Region
Werdenberg und Sarganserland haben entscheiden: Vorerst keine rasche Hilfe bei Wasserknappheit

Nach dem Hitzesommer 2018 haben die Gemeinden und Wasserversorger der Region Werdenberg und Sarganserland reagiert und ein Projekt gestartet. Dieses sollte die Bewässerung von Kulturen während Trockenperioden einheitlich regeln. Nach ursprünglich positiver Aufnahme musste das Projekt nun aufgrund von fehlenden Zustimmungen der Wasserversorgungen vorerst sistiert werden.

Alexandra Gächter
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Im Hitzesommer 2018 mussten viele Kulturen bewässert werden. In den Alpen wurde sogar via Helikopter bewässert.

Im Hitzesommer 2018 mussten viele Kulturen bewässert werden. In den Alpen wurde sogar via Helikopter bewässert.


Archivbild: Bruno Kissling

Die Hitzeperiode im Sommer 2018 zeigte eindrücklich, dass die Wasserversorgung von Alpgebieten sowie der Talebene zunehmend eine Herausforderung darstellt. Das fehlende Wasser musste in den Alpen mit Helikoptern oder mit provisorischen Leitungen zugeführt werden. Im Tal kam es aufgrund von Wasserknappheit zu Ertragsausfällen.

Die Region Sarganserland-Werdenberg gründete in der Folge eine Arbeitsgruppe Bewässerungskonzept und nahm sich der Thematik an. Im Gremium wirken das kantonale Amt für Wasser und Energie (AWE), das Landwirtschaftliche Zentrum St.Gallen in Salez (LZSG) sowie Vertreter von Ortsgemeinden und Gemüseproduzenten mit.

Ziel war es, bei Wasserknappheit rasch zu reagieren

Als Konsequenz aus den Erfahrungen behandelte die Arbeitsgruppe die zukünftige Sicherstellung der Bewässerung in der Region. Diesbezüglich fand ein Austausch mit der Gebäudeversicherung des Kantons St.Gallen, Abteilung Löschwasserversorgung, sowie der kantonalen Plattform «öffentliche Wasserversorgung» statt.

Ziel war es, ein verfahrensrechtliches Instrument zu schaffen, womit bei Wasserknappheit mittels eines Bewilligungsverfahrens rasch, gezielt und koordiniert reagiert werden kann. Unter Mitwirkung von Fachpersonen entstand eine «Vereinbarung über die Ausgestaltung eines Bewilligungsverfahrens zur Bewässerung von Kulturen bei Wasserknappheit», wie die Region Sarganserland-Werdenberg in ihrer Medienmitteilung schreibt.

Zwei Drittel hätten zustimmen müssen

Der erarbeitete Vertrag bezweckt, ein einheitliches Vorgehen der öffentlich-rechtlichen Wasserversorgungen bei der temporären Wasserlieferung zur Bewässerung in Zeiten lang anhaltender Trockenperioden zu ermöglichen. Um die Autonomie der Wasserversorgungen zu wahren, müssten nach einer Unterzeichnung der Vereinbarung die Wasserversorgungsreglemente der politischen Gemeinden und – wo örtliche Korporationen oder Ortsgemeinden zuständig sind – dieser Körperschaften angepasst werden.

Gemäss Vereinbarungsentwurf bedarf es für eine Weiterführung des Projekts die Zustimmung von zwei Drittel der öffentlichen Wasserversorgungen und Gemeinden in der Region Sarganserland- Werdenberg, den Vertrag zukünftig zu unterzeichnen.

Nötigen Zusagen nicht erhalten

Mit Bedauern nahmen die Vorstandsmitglieder und Gemeinden der Region Sarganserland-Werdenberg an der Delegiertenversammlung vom 24. Juni 2021 in Mels zur Kenntnis, dass es bis Ende Mai 2021 – trotz ursprünglich grosser Zustimmung sowie mehrfacher Nachfrage – nicht möglich war, die nötigen, schriftlichen Zusagen seitens Wasserversorger zu erhalten. Ohne Unterstützung und Zusagen der involvierten Korporationen und Partner kann das Projekt nicht umgesetzt werden, schreibt die Region Sarganserland-Werdenberg weiter in der Mitteilun.