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Schulpsychologischer Dienst: Ressourcen entdecken und nutzen

Im Fokus einer Serie zum 80-Jahr-Jubiläum des Schulpsychologischen Dienstes Kanton St. Gallen steht die seit 1999 bestehende Regionalstelle Sargans. Den Anfang macht ein Beitrag über Entstehung, Angebot und Finanzierung des 1939 geschaffenen Dienstes.
Denise Alig
Kompetent und motiviert: Das Team der Regionalstelle Sargans des SPD mit Katharina Fraefel, Quirin Huber, Morten Andersen, Jeannette Büchel, Elsbeth Freitag, Urs Gadient, Karin Kondratev, Rahel Zwahlen, Patrizia Rungg und Lea Zwicky (von links). (Bild: PD)

Kompetent und motiviert: Das Team der Regionalstelle Sargans des SPD mit Katharina Fraefel, Quirin Huber, Morten Andersen, Jeannette Büchel, Elsbeth Freitag, Urs Gadient, Karin Kondratev, Rahel Zwahlen, Patrizia Rungg und Lea Zwicky (von links). (Bild: PD)

Die Kinder sind die Hauptpersonen – daran lassen die Räumlichkeiten der für die Region Sarganserland-Werdenberg zuständige Regionalstelle des Schulpsychologischen Dienstes des Kantons St. Gallen (SPD) an der Markthallenstrasse 7 in Sargans keine Zweifel.

Das Wartezimmer ist kinderfreundlich möbliert und mit Spielzeug und Kinderbüchern ausgestattet. Die auf Beratung wartenden Kinder und ihre Eltern sollen sich beim SPD denn auch sogleich willkommen und wohl fühlen.

Es begann mit einer einzigen Mitarbeiterin

Das Büro von Elsbeth Freitag, der Leiterin der SPD-Regionalstelle Sargans, ist so eingerichtet, dass auch grössere Gesprächsrunden Platz finden. Der zentrale Platz des Raums ist ein grosser runder Tisch. Ein guter Ort für Gespräche. Hier kommen nicht nur Probleme zur Sprache, wie man vielleicht vermuten könnte. Vielmehr stehen auch die besonderen Begabungen jedes Kindes und deren Weiterentwicklung im Zentrum der Beratungen.

Weiterentwickelt hat sich im Laufe ihres 80-jährigen Bestehens auch die Institution SPD St. Gallen. «Der Schulpsychologische Dienst des Kantons St. Gallen wurde im Jahr 1939 geschaffen», sagt Freitag. Gestartet wurde mit einer einzigen Mitarbeiterin. Heute sind beim SPD St. Gallen auf den sieben Regionalstellen, der Zentralstelle in Rorschach und in der Kriseninterventionsgruppe insgesamt 66 Mitarbeitende tätig, davon 45 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, sechs Logopädinnen und 15 Mitarbeitende Administration.

«Früher ging es vor allem darum, die Defizite von Kindern mit Schulschwierigkeiten zu erkennen und durch entsprechende Therapien möglichst auszugleichen.»

Parallel dazu seien verschiedene Formen von Kleinklassen und Sonderschulen entstanden, sagt Freitag, die gleichzeitig Schulpsychologin, Leiterin der Regionalstelle Sargans und stellvertretende Direktorin des SPD St. Gallen ist.

Familie und Lehrpersonen miteinbeziehen

«In der diagnostischen und beratenden Tätigkeit des SPD geht der Blick heute vermehrt auf die Fähigkeiten und Kompetenzen, die Stärken des Kindes oder des Jugendlichen und seiner Bezugspersonen», erklärt sie. «Es geht darum, zu sehen, welche Ressourcen vorhanden und eventuell noch ungenutzt sind, und diese für das Kind und sein Lernen und seine gesunde psychische Entwicklung in den Vordergrund zu bringen.» Dazu sei es wichtig, das Kind immer im Bezug zu seiner Familie und seinen Lehrpersonen zu sehen. «Eine gute, von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geleitete Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern ist für das Wohlergehen des Kindes von grosser Bedeutung», stellt Elsbeth Freitag fest.

Veränderung der Problemsituation als Ziel

Das Ziel jeder schulpsychologischen Beratung ist «eine Veränderung der problematischen Situation». Für diese Veränderung müssten Entscheidungen getroffen werden, erklärt sie.

«So weit wie möglich sollen diese von den Betroffenen selbst gefällt und getragen werden.»

Die Beratung gleiche einem gemeinsamen, schrittweisen Einkreisen von Problem und Lösung, sagt Freitag. «Die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen verstehen sich als psychologische Beraterinnen und Berater, welche den Prozess der Suche nach Lösungen unterstützen und steuern.» Dabei würden die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen die Rahmenbedingungen so gestalten, dass sich die Betroffenen in einer aktiven Rolle mit konkreten Veränderungsschritten respektive Handlungen auseinandersetzten, die ihrer Persönlichkeit und den äusseren Umständen entsprächen.

Manchmal sind spezifische Therapien notwendig

Freitag sagt, aufgrund der Ergebnisse der schulpsychologischen Beratung könnten weitere Massnahmen notwendig werden. Darunter fallen zum Beispiel pädagogisch-therapeutische Massnahmen wie schulische Heilpädagogik, Legasthenietherapie, Dyskalkulietherapie, Psychomotoriktherapie und Logopädietherapie. Letztere wird auch aufgrund der Abklärung und Beratung durch die Logopädinnen des SPD bei den Schulbehörden beantragt.

Neben pädagogisch-therapeutischen Massnahmen kann der SPD auch psychologische oder psychotherapeutische Massnahmen wie Erziehungsberatung, systemische Familientherapie, Psychotherapie für das Kind oder eine psychologische Begleitung des Kindes oder des ganzen Systems durch die Schulpsychologin empfehlen. Auch der Beizug der Schulsozialarbeit ist oft sehr sinnvoll.

Überdies kann der SPD auch medizinische Massnahmen wie die Überweisung an einen Kinderarzt, Augen- oder Ohrenarzt, in eine neuropädiatrische oder neuropsychologische Abklärung oder eine Abklärung und Behandlung beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst empfehlen.

Neutrale Einschätzung mit dem Fokus auf dem Kind

Bei einigen Massnahmen wie dem Übertritt in eine Kleinklasse, beim Setzen von individuellen Lernzielen oder beim Übertritt in eine Sonderschule ist der Beizug des Schulpsychologischen Dienstes als Abklärungs- und Beratungsstelle vom Schulgesetz her nötig. Freitag betont:

«Solche Massnahmen betreffen das Kind möglicherweise in seiner gesamten Schullaufbahn.»

Deshalb sei eine neutrale Einschätzung mit dem Fokus auf dem Kind und seinen Entwicklungsmöglichkeiten hier sehr sinnvoll.

Finanziert wird der SPD über Steuergelder, und zwar hälftig über Beiträge des Bildungsdepartements und über die Schulgemeinden. Den Ratsuchenden entstehen also keine weiteren Kosten.

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