Im Endspurt: Sennwalder Gemeindepräsidiums-Kandidierende ziehen  eine positive Wahlkampf-Bilanz

Am 9. Februar wählen die Sennwalderinnen und Sennwalder ihr neues Gemeindeoberhaupt. Die drei Kandidierenden freuen sich über die positiven Rückmeldungen und Gespräche während ihres Wahlkampfs.

Katharina Rutz
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Diese Woche landeten die Abstimmungsunterlagen in den Sennwalder Briefkästen.

Diese Woche landeten die Abstimmungsunterlagen in den Sennwalder Briefkästen. 

Corinne Hanselmann

In drei Wochen wählen die Sennwalderinnen und Sennwalder den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Gemeindepräsident Peter Kindler. Seit dem ersten Wahlgang vom 17. November sind dann zweieinhalb Monate vergangen. Der Wahlkampf lief in den vergangenen Wochen auf Hochtouren. Fabienne Bernegger-Hafner, Bertrand Hug und Jürg Stricker versuchen sich mit Plakaten und Flyern, an Veranstaltungen und auf Social Media möglichst gut zu präsentieren.

Wahlkampf als Bereicherung fürs Leben

Obwohl allen drei das Wohl der Bürgerinnen und Bürger und der Gemeinde an erster Stelle steht, gibt es doch Nuancen in der Positionierung. So streicht Fabienne Bernegger ihre Verwaltungserfahrung und ihr Fachwissen heraus. Bertrand Hug zeigt sich volksnah und unabhängig und Jürg Stricker positioniert sich als strukturierter Macher. Auf Anfrage des Werdenberger & Obertoggenburger bestätigen alle drei, dass der Wahlkampf eine mehrheitlich positive Erfahrung für sie sei und dass sie auch bei einer Nichtwahl eine Bereicherung für ihr Leben darin sehen.

Kurz vor der Wahl berichten alle drei von einem guten Gefühl. Fabienne Bernegger-Hafner sagt:

«Ich erhalte sehr viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, was mir ein sehr gutes Gefühl gibt. Folglich schaue ich dem 9. Februar mit viel Freude und Zuversicht entgegen.»

Bertrand Hug zeigt sich ebenfalls selbstsicher:

«Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind positiv, ich spüre eine breite Unterstützung. Und die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde werden auf jeden Fall den für sie richtigen Entscheid fällen.»

Jürg Stricker sagt:

«Ich habe ein gutes Gefühl, auch wenn der Wahlausgang offen ist.»

Wahlkampf wurde aktiv betrieben

Alle Kandidaten betrieben einen sehr aktiven Wahlkampf und organisierten diverse Veranstaltungen, an denen sie die Bevölkerung kennen lernen konnte oder noch kann.

Fabienne Bernegger lud ins Landwirtschaftliche Zentrum in Salez ein und konnte nach eigenen Angaben 80 Bürgerinnen und Bürger an ihrem «Neujahrsapéro und Dialog» begrüssen. Jürg Stricker und Bertrand Hug organisierten mehrere Termine in den fünf Dörfern der Gemeinde und Bertrand Hug lädt zusätzlich die Bevölkerung am 19. und 25. Januar noch zu «Feuergesprächen» zu sich nach Hause ein.

Jürg Stricker hatte spannende Diskussionen und erhielt eine spontane Einladung

Jürg Stricker

Jürg Stricker

PD

Jürg Stricker, mit 414 Stimmen der Drittplatzierte aus dem ersten Wahlgang, hat mit den Frage- und Diskussionsabenden auf konkrete Kritik reagiert. «Nach dem ersten Wahlgang bekam ich das Feedback, dass man mich zu wenig wahrgenommen habe», sagt er. Trotz seiner Tätigkeit im Ausland habe er deshalb an diversen Anlässen in der Gemeinde den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern gesucht. Viele seien in der Folge auf ihn zugekommen und bekräftigten ihre Unterstützung. «Dabei kam es zu spannenden Diskussionen und Anregungen bis hin zur spontanen Einladung zu einer Betriebsbesichtigung», sagt Stricker und zählt dies zu den schönsten Erlebnissen seines Wahlkampfs. Den wenigen «unqualifizierten Rückmeldungen» wolle er keine Plattform bieten. Sollte er nicht gewählt werden, sei er auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher geworden.

Offene Art der Bevölkerung faszinierte Fabienne Bernegger

Fabienne Bernegger-Hafner

Fabienne Bernegger-Hafner

Corinne Hanselmann

Fabienne Bernegger erreichte im ersten Wahlgang mit 416 Stimmen zwei Stimmen mehr als Jürg Stricker. Bei ihrem Wahlkampf faszinierte sie die offene Art der Bevölkerung an jeder von ihr besuchten Veranstaltung. «Ich fühlte mich überall sehr willkommen». Negative Erfahrungen habe sie keine gemacht. Auch bei einer Nichtwahl seien die spannenden Begegnungen, die vielfältigen Anlässe sowie ihr persönlicher Lernprozess eine Bereicherung, sagt sie. Obwohl sie bereits jetzt eine anspruchsvolle und spannende Tätigkeit ausüben dürfe und dies als Privileg erachte, würde es sie «ausserordentlich freuen», wenn sie ab Juli 2020 Gemeindepräsidentin von Sennwald wäre.

Hug geht mit Vorsprung in den zweiten Wahlgang

Bertrand Hug

Bertrand Hug

PD

Bertrand Hug schaffte im ersten Wahlgang mit 585 Stimmen das beste Resultat. Sein Motto für den zweiten Wahlgang ist denn auch: «Jetzt erst recht». Als schönstes Erlebnis beschreibt er die vielen ausserordentlich positiven Rückmeldungen zu seiner Themensetzung während des Wahlkampfes. «Ich bin begeistert, wie interessiert die Bürgerinnen und Bürger sind und wie offen auf mich und auch auf meine Familie zugegangen wird», sagt er ausserdem. Schade findet er, «dass es vereinzelt Bürgerinnen und Bürger gibt, welche sich ein Urteil über mich gebildet haben, ohne je mit mir gesprochen zu haben. Ich würde mir wünschen, dass ich von diesen die Chance bekomme, mich ihnen gegenüber zu positionieren.»

Über eine Nichtwahl wäre Bertrand Hug «sicher enttäuscht». Dennoch bezeichnet er den Wahlkampf als ausserordentlich positive Lebenserfahrung, während der er weitere interessante Menschen aus der Gemeinde kennen gelernt und viele spannende Gespräche geführt habe.

Sennwalder haben die Qual der Wahl

Zum Schluss erhalten die Kandidierenden im «Werdenberger & Obertoggenburger» noch einmal Gelegenheit zu sagen, warum genau sie die richtige Person für das Gemeindepräsidium von Sennwald sind:

Fabienne Bernegger-Hafner sagt: «Als Macherin liebe ich es aktiv zu gestalten. Zusammen mit dem Gemeinderat will ich einen fortschrittlichen Beitrag für eine gute Lebensqualität in allen Dörfern der Gemeinde Sennwald leisten. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Steuergeldern sowie die Umsetzung des Bürgerwillens stehen für mich an oberster Stelle. Als Gemeindepräsidentin könnte ich meine Fach- und Sozialkompetenz vereinen. Mein rechtliches und wirtschaftliches Wissen sowie die Verwaltungserfahrung helfen der Gemeinde und mir in alltäglichen Fragestellungen.»

Jürg Stricker meint: «In den Diskussionen während dem Wahlkampf habe ich sehr oft gehört, dass sich die Bürger eine Führungspersönlichkeit wünschen, welche auch in der Lage ist, Projekte erfolgreich umzusetzen. Ich bringe beides mit, sowohl aus der Wirtschaft wie auch politisch. Das Politische sogar in unserer Gemeinde.» Jürg Stricker war von 1997 bis 2004 im Schulrat, davon drei Jahre als Präsident.

Bertrand Hug sagt: «Unsere fünf Dörfer werden mit mir den wirklich neutralen, gänzlich unabhängigen Gemeindepräsidenten erhalten, der sich für die Gemeinde einsetzen wird. Ich bin authentisch, bodenständig und nahbar. Ich beweise seit Jahren, dass ich mich für die Gemeinde und das Gemeinwohl einsetze und auch bereit bin, mich dafür zu exponieren. ‹What you get is what you see (Anmerkung der Redaktion: Was du kriegst, ist was du siehst)›, wie schon Tina Turner sang.»