Werdenberg

Planen in der Kultur - geht das noch? Schloss Werdenberg wagt es

Die Verantwortlichen von Schloss Werdenberg präsentieren ihre Planung 2021. Die Herausforderungen sind gross. Ja, es gibt ein Programm und das sogar in recht vielfältiger Form.

Drucken
Teilen
Hier soll 2021 die Kultur aufleben: Schloss Werdenberg.

Hier soll 2021 die Kultur aufleben: Schloss Werdenberg.

Mareycke Frehner

(ab) Die Verantwortlichen des Schlossbetriebes haben allerdings die spezielle Situation zum Anlass genommen, die Programmplanung etwas anders anzugehen, den Fächer der Möglichkeiten zu erweitern und offenzubleiben gegenüber Veränderungen.

Kultur als Pfeiler einer offenen Gesellschaft

Verschiedene Daten sind fixiert und Veranstaltungen geplant, kurz vor Saisonbeginn, also Anfang April wird ein detaillierteres Programm unter die Leute kommen, im Sommer folgt dann erneut Post mit den dann hoffentlich fixe Angaben zur restlichen Spielzeitsaison im Schloss.

 Thomas Gnägi, Leiter Schloss Werdenberg

Thomas Gnägi, Leiter Schloss Werdenberg

Mareycke Frehner

«Eine offene Gesellschaft kann auf Kultur nicht verzichten, es braucht die Kulturträger, um Bühnen und Plattformen zu bieten für Künstler und Musiker sowie Hallen und Tribünen für die Zuschauerinnen und Zuschauer. Wir als kantonaler und regionaler Kulturstandort sind mitverantwortlich, dass Kultur in der Öffentlichkeit genügend Raum einnehmen kann, dass sie eine Bühne der Auseinandersetzung erhält, dass Gedanken und künstlerische Produktionen zu einer offenen Gesellschaft beitragen», wendet sich Thomas Gnägi, Leiter Schloss Werdenberg, an die Öffentlichkeit.

Wenn etwas Kleines plötzlich ganz gross wird

Bekanntlich musste die Schlossmediale, ein jährliches Glanzstück des Kulturprogramms, wegen der Coronapandemie von 2020 auf 2021 verschoben werden. Unter dem Jahresthema «Gross und Klein» nehmen die Künstlerische Leiterin Mirella Weingarten und ihr Produktionsteam einen neuen kraftvollen Anlauf, um beherzt und wach aus dem einjährigen Dornröschenschlaf zu fallen.

Die Künstlerische Leiterin der Schlossmediale, Mirella Weingarten.

Die Künstlerische Leiterin der Schlossmediale, Mirella Weingarten.

Benjamin Manser

Mit dem Jahresthema soll auf pfiffige Weise die Verschiebungen von Machtverhältnissen aufgezeigt werden, «wie das Grosse nur gross sein kann, wenn das Kleine klein bleibt», so Mirella Weingarten. Rückblickend stellt sie fest, dass ein winziger kleiner Virus die ganze grosse Welt auf seine Weise zum Stillstand gebracht hat. Welche Dimensionen das Kleine angenommen hat, wie unbegreiflich gross das kleinste Klein werden konnte. Das Publikum erwartet Theater, Musik oder Puppenspieler. Mikrokosmen und Makrokosmen.

Im Bereich der Museen stechen unter dem Stichwort Kulturtafel spannende Veranstaltungen auf dem Programm, einiges dreht sich um die Holztafel im Rittersaal. Und unter dem Aspekt «Frauen im Schloss» inszeniert die junge Buchserin Claudia Ehrenzeller im September zusammen mit acht Schauspielenden aus der Ostschweiz ein Theaterstück zu den Motiven Frau, Freiheit und Macht. Pointiert und humorvoll will das Stücke den Wandel der Zeit in den Fokus rücken.

Darüber hinaus sind Musik, Literatur, Partnertage und ein Kinderprogramm geplant.