Raiffeisenbanken in der Region auch ohne Rekord mit dem Resultat 2019 zufrieden

Die Raiffeisenbanken im Werdenberg und Sarganserland haben ihr Jahresergebnis 2019 präsentiert.

Armando Bianco
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Freuen sich über die Raiffeisen-Zahlen des Geschäftsjahres 2019 (von links): Sandro Uhlmann, Bruno Schmid, Monika Göldi und Christof Ackermann.

Freuen sich über die Raiffeisen-Zahlen des Geschäftsjahres 2019 (von links): Sandro Uhlmann, Bruno Schmid, Monika Göldi und Christof Ackermann.

Bild: Armando Bianco

«Die Raiffeisenbanken im Werdenberg und Sarganserland haben im Jahr 2019 ein gutes und solides Ergebnis erzielt. Wir hatten zwar kein Rekordergebnis, aber unter den aktuellen Umständen sind wir zufrieden», sagte Bruno Schmid, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Walenstadt, am Donnerstag an der Präsentation der Zahlen 2019 in der Filiale Mels.

Die Zinsmarge ist unter Druck

Gelitten hat vor allem der Zinserfolg, welcher sich um 1,5 Prozent auf rund 34 Millionen Franken reduziert hat. Die Zinsmarge, ein sehr wichtiges Ertragsfeld der Raiffeisenbanken, war 2019 stark unter Druck. Auf der Kostenseite ist der Personalaufwand um 4,2 und der Sachaufwand um 4 Prozent gestiegen. Diese und weitere Faktoren führten dazu, dass der Jahresgewinn um 2,4 Prozent auf rund 5,54 Millionen und der Geschäftserfolg um 5 Prozent auf 17,6 Millionen Franken gesunken sind.

Demgegenüber steht eine erfreuliche Entwicklung bei den unternehmerisch bedeutenden Ausleihungen (plus 1,46 Prozent), dem Depotvolumen (plus 13,2 Prozent) und den Kundengeldern (plus 3,1 Prozent). Die auffällige Steigerung der Depotvolumen führt Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Raiffeisenbank Werdenberg, auf die gut gelaufenen Märkte zurück: «Das Zinsniveau ist derzeit so tief, dass viele Kunden empfänglich sind für Alternativen und ihr Geld beispielsweise in Fonds investieren»

Die Raiffeisenbank kennt den Markt in der Region Werdenberg

Vor den Medien betonte Monika Göldi, Vorsitzende der Bankleitung Raiffeisenbank Sennwald, den überaus wichtigen Bezug zur Kundschaft. «Wir kennen den lokalen Markt mit seinen Bedürfnissen und Preisen bestens». Das verdeutlicht auch die Anzahl von 30 000 Mitgliedern der vier Raiffeisenbanken im Werdenberg und Sarganserland; die beiden Wahlkreise haben zusammen rund 80 000 Einwohner.

Die vier Banken sind im Südteil des Kantons mit einem Steueranteil von 2,9 Millionen Franken ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Als Arbeitgeber zählten sie letztes Jahr 121 Angestellte, das sind 8,5 Prozent mehr als im Jahr 2018. «Ausgebaut haben wir vor allem unser Geschäft im Bereich der Beratungen, darüber hinaus haben wir auch im Bereich EDV Geld und Personal investiert», erklärte Christof Ackermann, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Sarganserland, an der Präsentation der Zahlen weiter.

93 Prozent der Hypotheken im Wohneigentum

Die Ausleihungen (Hypotheken und Geschäftskredite) konnten um 1,46 Prozent gesteigert werden und betragen neu rund drei Mia. Franken. Von den Hypothekarausleihungen haben die Raiffeisenbanken 93 Prozent in Wohneigentum sowie landwirtschaftliche Liegenschaften investiert. Das Hypothekarportefeuille sei äusserst solide, für ausfallgefährdete Kredite mussten total nur 0,08 Prozent der Ausleihungen als Wertberichtigungen zurückgestellt werden.

Die Kundengelder nahmen um 3,1 Prozent auf 2,6 Mrd. Franken zu. Als besonders erfreulich wurde der starke Zuwachs beim Depotvolumen (über 13 Prozent) auf 437,7 Mio. Franken bezeichnet. Basis dafür seien die starken Finanzmärkte und das Vertrauen in die lokalen Raiffeisenbanken. Die Bilanzsumme der vier Raiffeisenbanken erhöhte sich um 3,06 Prozent auf 3,579 Mrd. Franken.

Das Zinsengeschäft ist weiterhin der wichtigste Ertragspfeiler der Raiffeisenbanken. Dieser Zinserfolg reduzierte sich aufgrund der anhaltenden Tiefzinsphase um 1,5 Prozent. An der Präsentation der Zahlen 2019 wurde betont, dass Raiffeisen den Privatkunden keine Negativzinsen verrechnet.

Höheres Eigenkapital bedeutet mehr Sicherheit

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 984 000 Franken auf neu 24,6 Mio. Franken. Letztlich resultiert ein Geschäftserfolg in der Höhe von 17,6 Mio. Franken (Vorjahr 18,5 Mio. Franken). Nach Steuern von 2,9 Mio. Franken, weisen die vier Raiffeisenbanken einen Jahresgewinn von 5,542 Mio. Franken (Vorjahr 5,68 Mio. Franken) aus, was einer Reduktion um 2,4 Prozent entspricht, betonten die Verantwortlichen weiter.

Aufgrund der guten Ertragslage konnten weitere Reserven gebildet werden. Damit haben die Raiffeisenbanken im Werdenberg und Sarganserland die Eigenkapitalbasis deutlich gesteigert. Das Eigenkapital erhöhte sich von 304 Mio. Franken (2018) auf 319 Mio. Franken (2019), was eine Zunahme um 4,9 Prozent bedeutet. Aus Optik der Sicherheit sei das wichtig, wurde weiter betont.

«Selbstbedienungsquote» steigt – Anzahl Mitarbeiter auch

Mobile Zahlungssystem liegen im Trend, junge Leute würden beispielsweise häufig auf Twint anstatt auf eine Kreditkarte setzen. Insgesamt kann man von einer steigenden «Selbstbedienungsquote» sprechen. Dennoch arbeiteten 2019 mehr Angestellte in den vier Raiffeisenbanken der Regionen Werdenberg und Sarganserland, ausgebaut wurde nämlich vor allem das Beratungsangebot. Im Jahr 2018 zählte man 112 Angestellte, im Geschäftsjahr 2019 waren es 121 Personen, die einer Beschäftigung bei einer der hiesigen Raiffeisenbanken nachgingen.«Es kommen nicht nur immer weniger Leute an den Bankschalter, auch die Nutzung von Bankomaten ist stark rückläufig», sagte Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Werdenberg, an der gestrigen Medienkonferenz in Mels.