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Die Reformation hatte viele Nebengeräusche

Die aktuelle Ausstellung, «Reform» im Schloss Werdenberg, zeigt die Unzufriedenheit der Gläubigen mit den Kirchenfürsten und den Weg der Werdenberger Gemeinden beim Aufbruch in die neue Zeit auf.
Adi Lippuner

Die 500 Jahre Reformation werden mit der am Freitagabend eröffneten Ausstellung im Schloss Werdenberg gewürdigt. Noch bis zum 31. Oktober ist der Weg zur Reformation und die enge Verflechtung mit der Herrschaft der Glarner Landvögte zu sehen. Denn wer damals regierte, befahl seinen Untertanen auch den Glauben. Es ist eine Ausstellung über Historisches, über Geschichten zur Reformation und kulturelle Folgen. Dank reger Beteiligung der Bevölkerung können auch Konfirmationsbilder und Bibeln aus dem Besitz verschiedener Familien gezeigt werden.

Das Projektteam mit Museumsleiter Thomas Gnägi, Pfarrer Daniel Hanselmann, Maja Suenderhauf, und Sepp Gähwiler. (Bild: Adi Lippuner)

Das Projektteam mit Museumsleiter Thomas Gnägi, Pfarrer Daniel Hanselmann, Maja Suenderhauf, und Sepp Gähwiler. (Bild: Adi Lippuner)

Weshalb es bereits 100 Jahre vor der eigentlichen Reformation Risse im Gefüge der Kirche gab, ist auf einer der Tafeln zu lesen. «Der Papst war eine unantastbare Autorität, die nicht nur das tägliche Leben der Menschen, sondern auch die Politik wesentlich mitbestimmte.» Auf der gleichen grauen Tafel auch die Worte: «Die aufwendige Repräsentation der Kirche und der Lebensstil des Klerus, also des Papstes und seiner Kardinäle und Bischöfe und Pfarrer verschlang riesige Geldsummen. Er bereicherte sich an neu erhobenen Steuern, dem Verkauf von Kirchenämtern, erschlichenen Erbschaften und Pfründen. Die Kirche wurde reich auf Kosten der Gläubigen.»

Die sechs Geschichten der Werdenberger Gemeinden

In der Region gab es, dies wird beim Gang durch die Ausstellung deutlich, nicht eine einheitliche Reformationsgeschichte. Jede Gemeinde hatte ihren eigenen Weg. So ist unter dem Titel «Gegen alle Widerstände» zur Gemeinde Wartau zu lesen: «Der Streit nahm seinen Anfang in der Kirche Wartau in Gretschins. Mit dem Kauf der Herrschaft Werdenberg übte nun Glarus seit 1517 auch in Wartau die niedere Gerichtsbarkeit aus, die höherer lag beim Schloss Sargans, das katholisch war. Jedoch war die konfessionelle Frage in Wartau 1542 deutlich für die reformatorische Sache entschieden worden.»

Am anderen Ende von Werdenberg, in Sennwald, lautet die Überschrift zur Reformationsgeschichte: «Raub in Gottes Namen». Es geht um die reformierten von Hohensax und deren katholischen Halbgeschwister. Ein Zwist, ein Schlag auf den Kopf und bald der Tod sind die Vorgeschichte zum Raub einer Leiche aus der Freiherrengruft in Sennwald. In Buchs geht es um «Religiöse Zersplitterung» sowie die verschiedenen freikirchlichen Organisationen, welche während der vergangenen 100 Jahre, entstanden.

Ob Kirchtürme, andere in die Höhe gezogene Bauten oder Büchertürme: Beim Gang durch die Ausstellung begegnet der Besucher diesem Thema. So haben Mitglieder der beiden Fotoclubs Spektral und Werdenberg verschiedene Türme der Region fotografiert. Sie zeigen, wie markant ein Turm, nicht nur solche der Kirche, die Landschaft dominieren.

Führungen durch die Ausstellung

Passend zum Thema, wie kommt der Güggel auf den Kirchturm, haben mehrere Schulklassen der Region Güggel nach ihren Vorstellungen gestaltet. Wer diese Werke sehen will, darf die Treppenstufen bis zuoberst in den Turm unter die Füsse nehmen. Ein lohnender Aufstieg, denn nebst den Arbeiten der Schülerinnen und Schüler kann auch eine herrliche Aussicht nach allen Seiten genossen werden.

An den kommenden Sonntagen, 23. September mit Museumsleiter Thomas Gnägi um 14 Uhr; 21. Oktober mit Historiker Sepp Gähwiler, 14 Uhr und am 28. Oktober mit Historikerin Maja Suenderhauf, um 11 Uhr, finden Führungen durch die Ausstellung im Schloss statt. Am 23. September führen von 11 bis 12 Uhr Kinder durch die Ausstellung und an der Finissage vom 31. Oktober gibt es um 14 Uhr das «Abhilen» der Turmbekrönung durch Kinder und um 17 Uhr einen kleinen Schlusspunkt im Schlosshof.

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