Restaurator Cornelius Mosberger von der Gemeinde Wartau geehrt

Die Gemeinde Wartau hat am vergangenen Wochenende in Azmoos rückwirkend den Kulturpreis 2019 verliehen.

Hansruedi Rohrer
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Ehre für Preisträger Cornelius Mosberger (Mitte) und Anerkennung von Andreas Bernold (rechts) und Rolf Giezendanner.

Ehre für Preisträger Cornelius Mosberger (Mitte) und Anerkennung von Andreas Bernold (rechts) und Rolf Giezendanner.

Bild: Hansruedi Rohrer

Schon im Eingangsbereich des Hauses Mosberger an der Poststrasse begegnet dem Besucher ein komplett von Hand gefertigter, grosser Erdglobus. Noch mehr Staunen ruft die prachtvolle, geschnitzte Holzdecke in der Wohnstube hervor. Dazu gesellen sich weitere, aufs höchste präzise gearbeitete und zum Teil mit wunderschönen Intarsien versehene Gegenstände.

Neu alle zwei Jahre ein Kulturpreis

Das alles sind Werke und Zeugen höchster Handwerkskunst von Cornelius Mosberger. Damit ist er der würdige Kulturpreisträger 2019 der Gemeinde Wartau. Am Freitagabend fand in seiner Wohnung die Preisverleihung statt, zu der Gemeinderat Andreas Bernold auch einige Gäste begrüssen konnte. Zum achten Mal dürfe man den Kulturpreis verleihen, sagte er. Neu sei der Zweijahresrhythmus eingeführt worden. Der Preis sei ein Mittel zur Förderung und Anerkennung des kulturellen Schaffens in oder für die Gemeinde Wartau. Der Preis kann in den verschiedensten Bereichen sowie der Förderung des Zusammenlebens in den Dörfern vergeben werden.

Die gesamte Preissumme beträgt maximal 2000 Franken pro Verleihung. Sie kann auf einen oder mehrere Preise verteilt werden. Die Jury zur Bestimmung des Preisträgers besteht aus der Kulturkommission

Seine Ausbildung begann als Schaufensterdekorateur

Architekt Rolf Giezendanner hielt die Laudatio, würdigte damit den Preisträger und stellte ihn auch näher vor. Cornelius Mosberger wurde 1954 im Kanton Aargau geboren und kam als sechsjähriges Kind mit seinen Eltern nach Walenstadt. 1985 konnte er das heutige Wohnhaus – die ehemalige Milchzentrale – zusammen mit seiner Frau Myrtha käuflich erwerben. Er war schon damals seit fünf Jahren selbstständig und kann heuer das 40-Jahr-Jubiläum als selbstständiger Kunsthandwerker und Restaurator feiern. Seine Ausbildung hat er als Schaufensterdekorateur im damaligen Vilan in Sargans gemacht.

Das Bearbeiten von Materialien hätten Cornelius Mosberger das ganze Leben lang verfolgt, sagte der Laudator. Und sein Motto sei seine Berufung: «Heute ausprobieren, was früher machbar war.» Nach dieser Erkenntnis lebe und arbeite er heute noch, sagte Rolf Giezendanner. «Sein Durst nach handwerklicher Präzision ist noch nicht gestillt.» Der Preisträger verbringe den grössten Teil seiner Zeit mit der Restauration von Holzmöbeln, mit Vergolden, Schnitzen, Tischlern, mit dem Erstellen oder Reparieren von Intarsien und Beschlägen sowie alten Uhren, war weiter zu erfahren.

Ein Könner auf vielen Gebieten

Auch die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege sei ein wichtiger Teil seiner täglichen Arbeit. Die Vielfältigkeit seines Berufes mache erst klar, was in einem Kunsthandwerker und Restaurator steckt, sagte Rolf Giezendanner weiter. «Er ist ja nicht nur Schreiner, Metallbearbeiter, Maler, Ziselierer, er beherrscht auch die Glasbearbeitung für Tiffanylampen und Glasdekorationen und belegt auch Böden mit aufwendigen Parkettarbeiten.» Doch die Restaurierung und Pflege der alten Techniken und die stete Verfeinerung der eigenen Fähigkeiten sei nicht nur der Broterwerb von Cornelius Mosberger, sondern auch seine liebste Freizeitbeschäftigung, also sein Hobby.