Postbotin Brigitte Müller ist das Christkind in Gelb

Adventszeit bedeutet für die Postboten einiges an Mehrarbeit. Dies trifft auch für Brigitte Müller und ihr Team zu, welches die Zustellungen von Gams aus beginnt. Die Arbeit bereitet ihr grosse Freude, egal ob doppelt so viel Päckli und Briefe zu verteilen sind.

Andrea Müntener
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Die zusätzliche Arbeit in der Vorweihnachtszeit bereitet der Postbotin Brigitte Müller grosse Freude. (Bilder: Andrea Müntener)
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Die zusätzliche Arbeit in der Vorweihnachtszeit bereitet der Postbotin Brigitte Müller grosse Freude. (Bilder: Andrea Müntener)

Seit über zehn Jahren ist Brigitte Müller als Postbotin tätig. Unabhängig von Jahreszeit und Wetter geht sie täglich voller Freude ihrer Arbeit nach. Dass die Wochen vor Weihnachten eine besondere Zeit des Jahres sind, nimmt die 50-Jährige nicht nur an der Menge von Paketen und Briefen wahr. Auch viele Kunden lassen sie es auf ihre Art spüren.

Früh aufstehen macht ihr nichts aus

Das frühe Aufstehen macht der «aufgestellten» Postbotin nichts aus. Denn bereits vor 6 Uhr morgens sind Brigitte Müller und ihre Mitarbeiter in den Räumen der ehemaligen Post in Gams anzutreffen. Dort werden die Briefe und Pakete für die Gemeinden Gams und Sennwald für die jeweilige Zustelltour sortiert.

Je nach Tour dauert die Sortierung unterschiedlich lange. Nach gut zwei Stunden heisst es aber bei allen Pöstlern «Tschüss» - und alle begeben sich auf ihren Zustellgang in einem der sechs Dörfer Gams, Sax, Frümsen, Haag, Sennwald oder Salez. «Je nachdem, welche Tour ich habe, fahre ich mit dem gelben Auto der Post oder dem Elektro-Dreirad-Roller zu den Briefkasten oder Haustüren der Kunden. Ich freue mich täglich auf meine Touren. Dass ich dabei stets an der frischen Luft bin ist für mich eines der Highlights meines Jobs», so die Teamleiterin der Gamser Postboten.

Von der Karosserie zur Post

Es scheint so, dass die in Sax aufgewachsene Brigitte Müller ihren Traumberuf gefunden hat. Ursprünglich hat sie eine Lehre als Karosserie-Spenglerin zu Hause in Sax bei ihrem Vater absolviert.

Nachdem ihre beiden mittlerweile erwachsenen Kinder etwas grösser waren, suchte sie sich wieder eine Arbeit. «Anfangs war ich eine Weile als Znüni-Zustellerin für eine Bäckerei tätig. Im Anschluss wurde mir die Möglichkeit geboten, als Zustellerin zu arbeiten. Zuerst im Rheintal und nun schon seit neun Jahren in Gams. Es gefällt mir ausserordentlich gut», betont Brigitte Müller.

Schon im Oktober steigt die Zahl der Pakete an

In den zwölf Jahren ihrer Tätigkeit bei der Post hat sich einiges an ihrer Arbeit verändert, es wurde modernisiert und auch digitalisiert. Allgemein hat die Zahl der Briefpost durch die ganze Digitalisierung enorm abgenommen. Im Gegenzug stehen durch die Online-Einkäufe mehr Paketauslieferungen auf der Tagesordnung.

Bereits im Oktober wird in diesem Bereich eine Steigerung verzeichnet, Brigitte Müller und ihr Team liefern mehr Pakete aus als in den Monaten davor. «Vor allem die Sendungen aus China haben zugenommen. Es ist unglaublich, wie viele China-Päckli wir momentan austragen», stellt Brigitte Müller fest. In den Monaten November und Dezember werden Schweiz weit rund 7 Prozent mehr Pakete versendet als in den restlichen Monaten.

Sie verschickt jedes Jahr selbst Weihnachtskarten

Auch die Anzahl der Briefpost nimmt leicht zu, weil ab und an noch immer Weihnachtsgrüsse in Form eine Karte per Post versendet werden. «Das ist auch für mich persönlich ein fester Bestandteil in der Weihnachtszeit. Meine Freunde, die nicht gleich um die Ecke wohnen, erhalten von mir jedes Jahr eine traditionelle Weihnachtskarte, das ist mir sehr wichtig», schildert die leidenschaftliche Pöstlerin.

Obwohl das Auftragsvolumen in der Adventszeit um einiges höher ist, liebt Brigitte Müller ihren Job beinahe noch ein bisschen mehr als im Rest des Jahres. Der Grund dafür sind die Kunden selbst: «Ganz oft werden wir erwartet und freudig begrüsst, wenn wir ein Paket bringen. Diese Freude und auch Dankbarkeit der Leute bereitet auch mir Freude.» Je näher Weihnachten rückt, desto wohlwollender werden viele Kunden. Oftmals hören die Postboten ein lautes Danke oder erhalten einen Händedruck, verbunden mit ein paar Schöggeli, Weihnachtsguetzli oder gar einem Batzen für die Kaffeekasse.

Ein wenig das Gefühl wie das Christkind zu sein

«Mit all den Paketen im Kofferraum meines gelben Autos und den freudig wartenden Kunden komme ich mir manchmal schon ein wenig vor wie das Christkind, das Christkind in Gelb.» Das sagt sie mit einem Augenzwinkern, steckt den Scanner ein - und weiter geht es auf ihrer Tour durch Gams.

Es warten noch einige Kunden auf ihre Zeitungen, Briefe und vielleicht auch auf ihre Weihnachtsbestellungen aus Übersee.