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Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserlander diskutierte über Praxis und Alltag im Bereich Palliative Care

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland veranstaltete den 2.Geriatrietag mit allerlei Fachpersonen und Informationen.
Heidy Beyeler
Berichteten über die Kultur im Bereich Palliative Care im Hospiz und Pflegeheim Grabs: Stefan Sperr (links)und Daniel Schmitter an der Veranstaltung in Flums. Bild: Heidy Beyeler

Berichteten über die Kultur im Bereich Palliative Care im Hospiz und Pflegeheim Grabs: Stefan Sperr (links)und Daniel Schmitter an der Veranstaltung in Flums. Bild: Heidy Beyeler

Rund 150 Personen aus den Bereichen Pflege, Therapie, Sozialarbeit, Beratung, Ausbildung und Ärzte haben am Donnerstag an der interdisziplinären Fachtagung der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland in der Flumserei teilgenommen. Durch die Tagung führte Birgit Schwenk, Chefärztin Akutgeriatrie. Vor dem Hintergrund, dass die Anzahl erkrankter, hochbetagter Menschen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen werde, gewinne dieses herausfordernde, fachübergreifende Thema «Prinzipien der Geriatrie, vereint mit den Grundsätzen von Palliative Care» an Bedeutung, sagte Schwenk. Grund genug, über die neusten Erkenntnisse der Palliative Care gegenseitig zu informieren.

Damit Menschen in der letzten Phase ihres Lebens würdevoll betreut werden können, wird die Versorgung, je nach Befinden der Patienten und deren Gesundheitssituation, auf unterschiedlichen Stationen aufgenommen und gepflegt. Angefangen bei akuten Interventionen, über vorübergehende Behandlung zur Verbesserung des Wohlbefindens bis hin zur Langzeitbetreuung bei Demenz und der Phase des Sterbens bis zum Tod.

Kultur der Pflege und des Abschieds

Wie es sich am Geriatrietag in Flums zeigte, hat sich in den letzten Jahren viel getan in Bezug auf die Palliative Care im Alter. So berichteten Daniel Schmitter und Stefan Sperr, Pflege und Hospiz im Werdenberg, über ihre gelebte Kultur im Bereich Palliative Care und Hospiz im Pflegeheim Grabs. Der Schwerpunkt liegt ganz klar in der Pflege einer gelebten Palliativ-Kultur und Abschiedskultur im Hospiz. «Unsere Kultur wird immer wieder neue Erkenntnisse in unserer Arbeit mit Geriatriepatientinnen und Geriatriepatienten hervorzaubern», so Daniel Schmitter zuversichtlich vor den Anwesenden.

Stefan Sperr überzeugte das Publikum mit seinen einfühlsamen Ausführungen. Er leitet das Hospiz im Pflegeheim Werdenberg. Die Zuhörerschaft signalisierte mit hoher Aufmerksamkeit das Interesse an seinen Ausführungen. Im Hospiz Grabs wird gelebt, was kommuniziert wird. Keine Floskeln. Ehrlichkeit und Wahrheit heisst das Credo. Im Hospiz wird Abschiednehmen zelebriert. So wie es von vielen Erdenbürgern gewünscht wird. Mit diesen Ausführungen wird Vertrauen geschaffen. Sterbende können im Hospiz in einer privaten Atmosphäre Abschied nehmen von ihren Angehörigen – und umgekehrt auch.

Selbstbestimmung bis ans Ende im Zentrum

Anhand einer Fallvorstellung zeigten vier Referentinnen (Annemarie Kluser, Fachberaterin; Rita Perini, Verantwortliche Spitex; Diana Malin, Oncological Care am Bahnhofpark Sargans; Ina Bujard, Oberärztin Palliativstation Spital Walenstadt), wie ein Netzwerk ausserhalb des Spitals und der Schnittstellen am Spital funktionieren muss. Mit dieser Präsentation wurde evident, dass Menschen auch in ihren letzten Stunden wenn möglich nicht fremdbestimmt werden wollen.

Markus Minder, Chefarzt Geriatrie und Palliative Care, Spital Affoltern, sprach über das Sterbefasten und der Frage, ob ein selbstbestimmter Tod auch ein guter Tod sei. «Diese Frage muss sich jeder selber beantworten», sagte Minder. Nach seinem Vortrag war aber klar: Die Wahl zum Sterbefasten verlangt sehr viel Disziplin und Ausdauer. Der Weg vom Anfang des Sterbefastens bis zum Tod dauert zwei bis drei Wochen, und nicht wie häufig gehört zwei bis drei Tage. Das Sterbefasten, wie auch die Autonomie und die Selbstbestimmung sind in der heutigen Zeit grosse Themen unserer Gesellschaft. Ein Thema, bei dem es auch um die Selbstbestimmung des eigenen Todeszeitpunktes gehe.

Markus Minder betonte freilich, dass Auswirkungen des Sterbefastens unzureichend bekannt sind. Ein wesentlicher Punkt bleibe dabei unreflektiert: Es gibt keine klaren Ergebnisse über das beste Vorgehen sowie über Wirkung und Nebenwirkung, sei es in gesellschaftlicher, psychischer oder spiritueller und auch juristischer Natur.

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