Palfriesbahn
Corona erfolgreich getrotzt: Seilbahn Palfries auf Wachstumskurs

Die Genossenschaft Seilbahn Palfries kann trotz der Coronapandemie auf ein erfolgreiches Betriebsjahr 2020 zurückblicken.

Andreas Hörner
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Nach einer Saison unter enormer Belastung: René Ackermann von der Genossenschaft Seilbahn Palfries kann auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurückblicken.

Nach einer Saison unter enormer Belastung: René Ackermann von der Genossenschaft Seilbahn Palfries kann auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurückblicken.

Bild: Andreas Hörner

Wie VR-Präsident René Ackermann betont, war die Ungewissheit über die Entwicklung der Saison 2020 und deren Folgen für die Seilbahn eine enorme Belastung. Er zeigte seine Freude über die Verbundenheit und das grosse Interesse, was durch die grosse Teilnehmerzahl an der 23. GV am Freitagabend im Melser «Verrucano» unter Beweis gestellt wurde. Es war symbolisch für die Abhängigkeit der Seilbahn von gutem Wetter, dass Ackermann die Genossenschafter «an diesem wunderbaren Sommerabend» begrüsste, zeitgleich aber ein heftiger Gewitterregen auf die Strasse prasselte.

So betonte auch Kassier Thomas Rutz, wie schwierig eine Budgetierung sei, da der Faktor Wetter für den Betrieb der Seilbahn eine äusserst unberechenbare Komponente bilde. Dieses spielte den «Seilbähnlern» im November 2020 aber erfreulicherweise in die Karten, «durch diesen Endspurt kann die Erfolgsgeschichte der Palfriesbahn trotz Corona weitergeschrieben werden», so Rutz.

Das Interesse an der Bahn ist markant gestiegen

In seinem Jahresbericht konnte Ackermann von einem «glücklicherweise überaus erfreulichen Betriebsergebnis» sprechen und insgesamt von einer Saison 2020, die sich in vielen Bereichen zum Positiven entwickelt habe. Nach der coronabedingten Schliessung sämtlicher touristischer Seilbahnen in der Schweiz ab Mitte März 2020 konnte die Palfriesbahn mit zwei Wochen Verspätung am 6. Juni den Betrieb aufnehmen. «Die Schutzmassnahmen wurden von allen Gästen und dem ganzen Bähnliteam vorbildlich eingehalten», lobt Ackermann. Und trotz allem: «Die Anzahl beförderter Personen darf sich im Vergleich zu den Vorjahren mit 13511 Bergfahrten und 9872 Talfahrten sehen lassen.» Die Zahlen entsprechen in etwa den Werten der Saison 2019.

Auch der Bekanntheitsgrad der Bahn habe vor allem durch viel Medienpräsenz weiter gesteigert werden können. «Ein Zeichen dafür, dass im Coronajahr 2020 viele Schweizer nach Ausflugsmöglichkeiten im Land suchten, zeigt die Anzahl Zugriffe auf unsere Website mit rund 35000 im Spitzenmonat Juli.»

Eine sehr hohe Verfügbarkeit erreicht

Infolge technischer und wetterbedingter Ereignisse musste der Seilbahnbetrieb während der Saison 2020 für rund eineinhalb Wochen eingestellt werden. «Trotzdem wurde eine sehr hohe Verfügbarkeit erreicht», sprach Ackermann allen, die zu diesem guten Resultat beigetragen haben, seinen Dank aus.

Erfreut gab sich auch Kassier Rutz, der einen Jahresgewinn von knapp 30000 Franken präsentieren durfte. «Alle Posten sind unter Budget ausgefallen, ausser dem Marketing.» Dieser Bereich wurde durch die Installation touristischer Hinweistafeln an der Autobahn zusätzlich belastet. Erwähnenswert sind auch die tieferen Betriebskosten, etwa wegen erfolgreich umgesetzter Stromsparmassnahmen. Das Genossenschaftsvermögen beträgt aktuell rund 0,5 Millionen Franken, was gegenüber dem Vorjahr eine leichte Zunahme bedeutet.

Die Zeichen der Sicherheit stehen auf Grün

Auch für das kommende Jahr ist ein Plus budgetiert, bis zur nächsten GV am 24. Juni 2022 soll ein Gewinn in Höhe von 46500 Franken erwirtschaftet werden. Bezüglich der geplanten Ausgaben erläuterte Rutz: «Für eine gute und sichere Bahn muss auch entsprechend Geld in die Hände genommen werden.»

Apropos Sicherheit: Für die Installation eines Lichtsignals bei der Bergstation (voraussichtlich im Herbst) hat der Kanton grünes Licht gegeben. Wie Ackermann erklärt, sei die Durchfahrtshöhe über der Palfriesstrasse für einzelne Fahrzeuge wie etwa Traktoren zu gering. Wo bisher «nur» eine Videoüberwachung für Sicherheit sorgte, werde zusätzlich künftig eine Ampel vor und nach der Seilbahn auf Rot gestellt, wenn die Gondel ein- oder ausfährt.