Region Sarganserland-Werdenberg: Ein strategisch wertvolles Jahr

An der Delegiertenversammlung in Mels von Donnerstag wurde das Geschäftsjahr 2020 als intensiv, spannend und äusserst abwechslungsreich bezeichnet.

Michael Kohler, Armando Bianco
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Haben gemeinsam das Standortmarketing-Konzept erschaffen: (von links) René Lenherr und Patricia Schmid (beide RSW-Geschäftsstelle), Heidi Troisio (Content-Managerin) und Christoph Gull (RSW-Präsident)

Haben gemeinsam das Standortmarketing-Konzept erschaffen: (von links) René Lenherr und Patricia Schmid (beide RSW-Geschäftsstelle), Heidi Troisio (Content-Managerin) und Christoph Gull (RSW-Präsident)

Bild: Michael Kohler

Die Coronapandemie hat auch die Vertreter der Region Sarganserland-Werdenberg RSW mit voller Wucht getroffen. Nicht nur habe die regionale Geschäftsstelle als Drehscheibe und Schnittstelle verstärkt koordinierende Aufgaben zwischen den Gemeinden übernehmen müssen. Auch hat der RSW-Vorstand, bestehend aus allen 14 Gemeindepräsidenten der beiden Subregionen Sarganserland und Werdenberg, bis zu zweimal wöchentlich tagen und über den Umgang mit der ausserordentlichen Lage beraten müssen.

An der DV der RSW von Donnerstag zog Präsident Christoph Gull (Gemeindepräsident Flums) im Melser Kultur- und Kongresshaus Verrucano dennoch eine positive Bilanz. «Wir haben die Zeit während der Pandemie genutzt und die verordneten Teilschliessungen mit intensiven Arbeiten an strategischen Konzepten überbrückt.»

Ein vierter Pfeiler von grosser Bedeutung

So sei das Geschäftsjahr 2020 intensiv, spannend und äusserst abwechslungsreich gewesen. Nicht nur habe die RSW gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Sarganserland-Werdenberg, der Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee und der Werdenberger Wirtschaftsorganisation ein Standortmarketingkonzept ausgereift und umgesetzt, auch seien in den drei Ressorts Raumplanung, Verkehr und Bildung verschiedene Prozesse vorangetrieben worden.

Als Beispiele führte Gull etwa die angestossene Gesundheitsstrategie, die Aktualisierung des «Masterplans regionale Raumentwicklung» (MRE) oder die Stärkung des Bildungsstandortes (Kantonsschule, BZB und BZSL) auf. Und fügt an: «Wir brauchen regionale Einigkeit, um im Kanton etwas erreichen zu können.

Standortmarketing im Fokus

In einem letzten Traktandum vor der unbenutzten Varia zeigten Chirstoph Gull, RSW-Geschäftsleiter René Lenherr und Content-Managerin Heidi Troisio die Vorteile des Standortmarketings auf der neuen Website und den Social-Media-Plattformen der RSW ausführlich auf. Die Klickzahlen würden es bestätigen: «Die Rückmeldungen aus der Wirtschaft sind positiv und verheissungsvoll», so Gull. Und Troisio ergänzte in ihrem dynamische Auftritt: «Machen Sie sich selbst ein Bild.» (mk)

Auch stellte er fest, dass sich die Region in Bezug auf ihre Strahlkraft im Vergleich unterdurchschnittlich präsentiere. «Die intensive Themenbearbeitung ist als längerfristige Entwicklung zu betrachten. Wir müssen heute etwas machen, das dann später wirken wird», so Christoph Gull weiter. Sorge bereitet ihm dass man nach wie vor nicht genug qualifizierte und hoch qualifizierte Arbeitskräfte aus der Region rekrutieren kann; umso wichtiger sei es, dass die Region Sarganserland-Werdenberg attraktiv für Zuzüger dieser Art sei. «Wir müssen unsere Stärken besser kommunizieren und die Region besser verkaufen.»

In diesem Jahr neu geschaffen wurde die vierte Fachgruppe Energie und Umwelt. Unter dem Vorsitz von Andreas Bernold (Gemeindepräsident Wartau) wurde als erstes Projekt in Zusammenarbeit mit der Energieagentur St. Gallen bereits eine «Fotovoltaik-Aktion» umgesetzt (der W&O berichtete).

Der Verlust fällt grösser aus als budgetiert

Die grosse Projektpalette führte in der Jahresrechnung denn auch zwangsläufig zu grösseren Auslagen während des Geschäftsjahrs. Im Ressort Verkehr wurden 12000 Franken über Budget für zusätzliche Beratungsdienstleistungen ausgegeben, unter dem Posten «Projekte» fallen 56000 Franken Mehraufwand dem «Erlebnistag Energie» zu. Am meisten verschlang aber die Verwaltung (plus 100000 Franken). Nicht nur coronabedingt, sondern auch durch den Aufwand für die erwähnten strategischen Themen. Am Ende schliesst die Rechnung mit einem Defizit von 243000 Franken, budgetiert waren Mehraufwände von insgesamt 100000 Franken.

Und auch das Budget für das laufende Geschäftsjahr sieht einen negativen Abschluss vor, knapp 98 000 Franken soll der Mehraufwand betragen. Weil aber das Eigenkapital so weit stimmt und Gull die Erhöhung des Einwohnerbeitrags von 4.50 auf 5 Franken auf das Geschäftsjahr 2022 ankündigte, hiessen die 24 anwesenden Delegierten Rechnung und Budget wie schon den Jahresbericht zuvor einstimmig gut.