Region WErdenberg

Klimaneutral heizen mit heimischem Holz

Bei der Erneuerung von Heizanlagen fällt der Entscheid auch im Werdenberg immer häufiger auf Holzfeuerungen. Eine beispielhafte Lösung hat Thomas Santschi aus Salez gefunden, der seine 30-jährige Öl-/Holzheizung ersetzt hat und nun komplett CO2-neutral heizt.

Heidy Beyeler
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Bei den jetzigen Temperaturen beschickt Thomas Santschi den Ofen einmal wöchentlich mit Holz.

Bei den jetzigen Temperaturen beschickt Thomas Santschi den Ofen einmal wöchentlich mit Holz.

Heidy Beyler

Die Entwicklung von Heizungen zieht sich vom Lagerfeuer zum offenen Feuer im Haus über Holzherde in der Küche, Holzöfen und Kaminöfen bis hin zu modernen Heizungen. Die Heiztechnik hat sich mit der Industrialisierung im 20. und im 21. Jahrhundert enorm entwickelt. Heute wird auf erneuerbare Energie gesetzt. In ländlichen Regionen entscheiden sich Hausbesitzer beim Ersatz einer Heizanlage vermehrt für Holzheizungen, da der Rohstoff Holz als Scheitholz, Holzschnitzel oder Holzpellets «vor der Haustüre» zu haben ist – ohne lange Transportwege.

«Die energetisch genutzte Holzmenge stieg im Jahr 2019 in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr um etwa 140000 auf rund 5246000 Festmeter», gab Energie Schweiz AG bekannt. Dadurch konnten mehr als eine Million Tonnen Heizöl ersetzt und der Umwelt 3,3 Millionen Tonnen zusätzliches CO2 erspart werden, wie der Verband weiter ausführt. Im Bulletin vom November 2020 schreibt Aeneas Wanner, Geschäftsleiter Energie Zukunft Schweiz AG:

«Die Energieholznutzung erreichte 2019 einen neuen Rekord.»

30-jährige Heizung ersetzt – Vorzeigeanlage realisiert

Michael Fenk, Präsident Holzenergie Werdenberg Rheintal

Michael Fenk, Präsident Holzenergie Werdenberg Rheintal

PD

Michael Fenk, Präsident Holzenergie Werdenberg Rheintal, freut sich, dass in dieser Region vermehrt ersatzbedürftige Ölheizanlagen und Elektrospeicherheizungen durch Holzheizanlagen ersetzt werden. «Beispiele wie das Heizsystem von Thomas Santschi aus Salez zeigen eine grosse Chance auf. So kann mit dem natürlichen Rohstoff Holz klimaneutral eine Heizung auch für mehrere Häuser betrieben werden.» Fenk bietet an:

«Wo immer Interesse an einer Holzheizung besteht, steht der Verein Holzenergie Werdenberg Rheintal gerne mit Fachwissen zur Seite.»

Thomas Santschi, Mitglied von Heizenergie Werdenberg Rheintal, hat seine 30-jährige, mit Öl und Holz betriebene Heizanlage ersetzt und eine beispielhafte Lösung gefunden. Mit der neuen Anlage können zwei bis drei Einfamilienhäuser geheizt werden – inklusive Warmwasser.

Ausschliesslich mit Stückholz betrieben

Die neue Stückholzheizung wird ausschliesslich mit Holzscheiten betrieben. Der Grund dafür: «Einerseits wird mit der neuen Anlage komplett CO2-neutral geheizt», erklärt Thomas Santschi, «das war die Grundbedingung für die neue Anlage.»

«Ein weiteres Argument ist für mich, dass der Rohstoff Holz in der Region in ausreichender Menge vorhanden ist.»
In den Werdenberger Wäldern gibt es ausreichend Holz.

In den Werdenberger Wäldern gibt es ausreichend Holz.

Corinne Hanselmann

Über den Verein Holzenergie Werdenberg-Rheintal sei er auf eine Firma gestossen, die in der Region Luzern ansässig ist und den grössten Teil der Holzöfen in der Schweiz herstellt. Für die Installation der Anlage hat Santschi einen Installateur aus Rüthi beauftragt. Die Anlage besteht aus drei Wasserspeichertanks mit insgesamt 7500 Litern. Die Tiefbauarbeiten wurde von einem Bauunternehmen in der Gemeinde Sennwald ausgeführt. Das Holz kann mit einem Lift direkt in grossen Gitterkörben in den Heizraum befördert werden.

Mit dem Lift (hinten) werden die Scheite in Gitterkörben mit einem Fassungsvermögen von einem Ster, in den Kellerraum befördert.

Mit dem Lift (hinten) werden die Scheite in Gitterkörben mit einem Fassungsvermögen von einem Ster, in den Kellerraum befördert.

Heidy Beyler

Eine Füllung reicht für eine Woche heizen

Mit dieser Heizanlage hat Thomas Santschi Pioniergeist bewiesen. Er weiss:

«In der Ostschweiz ist dies eine der wenigen, wenn nicht die einzige Anlage dieser Art.»

Es ist eine effiziente Lösung, die es möglich macht, das Auffüllen des Ofens per Hand direkt zu erledigen – ohne Schlepperei. Der Ofen wird mit meterlangem Spaltholz aus dem hiesigen Wald beschickt. Mit einer Füllung Scheitholz kann bei Aussentemperaturen bis minus zehn Grad eine Woche lang geheizt werden. In der Übergangszeit dürfte eine Füllung sogar für zwei Wochen ausreichen.

Bevor Santschi sich für diese effiziente Holzheizanlage, die mit Holzscheiten oder Holzpellets «genährt» werden kann, entschied, hat er sich intensiv informiert. Nun ist die Anlage seit einem Jahr in Betrieb. «Sie funktioniert bestens», freut er sich.