Weil die Schwimmzeiten für Schüler immer knapper werden: Region Werdenberg stösst Hallenbad-Analyse an

Werdenberger Gemeinden nehmen sich aktiv der zunehmenden Knappheit  von Schwimmzeiten in Hallenbädern an. Vertiefte Abklärungen sollen Synergien und Möglichkeiten aufzeigen.

Drucken
Teilen
Die Schwimmzeiten für Schüler werden in den Hallenbädern der Region immer knapper.

Die Schwimmzeiten für Schüler werden in den Hallenbädern der Region immer knapper. 

Colin Frei

(wo) Anfang 2020 wurde öffentlich thematisiert, dass die Schulen der Werdenberger Gemeinden zukünftig mit Kürzungen der Schwimmzeiten in den bestehenden Hallenbädern konfrontiert werden. In Bezug auf die erwarteten Entwicklungen sollen Situation, Bedürfnisse und Möglichkeiten in der Region für die Schul- sowie Freizeit- und Sportnutzung von Schwimm- und Badeangeboten abgeklärt werden. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor.

Der Bedarf der Schule Buchs wird tendenziell steigen

Der Eigenbedarf an Schwimmzeiten der Schule Buchs nimmt aufgrund steigender Schülerzahlen und zusätzlicher Klassen zu. Als Trägerin des Hallenbades Flös beansprucht die Stadt Buchs somit die Infrastruktur für den Eigenbedarf stärker. Dadurch stehen «Gast-Schulklassen» folglich weniger Wasserzeiten zur Verfügung.

Gemäss Planungen der Betreiberin wird der Zusatzbedarf der Schule Buchs auch weiterhin tendenziell steigen. Aus diesem Grund können die rückläufigen, verfügbaren Wasserzeiten im «Flös» jeweils an die weiteren Gemeinden Grabs, Gams und Sennwald nur für ein Schuljahr frei gegeben werden. Ein Teil der Werdenberger Schulen weicht bereits heute auf Liechtensteiner Hallenbäder aus. Aber auch dort sind die Schwimmzeiten zunehmend eingeschränkt.

Hallenbäder auch für Vereine und Privatpersonen

Seit dem Schuljahr 2017/18 bildet der Lehrplan Volksschule die neue rechtliche Grundlage der kantonalen Volksschule. Darin sind die Lernziele für den Schwimmunterricht obligatorisch definiert. Diese Vorgaben können über regelmässigen oder durch wochenweisen Schwimmunterricht erreicht werden.

Nicht ausser Acht gelassen werden darf zudem, dass in einem Hallenbad auch Wasserzeiten für Privatpersonen sowie Vereine – beispielsweise dem national erfolgreichen Schwimmclub Flös Buchs – zur Verfügung stehen sollen.

Erfahrungen aus anderen Regionen einbeziehen

Da die Wasserzeiten für die Bedürfnisse der Werdenberger Schulen im Hallenbad Flös nur noch bis im Schuljahr 2021/22 garantiert werden können, die Möglichkeiten in Liechtensteiner Hallenbädern zunehmend knapper werden sowie der Lehrplan Volksschule verbindliche Lernziele definiert, nehmen sich die Werdenberger Gemeinden aktiv der zunehmenden Knappheit an Wasserflächen an.

Als erster Schritt soll unter Federführung des Grabser Gemeindepräsidenten Niklaus Lippuner und der Buchser Schul- und Vize-Stadtpräsidentin Katrin Frick eine regionale Analyse erstellt werden. Hierzu gehört, den Bedarf an Wasserzeiten und -flächen der Schulen gemäss Lehrplan Volksschule, von Freizeit- und Sportvereinen und der Bevölkerung zu eruieren. Die Nachfrage soll den bestehenden sowie erwarteten Kapazitäten gegenübergestellt werden, heisst es in der Mitteilung.

Im Rahmen der Abklärungen werden Optionen unter Einbezug von Erfahrungswerten aus anderen Regionen und der bestehenden Infrastrukturen diskutiert. Ebenso sollen überregionale Synergien mit beispielsweise den Liechtensteiner Gemeinden gesucht werden. Ziel ist, durch eine ergebnisoffene Herangehensweise Lösungsmöglichkeiten zur Abdeckung künftiger Bedürfnisse aufzuzeigen.