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«Rettungshelikopter führen keine Flüge aus Jux und Tollerei durch»: Ärger nach Kritik an Nachtflügen in Liechtenstein

Bei der Heliport Balzers AG stösst die «Polemik» um eine Kleine Anfrage zu Nacht-Rettungsflügen sauer auf.
Jessica Nigg
Braucht jemand dringend Hilfe, startet der Rettungshelikopter weiterhin – auch bei Nacht. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Braucht jemand dringend Hilfe, startet der Rettungshelikopter weiterhin – auch bei Nacht. (Bild: Tatjana Schnalzger)

«Rettungshelikopter führen keine Flüge aus Jux und Tollerei durch.» – Dies betont die Heliport Balzers AG in einem Brief an Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch. «Rettungshelikopter, egal ob rot/weiss (Rega) oder blau/gelb (AP3), sind immer dann und dort im Einsatz, wenn irgendwo ein Mensch auf schnellstmögliche medizinische Hilfe und Versorgung angewiesen ist.» Die geographische Lage sowie die Uhrzeit dürften dabei kein Kriterium sein. Ob es sich um eine Erstrettung, einen Verlegungsflug oder einen Flug im Zusammenhang mit einer Organtransplantation handle, sei irrelevant – genauso wie wirtschaftliche Überlegungen.

So die Stellungnahme der Heliport Balzers AG zur Kleinen Anfrage von Erich Hasler vom 4. September beziehungsweise zu den Antworten des Regierungschef-Stellvertreters. Hasler störte sich an den Nachtflügen beziehungsweise daran, dass diese nicht nur für Fälle in Liechtenstein und in der unmittelbaren Region getätigt würden («Von total 298 Flügen waren beispielsweise nur 15 oder 5 Prozent für Liechtenstein bestimmt.»). Des weiteren spricht Hasler von «kommerziellen Organtransporten».

Was die Kleine Anfrage von Erich Hasler angehe, enthalte man sich eines Kommentars, heisst es im Brief weiter, «da uns ein solcher nicht zusteht». Bezüglich der Antworten von Regierungschef-Stellvertreter und Minister für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport, Daniel Risch, finden die Verantwortlichen des Heliports dagegen klare Worte; diese seien in mehrfacher Hinsicht nachweislich falsch.

Keine Rede von einem neuen Sachverhalt

Erich Hasler sieht beispielsweise mit der Niederlassung der AP3 Flugrettung in Balzers einen neuen Sachverhalt erfüllt. Der NF-Landtagsabgeordnete wird in dieser Ansicht unterstützt vom Regierungschef-Stellvertreter. «Auch die Regierung beurteilt die erfolgte Stationierung eines Rettungshelikopters ohne Zweifel als neuen Sachverhalt, den es auch neu zu beurteilen gilt», heisst es in seiner Antwort auf die Kleine Anfrage.

Diese Aussage treffe nicht zu: Die Stationierung und der Betrieb eines Rettungshelikopters ab der Helikopterbasis Balzers sei kein neuer Sachverhalt, sondern die konsequente Umsetzung eines der Ziele des für Balzers durchgeführten und abgeschlossenen SIL-Verfahrens (Sachplan Infrastruktur Luftfahrt).

«Von keiner Seite hinterfragt»

«Hinsichtlich des Betriebsreglements wurde bereits im allerersten Betriebsreglement vor mehr als 40 Jahren und seit damals in jeder neuen Ausführung – letztmals in derjenigen, die am 23.Juni 2017 durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL genehmigt und in Kraft gesetzt wurde – festgehalten, dass für Such-, Rettungs- und Katastrophenflüge keine Beschränkungen bestehen», erklärt David Vogt, der Betreiber des Heliports in Balzers. Er präzisiert: «Von keiner Seite und zu keinem Zeitpunkt (bis vor wenigen Wochen) wurde jemals diese Regelung bezüglich Rettungshelikopter hinterfragt, geschweige denn bekämpft.»

Nachtflüge wird es weiterhin geben

Mit einer Änderung des Betriebsreglements – und damit im Endeffekt damit, dass keine Rettungsflüge ab Balzers mehr durchgeführt werden, rechnet Vogt nicht: «Das Betriebsreglement wurde durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt, im Zusammenhang mit der Erweiterung des Hangars, am 23.Juni 2017 genehmigt und in Kraft gesetzt.»

«Die Betriebszeiten waren Gegenstand eines Verfahrens vor dem schweizerischen Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen. Die Heliport Balzers AG, als Betreiberin der Helikopterbasis und Klägerin gegen das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL hat in diesem Verfahren obsiegt. Das Urteil ist zwischenzeitlich rechtskräftig», erklärt Vogt. Er ist überzeugt: «Es gibt keine rechtliche Grundlage, ein neues Betriebsreglement zu fordern. Gäbe es sie, dann hätte das BAZL die entsprechende Verfügung längst erlassen.»

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