Pfadi übernimmt Schlüsselaufgabe in der Gesellschaft

Dutzende Vertreter aus der Ostschweiz haben sich am Samstag in Grabs eingefunden, um der diesjährigen Delegiertenversammlung der Kantone St. Gallen und beider Appenzell beizuwohnen. Die Pfadi Alvier Buchs organisierte den Grossanlass.

Bianca Helbling
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Alle Zettel oben: Die Delegierten waren sich in allen Abstimmungen einig.(Bild: Bianca Helbling)

Alle Zettel oben: Die Delegierten waren sich in allen Abstimmungen einig.(Bild: Bianca Helbling)

Die Aula im Schulhaus Kirchbünt ist prall gefüllt am vergangenen Samstag. 120 Pfadivertreter und 37 Abteilungen sind angereist, so viele wie schon lange nicht mehr bei einer Delegiertenversammlung. Nach einem kurzen Willkommensgruss durch die Präsidentin der Schweizer Pfadi, Barbara Blanc, ergriff der St. Galler Regierungsrat Beni Würth das Wort. Er dankte der Pfadi im Namen des Regierungsrates für den Einsatz. «Die Freiwilligenarbeit, die ihr leistet, ist mehr als Freizeitgestaltung. Es ist Persönlichkeits- und Umweltbildung, aber auch das Vermitteln von Werten wie Verantwortung und Teamgeist.»

Anschliessend übergab er das Wort an David Oswald. Das Ehrenmitglied ist seit 40 Jahren in der Pfadi Alvier und arbeitet hauptberuflich als Schulsozialarbeiter in Grabs. Er wandte sich mit einer eindringlichen Rede an die versammelten Pfadi-Delegierten: Die Pfadi habe einen sonderpädagogischen Status und übernehme eine Schlüsselaufgabe in der Schweizer Gesellschaft. «In der Schule muss Leistung erbracht werden. Aber auch in beinahe allen Vereinen werden Kinder über die Leistung definiert. Nur Cevi, Jungwacht-Blauring und Pfadi lassen Kinder wettbewerbsfrei Spass haben.» Er bat die Versammelten, mehr Lobbying für die Pfadi zu betreiben. Pfadiwissen habe seit über 100 Jahren Bestand und könne Kindern neben Halt auch einen Ort geben, wo sie einfach sich sein können, ohne etwas leisten zu müssen.

Budget zu wenig ausgeschöpft

Beim Thema Finanzen konnte der Vorstand über einen Gewinn von 22000 Franken informieren. Dabei wurde betont, dass dies zwar erfreulich sei, das Budget aber nicht zur Realität passe. Der budgetierte Verlust habe eine Differenz zur Jahresrechnung und der Etat werde nicht vollständig ausgeschöpft. Die Kantonalleitung animierte die anwesenden Leiter dazu, das budgetierte Geld auch zu investieren.

Daraufhin folgte eine Kleinsitzung in Kontaktgruppen. Jede Abteilung ist aufgrund der geografischen Lage einer der sieben Kontaktgruppen zugeteilt.

Ein zentrales Thema der Kontaktgruppe Sarganserland-Werdenberg bildete eine neue Vorschrift, nach der Lager ab einer gewissen Teilnehmerzahl von nun an Bewilligungen einholen müssen. Dies ist eine Massnahme des Kantons, um Tiere und Pflanzen zu schützen. Insbesondere die Wildtierschutzzeit zwischen den Monaten Mai und Juli könnte das traditionelle Pfingstlager tangieren.

Schwierige Suche nach Lagerplätzen

Nach einer Pause begrüsste die Versammlung neue Abteilungsleiter, darunter auch Sarina Hutter und Dominik Mohr von der Pfadi Alvier. Zum Abschluss sprachen die Verantwortlichen eine dringende Problematik an: Es sei immer schwieriger, langfristige Lagerplätze zu finden. Problematisch sei hierbei nicht das Geld, sondern der Boden. Barbara Blanc warf ein, dass Pachtverträge mit Bauern eine gute Möglichkeit böten, Land für mehrere Jahre zur Verfügung gestellt zu bekommen. Optimalerweise agiere man bei der Suche nach Lagerplätzen regional und kontaktiere Lokalpolitiker oder Bauern. Auf diesen Input hin beendete der Präsident die Versammlung und entliess die Delegierten wieder in ihre jeweiligen Abteilungen.