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Prozess im Baukrimi Bad Rans beginnt am Montag

Heute beginnt in Mels die wohl grösste Verhandlung, die das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland je gesehen hat. Zehn Beschuldigte haben sich zu verantworten, weil sie Anleger um Millionen betrogen haben sollen.
Reinhold Meier
Statt des alten Bad Rans (Bild) sollte ein 1240-Millionen-Wellness-Tempel entstehen. (Bild: Archiv)

Statt des alten Bad Rans (Bild) sollte ein 1240-Millionen-Wellness-Tempel entstehen. (Bild: Archiv)

Die Dimensionen des Prozesses sind aussergewöhnlich. Neben den zehn Angeklagten sind zwei Staatsanwälte und rund 15 Verteidiger im Einsatz, dazu das fünfköpfige Gericht, samt Gerichtsschreiber und Personal – also insgesamt rund drei Dutzend aktiv Beteiligte.

500 Kleinanleger sollen 22 Millionen verloren haben

Allein die Akten füllen mit über 50 Zügelkartons zwei Euro-Paletten. Die Verhandlung sprengt denn auch die Gegebenheiten im Gerichtsgebäude und muss verlegt werden: Sie findet im Theorielokal der Feuerwehr Pizol statt.

Das scheint nicht nur in räumlicher Hinsicht stimmig. Schliesslich lodert auch in der Sache selbst Feuer unterm Dach. Denn über 500 Kleinanleger sollen viel Geld verloren haben, rund 22 Millionen Franken, oft ihren Notgroschen und Geld fürs Alter.

Verantwortlich dafür macht die Staatsanwaltschaft eine Truppe von mutmasslichen Anlagebetrügern, die mit einer Genossenschaft zur Wiederbelebung des historischen Bad Rans eine verlockende Falle aufgebaut habe, in die arglose Anleger tappten.

Luftschloss ist abgebrannt

Dazu propagierten sie ein 140-Millionen-Luftschloss. Angeblich, um mit Tiefenbohrungen die Thermalquelle zu erschliessen, ein Vier-Sterne-Hotel zu errichten mit Seminartrakt, Wellness, Ballsaal und Seniorenresidenz. Aber das war zu schön, um wahr zu sein.

Von Beginn weg leiteten die Hauptangeklagten Anlagen ihrer Kunden in die private Schatulle um, so die Anklage. Dazu nutzen sie ihr Doppelmandat als Verwaltungsräte der Genossenschaft und ihrer eigenen Aktiengesellschaft. So konnten sie sich Rechnungen über luftleere «Promotionshonorare» ausstellen und die Genossenschaft ausbeuten. Auf der Baustelle geschah derweil nicht viel.

Das Spiel sei sogar noch weitergegangen, als sich die desolate Überschuldung abzeichnete und Konkursverfahren liefen. Die Anklage lässt diesen Fall zudem nur als einen von mehreren im Rahmen eines noch viel weiter verzweigten illegalen Konstrukts erscheinen. Es soll nicht nur Anlegern, sondern auch Banken, Handwerkern, Pensionskassen und Zulieferern weitere Millionen schuldig geblieben sein.

Hohe Haftstrafen?

Die Anklage wird ihre Anträge zur Strafzumessung im Wesentlichen erst an Schranken stellen. Dabei dürften jedoch hohe Haftstrafen im Raum stehen, namentlich für die Hauptbeschuldigten. Insgesamt drei Anklageschriften liegen vor, die vor allem auf betrügerischen Konkurs, Veruntreuung, Misswirtschaft, Betrug und Urkundenfälschung lauten.

In einer kleineren der drei Anklageschriften fordert die Staatsanwaltschaft bereits konkrete Freiheitstrafen von dreieinhalb Jahren sowie von sechs, 15 und 24 Monaten. Für den Prozess vor dem regionalen Kreisgericht in Mels ist eine Dauer von vollen drei Wochen angesetzt.

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