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«Recycling» für die erste Rheinbrücke Salez-Ruggell vor 90 Jahren

Im August 1929 wurde die erste Brücke Salez–Ruggell gebaut. Das Holz stammte von der alten Eisenbahnbrücke in Bad Ragaz und wurde von den SBB gratis zur Verfügung gestellt.
Hansruedi Rohrer
Innenansicht der 1929 entstandenen Brücke mit Holz der einstigen Eisenbahnbrücke Bad Ragaz-Maienfeld. (Bilder: Archiv Hansruedi Rohrer)

Innenansicht der 1929 entstandenen Brücke mit Holz der einstigen Eisenbahnbrücke Bad Ragaz-Maienfeld. (Bilder: Archiv Hansruedi Rohrer)

Bis 1918 existierte zwischen Salez und Ruggell ein Fährbetrieb über den Rhein. Nach ersten Verhandlungen im Jahr 1923 in der liechtensteinischen Gemeinde Ruggell zum Bau einer Brücke wurden die Bemühungen zur Realisierung erst wieder 1927 aufgenommen.

Sennwald lehnte den Bau zuerst ab

Die SBB waren sogar bereit, der Gemeinde Sennwald das Holz der alten Eisenbahnbrücke in Bad Ragaz zu schenken. Immerhin war es gut erhaltenes Lärchenholz. In der Gemeinde Sennwald wurde der Bau jedoch abgelehnt.

Aufrichte der Brücke.

Aufrichte der Brücke.

Erst Mitte Januar 1929 wurde mit dem Bau begonnen, und erst, nachdem am 14.Januar 1929 zwischen Sennwald und Ruggell ein Vertrag zum Bau dieser neuen Rheinbrücke samt Zufahrtsstrassen – und deren Kostenverteilschlüssel – abgeschlossen wurde. Der Brückenbau selbst kostete 132 000 Franken, das Holz war, wie erwähnt, gratis.

Zürcher Ingenieur erarbeitete das Brückenprojekt

Die Behörden einigten sich auf ein Projekt, welches von Ingenieur W. Stäubli in Zürich ausgearbeitet und eingereicht wurde und den neuesten Methoden des Holzbaus entsprach.

Es war eine Bogenbrücke nach System Tuchscherer mit eingehängter Fahrbahn. Auf der Baustelle wurde ein elektrisches Sägewerk errichtet, um die Brückenteile fertig geschnitten zu erhalten.

150 Meter lang und zwei Gehsteige

Die Konstruktion enthielt drei Spannbogen von je 48 Meter Länge, die damit je einen Drittel der gesamten Brückenlänge einnahmen. Pfeiler (Joche) und Widerlager konnten in armiertem Beton ausgeführt werden, das Satteldach bestand aus Eternitschiefer. Das Bauwerk ruhte auf den zwei von starken Eisenschienen durchzogenen Pfeilern.

Die Brücke erhielt eine Länge von 150 Metern mit Fahrbahn aus Längsbohlen und beidseitigen Gehsteigen. Die zulässige Belastung betrug 12 Tonnen.

Belastungsprobe mit drei Zehntönnern durchgeführt

Ende August 1929 erfolgte die Fertigstellung der imposanten Rheinbrücke Salez–Ruggell. Aus einer Zeitungsnotiz von damals ist zu entnehmen: «Die Belastungsprobe, die mit drei hintereinanderfahrenden Camions von je zehn Tonnen Gewicht durchgeführt wurde, gab sehr gute Resultate.

Zeitungsinserat vom 5. Februar 1929 betreffend Strassenbau zur Rheinbrücke.

Zeitungsinserat vom 5. Februar 1929 betreffend Strassenbau zur Rheinbrücke.

Die Behörden der anstossenden Gemeinden dürfen stolz sein auf ihre neue Brücke, die im Gegensatz zu den übrigen Holzbrücken über den Rhein den schwersten Verkehr zu bewältigen vermag.»

Nach 34 Jahren brannte die Brücke ab

Interessant ist, dass am 16.August desselben Jahres auch die neue Rheinbrücke Buchs–Schaan offiziell dem Verkehr übergeben wurde. Diese Brücke war jedoch eine sogenannte Eisen-Vollwand-Brücke. Sie ersetzte die alte Holzbrücke, welche 1927 beim Rhein-Hochwasser zum grössten Teil weggerissen wurde.

Am Nachmittag des 29.Juli 1963 brannte das Bauwerk nieder.

Am Nachmittag des 29.Juli 1963 brannte das Bauwerk nieder.

Das stolze Brückenbauwerk Salez–Ruggell mit der imposanten Bogenkonstruktion ereilte Jahre später ebenfalls ein Schicksal: Am späten Nachmittag des 29. Juli 1963 brannte die Brücke – vermutlich infolge Brandstiftung – innert weniger Stunden vollständig nieder.

Quellen: Werdenberger Nachrichten 1929, Werdenberger Jahrbuch 1990

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