Positive Saisonbilanz
Skicrosser Jonas Lenherr hatte viel Spass an einem Premierensieg, Snowboarderin Julie Zogg gelang ein versöhnlicher Saisonabschluss

Jonas Lenherr gelang diese Saison ein Erfolg für die Geschichtsbücher. Wie Julie Zogg gehört er dank Konstanz zur Weltspitze.

Robert Kucera
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Konstant an der Weltspitze, nur der Weltcupsieg im Einzelbewerb fehlte: Der Gamser Skicrossrennfahrer Jonas Lenherr ist mit der Saison 2020/21 im Allgemeinen sehr zufrieden.

Konstant an der Weltspitze, nur der Weltcupsieg im Einzelbewerb fehlte: Der Gamser Skicrossrennfahrer Jonas Lenherr ist mit der Saison 2020/21 im Allgemeinen sehr zufrieden.

Bild: Stephan Boegli

Das Duo Julie Zogg und Jonas Lenherr steht für Konstanz. Seit Jahren sind sie die einzigen Werden-berger Weltcup-Vertreter im Wintersport, welche Punkte einheimsen, Podestplätze herausfahren und über Siege jubeln dürfen. Zogg braucht dafür ein breites Brett, Lenherr ist auf zwei schmalen Latten unterwegs. Dies scheint in der Saison 2020/21 auch der einzige Unterschied zu sein. Sowohl die Wartauerin Julie Zogg als auch der Gamser Jonas Lenherr untermauerten, dass sie zur Weltspitze gehören.

Dieses Prädikat verdienten sich beide mit Konstanz auf höchstem Niveau. In elf Rennen klassierte Lenherr neunmal in den Top Ten. Viermal stiess er in den Big Final vor. Als einer von sage und schreibe 23 Fahrern und am zweithäufigsten aller Skicrosser. Unter den sieben Saisonsiegern ist der Name Lenherr dagegen nicht zu finden.

Bei Zogg sieht es ähnlich aus. In den neun Weltcup-Rennen war sie nie schlechter als Neunte klassiert. Viermal, darunter zwei Siege, stand sie auf dem Podest. In ihrer Snowboard-Disziplin teilten sich fünf Rennfahrerinnen die Siege auf. Zudem standen elf verschiedene Snowboarderinnen auf dem Siegerpodest.

Geschichtsbucheintrag für Jonas Lenherr

«Es ist nicht so, dass ich besser Ski fuhr als in den letzten Saisons», sagt der 31-jährige Lenherr. «Doch gemessen an den Resultaten war es sicher eine super Saison. Die Konstanz zeigt auf, dass es mir sehr gut lief und ich vieles richtig gemacht habe. Deshalb bedeutet mir diese Konstanz viel. Denn auf das arbeite ich im Sommer hin.»

Doch Jonas Lenherr muss weiter auf seinen vierten Weltcup-Sieg warten. Zuletzt stand er am 17. Dezember 2018 zuoberst auf dem Podest. Dass er einige Male nahe dran war und doch nicht reüssiert hat, wurmt ihn schon: «Ich bin schliesslich Wettkämpfer. Da will man am liebsten jedes Weltcup-Rennen gewinnen», sagt Lenherr. «Auf der anderen Seite wäre ich als Gesamt-Achter mit einem Sieg nicht so zufrieden wie ich es jetzt als Gesamt-Zweiter bin.» Verpassten Chancen nachtrauern mag der Gamser nicht:

«In diesem Sport gibt es nun mal viele Faktoren, die stimmen müssen, um Rang eins zu belegen.»

Was ihm als Einzelkämpfer verwehrt blieb, schaffte Lenherr in einem Zweierteam. Gemeinsam mit Fanny Smith gewann er die erste Austragung des Teambewerbs auf Stufe Weltcup. «Es war cool zu gewinnen, und das Rennen hat richtig Spass gemacht», schildert er und hält fest: «Ich werde zusammen mit Fanny Smith immer der erste Sieger bleiben. Das ist was für die Geschichtsbücher.» Er würde es sehr begrüssen, wenn dieses Rennformat im Weltcup-Kalender bliebe. So hätte man an Grossanlässen zwei Chancen, Edelmetall zu holen, statt nur der einen.

Julie Zogg freut sich am Heimrennen von Scuol über Platz drei - einen von vier Podestplätzen, welche die Wartauerin in der Saison 2020/21 herausgefahren hat.

Julie Zogg freut sich am Heimrennen von Scuol über Platz drei - einen von vier Podestplätzen, welche die Wartauerin in der Saison 2020/21 herausgefahren hat.

Bild: Gian Ehrenzeller/Key

Versöhnlicher Abschluss für Julie Zogg

«Für mich war es sehr schön, die Saison so abzuschliessen», hält Julie Zogg in ihrem Rückblick fest. Drei Rennen fanden nach der WM statt – in allen stand sie auf dem Siegerpodest. Mit Platz eins im Parallelslalom von Berchtesgaden hat sich die 28-Jährige auch die kleine Kristallkugel in dieser Disziplin gesichert. «Dies war für mich ein versöhnlicher Abschluss, der mir persönlich wichtig war. Denn an der WM lief es nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe», sagt Zogg, die zweimal Neunte an den Weltmeisterschaften in Rogla wurde. Zufrieden ist sie mit der Konstanz:

«Letztmals bin ich in der Saison 2015/16 in jedem Rennen unter die Top Ten gefahren. Nur habe ich damals keinen Podestplatz belegt. Heuer waren es zwei Siege und zwei dritte Plätze.»

Am liebsten würde Julie Zogg jetzt noch weitere Weltcuprennen fahren und ihre Topform nutzen, um noch den Gesamtweltcup zu holen. Deshalb bedauert sie, dass diese Saison vier Rennen abgesagt wurden. Es wäre mehr als Platz drei dringelegen. «Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Saison.»

Dass es nicht immer bis ganz nach vorne reicht, hat einen Grund: «Es ist megaschwierig geworden, und es muss einfach alles passen. Die Konkurrenz ist stärker geworden, die Spitze dichter, und die Finalduelle werden bei uns im Hundertstelsekundenbereich entschieden.» Zogg spricht aus Erfahrung: An der WM scheiterte sie im Achtelfinal um 0,02 und 0,04 Sekunden, den Sieg in Berchtesgaden errang sie mit einem Vorsprung von 0,06 Sekunden.