Unbekannter hängt in Buchs falsches Verbotsschild gegen Autoposer auf – Buchser Stadtpräsident und die Polizei zeigen Verständnis

Am Dienstagmorgen hat die Buchser Polizei zwei Verbotsschilder für Autoposer abmontiert. Diese brachte ein Unbekannter verbotenerweise unter anderem bei der Bahnhofstrasse an. Die Kantonspolizei St.Gallen zeigt Verständnis dafür – die Bevölkerung hingegen ist geteilter Meinung.

Katharina Rutz
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Ein Unbekannter machte seinem Ärger mit einem Verbotsschild an der Buchser Bahnhofstrasse Luft.

Ein Unbekannter machte seinem Ärger mit einem Verbotsschild an der Buchser Bahnhofstrasse Luft.

Bild: PD

«Wir sind nicht kleinlich», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. «Mit der Abnahme der Schilder gegen Autoposer in Buchs hat sich die Sache erledigt.» Schilder, die gar nicht existieren und die ein Unbekannter unter anderem an der Bahnhofstrasse Buchs aufgehängt hatte. Ein Verkehrsschild, auch wenn es denn existieren würde, ohne behördliche Anordnung aufzuhängen, ist verboten.

Im speziellen Fall der Autoposer zeigt die Kantonspolizei aber Verständnis dafür. «Wir verstehen den Grund für dieses Schild», sagt Florian Schneider. Die Lautstärke, mit der die Autoposer ihre Motoren knattern lassen, sei immer wieder Grund für Reklamationen der Anwohner.

Neben dem Delikt von vermeidbarem Lärm können Autoposer aber auch für unnötiges Herumfahren in Ortschaften oder allenfalls unerlaubte technische Änderungen an ihren Fahrzeugen zur Anzeige gebracht werden. «Mit einer Ordnungsbusse kann dies nicht erledigt werden, es gibt in jedem Fall eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft», so Florian Schneider.

Vor allem während des Lockdowns hat die Kantonspolizei viele Kontrollen durchgeführt. Denn es gingen auffällig viele Meldungen von Bürgern über sogenannte Autoposer bei der Kantonspolizei St.Gallen ein, wie es in einer Medienmitteilung der Kantonspolizei heisst. Insgesamt wurden 240 Poser angezeigt. Davon wurden 75 Verkehrsteilnehmer für vermeidbaren Lärm oder unnötiges Herumfahren verzeigt. 165 Auto- und Motorradfahrer wurden zur Anzeige gebracht, weil sie nicht erlaubte, technische Veränderungen an ihren Fahrzeugen vorgenommen hatten. Schneider sagt:

«In Buchs gab es zwischen März und Ende Juni 15 Verzeigungen für Autoposer.»

Heisse Diskussion in lokaler Facebook-Gruppe

Dieses Bild löste auch in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Buchs (Buxx) wenn ...» heftige Diskussionen aus.

Dieses Bild löste auch in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Buchs (Buxx) wenn ...» heftige Diskussionen aus.

Bild: PD

Autoposer erhitzen die Gemüter, das zeigt auch eine Diskussion in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Buchs (Buxx) wenn ...», wo ebenfalls ein Mitglied ein Foto der Tafel an der Bahnhofstrasse eingestellt hatte.

Bis Donnerstagmittag gab es 45 Kommentare unter dem Bild. Einerseits ist man empört über die lauten Motoren, andererseits werden die Liebhaber sportlicher Wagen auch verteidigt. Wieder andere weisen darauf hin, dass es wohl in Buchs noch grössere Probleme als das der Autoposer gebe.

«Ein riesiges Ärgernis für uns»

Daniel Gut, Stadtpräsident von Buchs, hat zum Thema Autoposer allerdings eine klare Meinung: «Dies ist ein riesiges Ärgernis für uns.» Abgesehen von der Bahnhofstrasse sei auch die Heldaustrasse auf Höhe der DHL-Parkplätze stark von den Lärmbelästigungen durch Autoposer betroffen. Die Anwohner des naheliegenden Quartiers hätten vermehrt reklamiert. «Wir versuchen über polizeiliche Kontrollen eine Verbesserung zu erzielen», so Daniel Gut.

«Wir teilen die Sicht der betroffenen Bevölkerung vollkommen.»
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Seit dem Lockdown am 17. März 2020 hat die Kantonspolizei St.Gallen vermehrte Poser-Kontrollen durchgeführt. Es wurden 237 Männer und drei Frauen wegen Verursachung von vermeidbarem Lärm, unnötigem Herumfahren oder technischen Änderungen bei der Staatanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Die Verzeigten waren mehrheitlich zwischen 19 und 28 Jahre alt. 22 Autos und zwei Motorräder wurden stillgelegt.