrt mit intakter Natur für eine lebenswerte Gemeinde.

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