Prächtiger Umzug war der Höhepunkt der BZB-Einweihung vor 50 Jahren

Mit einem grossen Fest wurde am 19. und 20. April 1969 der Neubau der Gewerblichen Berufsschule Buchs (damals noch GBB) im Hanfland feierlich eingeweiht. Beim Festumzug wirkten über 700 Lehrlinge mit.

Hansruedi Rohrer
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Am Festumzug zeigen Lehrlinge anhand von Gemeindewappen das Einzugsgebiet der Schule.
7 Bilder
Maschinenzeichner transportieren ihre überdimensionierten «Werkzeuge».
Schreinerleute fahren mit einem grossen Hobel vor. (Bilder: Archiv BZB)
Die Malerklassen stellen sich mit einem originellen Spruch zum Umzug bereit.
Gewerbeschul-Vorsteher Johann Weder am Spatenstich vom 16. Mai 1967.
Landammann Mathias Eggenberger an der Eröffnungsfeier am 19. April 1969.
Übergabe des grossen, symbolischen Schlüssels am Festakt.

Am Festumzug zeigen Lehrlinge anhand von Gemeindewappen das Einzugsgebiet der Schule.

Am kommenden 21. Juni wird ab 11 Uhr unter dem Motto «Das Fest! Sei dabei!» im Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs nochmals gefeiert. Unter anderem gibt es ab 14 Uhr im Lichthof die Ausstellung «Zeitreise 50 Jahre BZB» zu sehen. Vor einem halben Jahrhundert war es nämlich, als der stolze Neubau mit dem Einweihungsfest der Bestimmung übergeben werden konnte.

Spatenstich am 16. Mai 1967

Die moderne Berufsausbildung hatte in Buchs schon lange einen grossen Stellenwert. So vermochte die damalige Gewerbeschule an der Turnhallenstrasse (heute Schulhaus Buchserbach) trotz eines Erweiterungsbaus im Jahre 1957 die vielen Lernenden ihrer Berufe bald nicht mehr unterzubringen. Am 3. Oktober 1966 beschlossen die Schulbürger den Bau des neuen Berufsschulhauses; am 16. Mai 1967 fand der Spatenstich und am 20. September die Aufrichtefeier statt.

Beginn der Bauarbeiten für die neue Gewerbliche Berufsschule. (Bild: Archiv BZB)

Beginn der Bauarbeiten für die neue Gewerbliche Berufsschule. (Bild: Archiv BZB)

Am Samstag, 19. April 1969 – just zur offiziellen Einweihungsfeier – herrschten mit Kälte und Schneetreiben winterliche Verhältnisse. Zum nachmittäglichen Festakt versammelten sich Behördenvertreter, Delegationen der Berufsverbände, Schüler und zahlreiche andere Gäste im Lichthof.

«Ein kurzer, kräftiger Trommelwirbel der Tambourengruppe Buchs und ein flott vorgetragenes Lied des GBB-Schülerchors eröffneten die Einweihung, um sodann dem Schulratspräsidenten Hans Rohner das Wort zur Begrüssung freizugeben.»

So berichtete vor 50 Jahren die Lokalzeitung. Nach der Schlüsselübergabe und einem Marsch der eigens für den Festakt gebildeten GBB-Schülermusik eröffnete der Werdenberger Landammann Mathias Eggenberger den Reigen der Ansprachen. Er wies auf den Strukturwandel in der Wirtschaft mit einer Zunahme der Industrie und Dienstleistungsbetriebe, dem Aufkommen neuer Berufe und der Veränderung durch Mechanisierung und Automatisierung hin. Die zweckmässigen Schulräume würden vom Weitblick der Schulbehörde und der Aufgeschlossenheit der Bevölkerung zeugen.

Weitsichtig und aufgeschlossen

Der liechtensteinische Regierungschef Gerard Batliner überbrachte die Grüsse des Fürstentums. Auch in seinem Land habe sich eine tiefgehende Strukturwandlung vollzogen mit zurzeit 55 verschiedenen Berufsgattungen. Der Kanton St. Gallen sei in der beruflichen Ausbildung weitsichtig und aufgeschlossen, sagte im weiteren Fürsprech Hans Dellsberger vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, Bern. Dem Festakt schloss sich ein Rundgang durch den Neubau und ein gemütliches Beisammensein in der Mensa an. Der Neubau kostete knapp acht Millionen Franken.

Vielbestaunter Festumzug am Sonntag

Den grossen Umzug am Sonntagnachmittag unter dem Titel «Die GBB stellt sich vor» wollten sich viele Schaulustige den Strassen entlang ansehen. Sie alle wurden nicht enttäuscht. Unter den Klängen der Lehrlingsmusik, der Harmoniemusik Schaan und der Blechharmonie Räfis-Burgerau setzte sich der Festumzug in Bewegung. Er gliederte sich in vier Abschnitte. Der erste Teil zeigte in Bildern den Aufbau des neuen Bildungszentrums, im zweiten Teil stellten die Lehrlinge die einzelnen Berufsbilder vor, der dritte Teil galt der Einweihung und versinnbildlichte die Schlüsselübergabe, und im vierten Teil gab es die Freizeitgestaltung der Lehrlinge zu sehen. Am Umzug wirkten über 700 Lehrlinge mit, es wurden 25 Motorfahrzeuge für die Umzugswagen benötigt, und der 1,5 Kilometer lange Umzug dauerte über eine Stunde.

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