Rostlöcher und Defekte: Die 110-jährige Lokomotive «Tigerli» soll bald in neuem Glanz erstrahlen

In diesen Tagen beginnen die Restaurierungsarbeiten am «Tigerli», der ausrangierten Dampflokomotive SBB E 3/3, die seit 1965 am Bahnhof ausgestellt ist.

Corinne Hanselmann
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Die Arbeiten starten demnächst. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Die Arbeiten starten demnächst. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Die alte Dampflok beim Buchser Bahnhof ist ein beliebter Treffpunkt. Unzähligen Gruppen und Vereinen dient sie als Besammlungspunkt. Doch der Zahn der Zeit nagt unerbittlich am «Tigerli», wie dieses Modell auch genannt wird.

«Die Lokomotive ist in desolaterem Zustand, als wir zuerst angenommen haben.»

Das sagt Andreas Vetsch, Präsident des Verkehrsvereins Buchs, der für den Unterhalt der Zeitzeugin verantwortlich ist. Das habe man beim genaueren Betrachten nach dem Abdampfen festgestellt. Der Verkehrsverein hat deshalb eine umfassende Restaurierung in Angriff genommen und einen Schlosser beauftragt. Seit einigen Tagen ist die Lok in ein weisses Zelt gehüllt.

Andreas Vetsch, Präsident des Verkehrsvereins Buchs.

Andreas Vetsch, Präsident des Verkehrsvereins Buchs.

«Wir müssen relativ viel machen lassen», sagt Vetsch und zeigt auf mehrere durchgerostete Stellen auf dem mattschwarzen Metall. Beim Kessel der Lok ist sogar ein Spalt sichtbar. Der Bretterboden in der Führerkabine ist defekt. Zudem hätten sich Vögel in der Lok eingenistet. «Da braucht es jetzt mehr als nur Farbe über den Rost zu streichen – sonst sind wir in fünf Jahren wieder gleich weit», sagt Vetsch und steigt über die Treppe auf die zweite Etage des installierten Gerüsts.

Andreas Vetsch freut sich, dass das Tigerli bald in neuem Glanz erstrahlt. (Bilder: Corinne Hanselmann)
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Überall sind Rostlöcher zu sehen.
Die Lok nahm ihren Betrieb in Buchs im Jahr 1909 auf.
Die Spuren der Zeit sind deutlich sichtbar.
Um die Lok wurde Gerüst und Zelt aufgebaut.
Der Boden im Führerstand muss erneuert werden.

Andreas Vetsch freut sich, dass das Tigerli bald in neuem Glanz erstrahlt. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Verkehrsverein rechnet mit Kosten von 45000 Franken

Seit über 20 Jahren habe man kaum mehr etwas an der Lok gemacht und wenn, dann nur mit Kitt und Farbe. «Der Schlosser wird in den kommenden Tagen die Arbeit aufnehmen, er wird defekte Stellen rausschneiden und ersetzen», erklärt Vetsch. Anschliessend wird die Lok gestrichen. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Juli andauern. Der Verkehrsverein rechnet mit Kosten von rund 45000 Franken. «Wir hoffen, dass wir noch den einen oder anderen motivieren können, dieses Buchser Projekt finanziell zu unterstützen», sagt der Präsident. Nebst der Lokomotive selber sollen auch der Sockel und das Pärkli rund um die Lokomotive erneuert werden.

«Für mich ist die Lokomotive ein Wahrzeichen von Buchs und wohl eines der meistfotografierten Sujets hier.»

So der Präsident zur Bedeutung des «Tigerli». «Es erinnert an den Güterbahnhof und daran, wie viel hier beim ‹Tor zum Osten› früher gelaufen ist. Das ist auch mit vielen Emotionen verbunden. Es erfüllt mich mit Freude, dass wir die Lokomotive nun restaurieren können.»

Im August möchte der Verkehrsverein eine Einweihungsfeier organisieren und das in neuem Glanz erstrahlende «Tigerli» enthüllen. Das Datum ist noch nicht festgelegt.

Die 110 Jahre alte Rangierlok ist ein Stück Geschichte

Rund 120 Stück der Dampflokomotive SBB E 3/3, genannt «Tigerli», wurden zwischen 1896 und 1915 gebaut. Das Buchser Exemplar hat 1909 den Dienst als Rangierlokomotive aufgenommen und war auf dem Güterbahnhof bis 1964 im Einsatz.
Nach der Elektrifizierung hat die SBB die 35 Tonnen schwere Dampflok ausrangiert und in einem Depot in Rorschach abgestellt. Der damalige Präsident des Verkehrsvereins, Dr. Theo Dommer, hat dann dafür gesorgt, dass die Lok 1965 ihre letzte Fahrt nach Buchs antrat. Die SBB gab sie leihweise zu Ausstellungszwecken an den Verkehrsverein Buchs ab. (ch)

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