Renato Kaiser feierte im Fabriggli die gute Nachbarschaft auf komödiantische Art

Slampoet Renato Kaiser trat am Freitag gemeinsam mit Kirsten Fuchs und Markus Koschuh im Fabriggli Buchs auf.

Christian Imhof
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Das Trio Renato Kaiser, Markus Koschuh und Kristen Fuchs unterhielten im Fabriggli.

Das Trio Renato Kaiser, Markus Koschuh und Kristen Fuchs unterhielten im Fabriggli.

Bild: Christian Imhof

Anlässlich des Satiregipfels kam es zum freundschaftlichen Messen der Wortakrobaten aus drei Ländern, was für viele Lacher sorgte und in einem komplett ausverkauften Saal resultierte.

Der Toggenburger Slampoet Renato Kaiser startete kurz nach acht vor komplett besetzten Rängen und stellte dem Publikum seine beiden lyrischen Mitstreiter vor. Recht süffig war die Einstiegsnummer, welche das Publikum in hohen Regelmässigkeit zum Lachen brachte. Als Nächste ergriff Kollegin Kirsten Fuchs das Mikrofon und machte aus einem Kinderspiel mit der Bezeichnung «Wo ist die Mama» eine philosophische Abhandlung übers Leben, was neben vielen witzigen Momenten auch zum Nachdenken anregte.

Der Dritte im Bunde Markus Koschuh zeigte sich bei seinen Nummern ziemlich wandlungsfähig. Er sang, lotete Grenzen aus, probierte sich an Stimmeffekten aus und stellte sich so ziemlich facettenreich dem Publikum vor. Ziemlich spannend und unterhaltsam zeigte sich das Gegenüberstellen von den unterschiedlichen Brauchtümern der drei Länder. Das Publikum erhielt nicht nur Einblick in die Ostschweizer Pendlerwelt von Kaiser, es wurde auch eine Hochzeit im Tirol oder ein Elternabend in einer Berliner Kita thematisiert. Renato Kaiser übersetzte seine Ansagen oft in alle Landessprachen, um seinen lyrischen Gefährten aufzuzeigen, dass jeder Schweizer alle vier Landessprachen spricht.

Stimmig und facettenreich

Der Abend lebte durch die Vielfältigkeit der Teilnehmer. Kerstin Fuchs stellte trocken und doch pointenreich ihren norddeutschen Humor vor, welcher durch den Alltag mit zwei Kindern inspiriert wird.

Der Ostschweizer Renato Kaiser brillierte mit Gags über das Pendeln und Katzenzungen. Er machte aber auch als Moderator eine ausgezeichnete Figur. Koschuh sprang von lustigen Themen blitzschnell zu traurigen Sequenzen, wie beispielsweise der Nummer über die Absetzung des Musikantenstadels. Mit viel Körpereinsatz schaffte er es sogar, eine üble Männergrippe oder auch eine Trennung kurz vor dem Traualtar zu überleben, und sorgte zwischendurch für eine emotionale Tiefe.

Der stimmige Abend im Namen der guten Nachbarschaft bescherte dem Werdenberger Kleintheater Fabriggli ein volles Haus mit amüsierten Besuchern zum Start des Jubiläumswochenende, was darauf hoffen lässt, dass Kaiser in naher Zukunft wieder mal das Lead für ein solches Spektakel erhält.