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Roboter-Plüschtier zum Kuscheln – aber nicht nur

Seit gut einem halben Jahr wird im Lukashaus Grabs eine Roboter Robbe eingesetzt – für Menschen mit Beeinträchtigung und Demenzerkrankung – mit Erfolg, wie sich zeigt.
Heidy Beyeler
Betreuer und Gruppenleiter Walter Benz findet mit der Robbe besseren Zugang zu Martin. (Bild: Heidy Beyeler)

Betreuer und Gruppenleiter Walter Benz findet mit der Robbe besseren Zugang zu Martin. (Bild: Heidy Beyeler)

Robi – so wird das Roboter-Plüschtier im Lukashaus genannt – wurde für den zirka fünfzigjährigen Martin, der an beginnender Demenz leidet – angeschafft. Er mag Tiere. Das Problem dabei ist jedoch, dass Martin unabsichtlich sehr grob mit lebenden Haustieren umgeht. Aus diesem Grund schaffte das Lukashaus das Therapietier Robi für Martin an. Betreuerinnen und Betreuer finden auf diese Weise besseren Zugang zu ihm. Falls Martin Robi mal hart anfasst oder kneift, gibt es keine «blauen Flecken». Das Therapietier mit dem dicken und flauschigen Fell verspürt keine Schmerzen.

Die Robbe reagiert auf die Stimme und Bewegungen von Martin. Damit können bei Demenzkranken Emotionen und Vertrauen aufgebaut werden. Wie denn? «Robi ist anpassungs- und lernfähig. Er passt sich an Martins Bedürfnisse an und reagiert mit entsprechend Bewegungen und Lauten. Dafür wurde er programmiert, sodass er sich beinahe wie ein echtes Tier verhält. Manchmal bewegt sich Robi nicht, wenn Martin auf dem Sofa einschläft und ihn in den Armen hält», erklärt Walter Benz, Gruppenleiter im Lukashaus.

Eine Robbe als Brückenbauer

Robi öffnet seine Kulleraugen und schaut Martin an, wenn er in seinen Armen liegt. Hin und wieder schliesst er die Augen, hebt den Kopf oder legt ihn auf Martins Knie. Er gibt Töne von sich, so wie eben echte junge Robben fiepen. Anregend wirkt die Anwesenheit von Robi alleweil auch auf Mitbewohner der Wohngruppe. Dazu Walter Benz:

«Er übernimmt die Aufgabe eines Brückenbauers zwischen den Mitbewohnern und den Betreuern»

Und weil Robi nicht einfach ein Kuscheltier ist, das regungslos irgendwo in einer Ecke liegt, lenkt er die Aufmerksamkeit von Martin auf sich. «Die Abwechslung im Alltag ist auf Martins Bedürfnisse zugeschnitten beziehungsweise programmiert. Die Robbe kommt jedoch bewusst nur zu gewissen Zeiten oder Situationen zum Einsatz, wenn es Martins augenblickliche Gemütsverfassung erfordert», beton Walter Benz.

«Therapietiere» ersetzen menschliche Kontakte nicht

Im Lukashaus wird der gezielte Einsatz von Robi positiv bewertet. Natürlich gibt es auch Skeptiker. Meist basieren die Kritiken auf mangelnder Erfahrung. Laut Berichten erfahren auch Altersheime, welche eine Roboter-Robbe für die Betreuung von Demenzkranken im Einsatz haben, bei den einen oder anderen Mitarbeitenden Zurückhaltung – aus Angst auf den Verlust von Arbeitsstellen. Klar sei, dass das «Therapietier» menschliche Kontakte nicht ersetzen kann und soll; im Gegenteil, sie soll den Zugang zu den Demenzkranken erleichtern.

Da stellt sich die Frage: Wird auch im Zentrum Wiitsicht eine Roboter Robbe eingesetzt? Nein sagt Margrit Raimann, Leitung Wiitsicht.

«Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir einen echten Therapiehund haben, der unseren Bewohnern tagtäglich grosse Freude bereitet.»

Im Lukashaus sei die Roboter Robbe aber sinnvoll und hilfreich, sagt Margrit Raimann. «Dort bestehen ganz andere Voraussetzungen. Wenn ein Mensch mit Beeinträchtigung, zum Beispiel mit einem Down-Syndrom, an Demenz erkrankt, ist die Beziehungsaufnahme und der Umgang mit lebenden Therapietieren schwieriger oder sogar unmöglich», sagt Margrit Raimann. Es gebe grosse Alters-, bzw. Seniorenheime mit Demenzabteilungen, die tatsächlich Roboter-Robben einsetzen, um das Betreuungs- und Pflegepersonal zu entlasten. Aus ihrer Sicht ist dies jedoch unzulässig, betont Margrit Raimann dezidiert.

Dazu kommentiert Hubert Hürlimann, Geschäftsleiter Lukashaus:

«Es gibt immer Kritiker der Technik, welche sich gegen Computer, Roboter und Digitalisierung aussprechen. Wir sparen eben nicht Personal, sondern nutzen die Fähigkeiten der Roboter Robbe zusätzlich.»

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