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Polizistin am Oberkiefer verletzt

Region  Der Gang vor das Kantonsgericht hat sich für einen 26-jährigen Italiener nur bedingt gelohnt. Er hat zwar einen Teilfreispruch erhalten, doch wurde der Vorwurf, er habe eine Polizistin verletzt, bestätigt.

(cs) Der Vorfall ereignete sich im Februar. Wie der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung am Kantonsgericht St. Gallen erzählte, ging er mit einem Freund verkleidet an die Fasnacht. Da er am nächsten Morgen arbeiten musste, habe er sich gegen 2 Uhr auf den Nachhauseweg gemacht. Bald traf der Mann auf einen Betrunkenen, der ihn und seine Mutter verbal heftig angriff. Seine Beschimpfungen und Beleidigungen gegenüber der Mutter seien so schlimm gewesen, dass er habe wissen wollen, warum er es tue. Deshalb sei er stehen geblieben und habe nach dem Grund gefragt.

Schliesslich wurden Securitasleute auf das Geschehen aufmerksam, stellten sich zwischen die beiden Männer und riefen zur Verstärkung die Polizei. Als eine Beamtin und ein Beamter eintrafen, nahmen sie den Betrunkenen in die Mitte und wollten ihn abführen. Unvermittelt rannte der Beschuldigte ihnen nach und prallte in die Polizistin. Im allgemeinen Durcheinander fielen die Beamtin, der Beschuldigte und Securitasleute zu Boden. Die Polizistin erlitt leichte Verletzungen am Oberkiefer.

Kreisgericht sprach den Mann schuldig

Die Anklage ging davon aus, dass der Beschuldigte mit erhobenem Arm und geballter Faust auf den Kontrahenten in Polizeibegleitung zulief. Sie schickte ihm einen Strafbefehl, den er nicht akzeptierte. Aus diesem Grund kam es zu einer ordentlichen Verhandlung am Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland. Dieses sprach ihn im April der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie der Hinderung einer Amtshandlung schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 70 Franken.

Verteidiger beantragt Freispruch

Mit seiner Berufung verlangte der Beschuldigte einen vollumfänglichen Freispruch. Es stimme nicht, dass er mit erhobenem Arm und geballter Faust auf die Dreiergruppe zugerannt sei. Er habe keineswegs eine Schlägerei anzetteln wollen, sondern nur wissen wollen, warum der Mann seine Mutter derart schlimm beleidigte. Kurz vor der Gruppe sei er gestolpert, weshalb es zum Sturz gekommen sei. Der vorsitzende Richter fragte darauf, weshalb er denn nicht einfach weggegangen sei. Er habe doch annehmen müssen, dass er vom stark Betrunkenen keine vernünftige Antwort erhalten werde. Er sei der Meinung, dass er Anrecht darauf gehabt habe, den Grund für die massive Beschimpfung zu erfahren, erklärte der Beschuldigte.

Es sei nicht bewiesen, dass die Polizistin durch seinen Mandanten verletzt worden sei, begründete der Verteidiger seinen Antrag auf Freispruch. Es sei durchaus möglich, dass die Polizistin beim Durcheinander von jemand anderem oder aber ganz einfach beim Sturz verletzt worden sei. Der grössere Teil der befragten Auskunftspersonen hätten zudem nicht bestätigen können, dass der Beschuldigte mit erhobener Faust auf die Dreiergruppe zugegangen sei.

In seinem Entscheid sprach das Kantonsgericht St. Gallen den Beschuldigten zwar von der Anklage der Hinderung einer Amtshandlung frei, verurteilte ihn aber wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Die bedingte Geldstrafe senkte es nur leicht. Sie beträgt nun 18 Tagessätze zu je 70 Franken mit einer Probezeit von zwei Jahren. Die Verfahrenskosten, die der Beschuldigte bezahlen muss, haben sich hingegen deutlich erhöht. Nach dem dem erstinstanzlichen Urteil hätte er 2100 Franken bezahlen müssen, nun sind es 3600 Franken.

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