Region Werdenberg
Kirchlicher Sozialdienst der Seelsorgeeinheit Werdenberg mit zahlreichen Schicksalen konfrontiert

«Coronakrise! Einmal mehr trifft es diejenigen am heftigsten, die bereits vor der Krise wenig hatten», schreibt Snjezana Gajski, Leiterin des Kirchlichen Sozialdienstes (KSD) der Seelsorgeeinheit Werdenberg, in ihrem Jahresbericht 2020.

Armando Bianco
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Rechnen bis an die Schmerzgrenze: Das Jahr 2020 hat viele Schicksale erzeugt.

Rechnen bis an die Schmerzgrenze: Das Jahr 2020 hat viele Schicksale erzeugt.

Martin Ruetschi/Keystone

Working Poor, Menschen in unsicheren Anstellungsverhältnissen oder in besonders hart getroffenen Branchen, müssten noch mehr kämpfen als dies vor Corona ohnehin schon der Fall war. Schon früh sei deshalb klar gewesen: Der kirchliche Sozialdienst muss trotz unklarer Lage und unter Schutzvorkehrungen sein Angebot für Armutsbetroffene aufrechterhalten.

Arbeitsverhältnisse ohne jegliche Sicherheit

In der Beratungstätigkeit des KSD wurde offensichtlich, welche Art von Arbeit besonders schlecht geschützt ist und wo das Sozialsystem an seine Grenzen stosse. Befristete Arbeitsverträge oder Arbeit auf Abruf im Stundenlohn würden keinerlei Sicherheiten bieten.

«Um in den Beratungen möglichst nachhaltige Lösungen auszuarbeiten ist es notwendig, einerseits jede Situation individuell anzuschauen und zu prüfen, welche konkreten Hilfestellungen sinnvoll erscheinen, anderseits die Gleichbehandlung aller Klientinnen und Klienten zu gewährleisten.»

Wie die Leiterin des KSD in ihrem Jahresbericht weiter schreibt, habe man im Arbeitsalltag viel von familiären Spannungen, sozialen Sorgen und Zukunftsängsten erfahren. Im letzten Jahr meldeten sich insgesamt 82 Personen beim KSD. Dank der Glückskette, dem Coronafonds der Caritas und Spenden konnte der KSD 37 Haushalten eine finanzielle Überbrückungshilfe geben. Während und nach dem Lockdown seien bereits über 8000 Menschen in der Schweiz neu in die Sozialhilfe abgerutscht, darunter 2500 Kinder und Jugendliche

Lebensmittelabgabe im Schnitt für 96 Menschen

Snjezana Gajski, Kirchlicher Sozialdienst der Seelsorgeeinheit Werdenberg.

Snjezana Gajski, Kirchlicher Sozialdienst der Seelsorgeeinheit Werdenberg.

PD

Die Lebensmittelabgabestelle Wartau hat im Herbst 2020 das 3-Jahr-Jubiläum gefeiert. Rund 30 Haushalte versorgt die Stelle mit jährlich rund 21000 Kilogramm Nahrungsmitteln; von der Familie über Alleinerziehende bis hin zum Alleinstehenden. Insgesamt würden durchschnittlich 96 Menschen unterstützt, die Mühe haben, finanziell über die Runden zu kommen. Diese können für einen symbolischen Betrag von einem Franken Lebensmittel nach ihrer Wahl beziehen. Rund 30 Frauen und Männer setzen sich helfend freiwillig für die Lebensmittelabgabestelle ein

Stellenleiterin Snjezana Gajski schreibt weiter, dass es nebst ideeller auch finanzielle Unterstützung von Kirchenverwaltungen aus der Region und Privatpersonen gab. Und erstmals auch von Organisationen, die an den Überbrückungsfonds Werdenberg spendeten.

Schreibwettbewerb der Diakoniewoche

In der Zeit vom 5. bis 13. Juni findet die Diakoniewoche Werdenberg statt. Im vielseitigen Programm gibt es auch einen Schreibwettbewerb. Unter dem Motto «Der Hoffnung einen Schubs geben» können Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene ihre Hoffnungsgeschichte zu Wort bringen und zuhanden einer Jury einsenden. Welche Bilder der Hoffnung prägen das Leben? Welche Sehnsüchte bewegen die Menschen? Diese und andere Facetten können mit einem Text zum Leben erweckt werden. Der Einsendeschluss für den Schreibwettbewerb ist der 30. April. Weitere Informationen dazu gibt es unter der Adresse www.diakoniewoche.ch.

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